Video-Inhaltswarnung: häusliche Gewalt, versuchter Suizid
“Mein Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, selbstbewusster durch die Welt zu gehen, präsenter durch die Welt zu gehen und sich eben nicht von irgendwem anders sagen lassen, wann sie genug sind, sondern selber entscheiden: so bin ich, so bin ich gut.” – Pia
Im heutigen Video zum Wochenende “Ich will Frauen stark machen” geht es um Pia. Pia hat einen toxischen Ex-Partner überlebt und setzt sich jetzt dafür ein, andere Frauen zu stärken. Ihre Vision ist ein deutschlandweites Netzwerk, das empowernde Angebote für Frauen anbietet. Ihr Ziel ist es, dass mehr Frauen gewaltsame Beziehungen verlassen können, verteidigungsfähig werden und sich (wieder) sicher fühlen. Dafür bietet sie verschiedene Formate an.

Sichere Räume schaffen
Sie gibt Kickboxkurse für Frauen, in denen diese lernen, sich selbst zu verteidigen und das Gefühl, die Autorität und Deutungshoheit über das eigene Leben und Erfahrungen, die gemacht wurden, zurückzuerlangen. Im Kern geht es darum, das Selbstbewusstsein der Teilnehmer*innen zu stärken.
In einem Wutworkshop, den Pia gemeinsam mit einer Freundin entworfen hat, geht es darum, Frauen einen sicheren Ort zu geben, um negative Emotionen rauszulassen. Die Botschaft ist klar: Weibliche Wut und negative Emotionen müssen nicht versteckt, sondern dürfen ausgelebt werden.
“Wut generell ist eine Emotion, die nicht so greifbar ist. Und ist auch keine Emotion, die man häufig spürt, einfach weil vor allem Frauen wird es eben antrainiert und gesellschaftlich vermittelt, dass es ’nicht in Ordnung ist‘, wenn eine Frau mal ausrastet und wenn, dann bist du gleich zickig oder hast deine Tage […]” – Pia
Außerdem leitet sie eine Selbsthilfegruppe, in der sich Frauen treffen, die Gewalterfahrungen gemacht haben, um dort gemeinsam darüber zu sprechen und nicht alleine mit ihren Erfahrungen zu sein. Nach der Trennung von ihrem Ex-Partner hat sie selbst eine Selbsthilfegruppe besucht. Das hat sie darauf aufmerksam gemacht hat, dass es in ihrer Gegend wenig bis keine Angebote gibt. Deswegen hat Pia in ihrer Stadt eine Selbsthilfegruppe für Betroffene von physischer, psychischer und sexueller Gewalt gegründet, die sich einmal im Monat trifft. Hier bespricht sie, auch in Einzelgesprächen mit den Teilnehmerinnen, wie psychische und verbale Gewalt wie Gaslighting, Beleidigen und Liebesentzug die eigene Selbstwahrnehmung verzerren.
Die Öffentlichkeit ist kein sicherer Raum
In dem Video wird nicht nur häusliche und partnerschaftliche Gewalt thematisiert, auch Frauen, die sich gegen Catcalling einsetzen werden gezeigt. Mit Kreideschriften auf Bürgersteigen machen sie darauf aufmerksam, wie Catcalling ein dauerhaftes Gefühl von Unsicherheit für FLINTA*-Personen im öffentlichen Raum schafft.
Laut dem Un_Safe Spaces Report von cosnova erlebten 92 Prozent der (insgesamt 1501) befragten Frauen zwischen 18 und 35 Jahren bereits geschlechtsspezifische Belästigung, Gewalt oder Grenzüberschreitungen an öffentlichen Orten.
Ein solidarisches Netzwerk
In der Doku werden wir mitgenommen durch Pias Geschichte: Wie sie Gewalt erlebt hat, wie ihre Familie sie in der Zeit wahrgenommen hat, wie sie es rauschaffte und wie sie jetzt in einer gesunden Beziehung lebt. Vor allem zeigt die Doku aber Möglichkeiten auf, sich zusammenzuschließen, solidarische Räume zu schaffen und gemeinsam patriarchale Gewalt zu verarbeiten und ihr etwas entgegenzusetzen. Im Fokus steht dabei Pias Vorstellung, ein großes Netzwerk an genau solchen Angeboten aufzubauen.
Redaktionelle Anmerkung: In der Doku wird größtenteils in sehr binären Kategorien gesprochen und gedacht.
Ida



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