Unsere Frau der Woche: Vandana Shiva

Vandana Shiva lächelt in die Kamera

(c) World Future Council

Die indische Umweltaktivistin, Wissenschaftlerin und Feministin Vandana Shiva setzt sich seit 40 Jahren für nachhaltige Landwirtschaft ein. Für ihr Engagement für Feminismus und Ökologie gewann sie 1993 den Right Livelihood Award – inoffiziell auch als der Alternative Nobelpreis bekannt.

Gegen Patente – für Biodiversität

Seit circa 40 Jahren setzt sich die Aktivistin Vandana Shiva für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und ökologische Vielfalt ein. Sie stellt sich damit klar gegen Agrarkonzerne wie Nestlé und Monsanto, die durch Patente auf Pflanzen und den Einsatz von Methoden zur Genmanipulation sowohl die weltweite Agrarindustrie kontrollieren, als auch die Biodiversität gefährden.

Dabei legt sie einen besonderen Fokus auf die Ermächtigung lokaler Landwirt*innen. Und ruft dazu auf, eigenmächtig Samen zu konservieren. Denn das Retten alten Saatgutes ist zentraler Bestandteil ihrer Strategie für mehr Biodiversität. Wie das geht, zeigt sie in dem Video.

Ein beeindruckender Werdegang

Vandana Shiva, geboren in Dehra Dun, ist ursprünglich Physikerin und promovierte über Grundfragen der Quantenmechanik. Laut der Aktivistin hat sie vor allem durch die Quantentheorie gelernt, Zusammenhänge zu sehen. 1982 gründete Vandana Shiva die Forschungseinrichtung „The Research Foundation for Science, Technologie and Ecology“ (RFSTE) und 1884 „Navdanya International“.

„Navdana International” ist nach eigenen Angaben die erste Organisation, die sich für das Retten von Samen einsetzt und kämpft gegen die Aneignung genetischer Ressourcen durch Großkonzerne und das Patentieren indigenen Wissens. Und das sichert nicht nur die Existenz von Kleinbauer*innen und Biodiversität, sondern auch unsere Gesundheit. Beispielsweise versucht eine Weizensorte von „Navdanya“ keine Glutenallergie.

Für Ökofeminismus

Außerdem positioniert sich Vandana Shiva klar ökofeministisch. Der Ökofeminismus betont den Zusammenhang zwischen dem Patriarchat, der Unterdrückung der Frau und der Klimakrise. Wie ein Arte-Beitrag zum Ökofeminismus zeigt, sind Frauen nicht nur besonders von Klimakatastrophen betroffen, sondern ihnen kommt in Klimabewegungen auch eine zentrale Rolle zu.

Im Zentrum von Vandana Shivas Kritik steht das grenzenlose Wirtschaftswachstum. Denn auf einem begrenzten Planeten ist grenzenloses Wachstum „ohne Gewalt gegen die Natur, gegen Frauen und fremde Völker nicht zu haben. Neu ist nur die inzwischen deutliche Zunahme dieser Gewalt.“, schreibt sie in dem mit Maria Mies verfassten Buch „Ökofeminismus“. Und so zeigt Vandana Shiva: Globale Krisen lassen sich nur gemeinsam mit dem Feminismus bewältigen.

 

Pia Reiter

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