Unsere Frau der Woche: Frida Kahlo

Frida Kahlo – Sie ist Mexikos berühmteste Malerin und die feministische Ikone schlechthin. Von vielen wird sie besonders mit ihrer persönlichen Leidensgeschichte in Verbindung gebracht. Ihr Schmerz ist eng verstrickt mit ihrer Kunst. Das eine würde ohne das andere wohl nicht existieren, trotzdem ist sie noch viel mehr.

Leiden und Lachen

Frida Kahlo kommt zum ersten Mal mit Kunst in Berührung, als ihr Vater ihr eine Kamera schenkt und ihr das Fotografieren beibringt. Als die achtzehnjährige Frida Kahlo ein Busunglück überlebt, bei dem sich eine Eisenstange durch ihr Becken bohrt, wird das Malen zu ihrer einzigen Rettung. Frida Kahlo liegt oft monatelang im Bett, trägt ein Gipskorsett. Die Ärzt*innen glauben nicht, dass sie je wieder laufen kann. Um mit ihrer Situation, und dem Schmerz fertig zu werden, aber auch um schlichtweg die Langeweile zu vertreiben, fängt Frida Kahlo an im Bett zu malen. Kleine Gemälde von sich selbst, in den Spiegel schauend, der über ihrem Bett hängt. Sie wird als eine der größten Egomaninnen des 20. Jahrhundert bezeichnet. Doch es scheint, dass die Selbstporträts für Frida Kahlo der einzige Weg sind, sich so zeigen zu können, wie sie ohne die Krankheit ist, die sie ans Bett fesselt. Sie malt sich stets mit sehr starkem Gesichtsausdruck, aber nie lächelnd.

Frida Kahlos Geburtstshaus. Heute Museum. Blaues kleines Haus mit grüner Tür.

By No machine-readable author provided. Nachtwächter assumed (based on copyright claims). [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Oft werden Leiden und Schmerz in einem Atemzug mit Frida Kahlo genannt, doch sie ist noch viel mehr. Sie arbeitete zwar mit ihrem Schmerz, aber auch stets gegen ihn, lacht ihn sogar aus:

„Nichts ist fürs Leben wichtiger als das Lachen. Lachen bedeutet Stärke, Selbstvergessenheit und Leichtigkeit. Tragödien sind dagegen albern.“

Und versucht ihn zu besiegen. Entgegen der Erwartungen lernt Frida Kahlo wieder laufen.

Ein ungleiches Paar

Kurz vor dem Unfall lernt Frida Kahlo den Künstler und Kommunisten Diego Rivera kennen. Er erkennt Frida Kahlos Talent sofort, bleibt bis zum Schluss einer der größten Verehrer ihrer Kunst. Als sie 22 ist, heiratet sie den fast doppelt so alten Diego Rivera. Damit nimmt eine weitere Leidensgeschichte ihren Anfang, die eines Liebespaares. Frida Kahlo wünscht sich mehr als alles andere ein Kind von Diego Rivera, doch die Folgen des Busunglücks lassen ihren großen Wunsch nicht zu. Diego Rivera hat immer wieder Affären. Ein Jahr nach ihrer Scheidung in 1939 heiraten sie erneut. Doch Frida Kahlo bestimmt ab jetzt die Richtung. Es gibt keinen Sex in der Ehe. Dafür lebt Frida Kahlo ihre Sexualität, ihre Leidenschaft voll und ganz mit verschiedenen Frauen und Männern aus, gerade ihr Sexpositivismus und ihre offene Bisexualität macht sie heute zu einer feministischen Kultfigur. Unter ihren Liebhaber*innen befand sich auch der russische Revolutionär Leo Trotzki, dem Frida Kahlo und Diego Rivera Zuflucht in ihrem Haus gewähren.

Frida Kahlo – Kind der Revolution

Frida Kahlo sitzt in der Natur auf dem Boden, schaut in die Kamera. Schwarz weißes Foto.

Toni Frissell [Public domain], via Wikimedia Commons

Frida Kahlo ist schon in ihrer Jugend überzeugte Marxistin, sie trägt mit Vorliebe die traditionellen mexikanischen Trachten. Sie lässt ihr Geburtsjahr auf 1910 ändern, damit sie als Kind der mexikanischen Revolution gilt. Sie hebt ihre indigene Herkunft sehr hervor, was zu dieser Zeit leider noch ziemlich rebellisch ist. Am 13. Juli 1954 stirbt Frida Kahlo an einer Lungenembolie. Ihr Leiden hört an diesem Tag für sie auf. Ihre Geschichte, die mehr ist als ihre Bilder, aber auch mehr als nur ihr Schmerz, wird bleiben. Wir erinnern uns an eine starke, freche und kämpferische Frida Kahlo!

Katja Hoffmann

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