(c) Screenshot von Y-History Spezial Video aus ARD Mediatek
Für dieses Wochenende empfehlen wir die Y-History Spezial Folge zu „Verhütung? Frauensache!“. Melina Hoischen, auch bekannt als „Miss History“ blickt auf 4.000 Jahre Verhütungsgeschichte. Es basieren noch immer viele gängige Verhütungsmittel auf den veralteten medizinischen Prinzipien der 1960er Jahre.
Verhütung im Verlauf der Zeit
Den Versuch Schwangerschaften zu regulieren gibt es schon lange, doch bis in die 1960er-Jahre bleibt das Thema in der westlichen Welt größtenteils ein Tabu. Historisch gesehen hat vor allem die Kirche einen großen Einfluss auf diese Tabuisierung gehabt. Sie sahen dies als gegen Gottes Willen. Mit der Einführung der Pille wird Frauen in den 1960ern mehr Selbstbestimmung über ihren Körper ermöglicht. Diese war jedoch zunächst nur verheirateten Frauen vorbehalten und kam mit vielen gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen. Die Gynäkologin Prof. Dr. Mandy Mangler thematisiert, wie Frauen jahrzehntelang Nebenwirkungen wie Depressionen, Stimmungsschwankungen, bis hin zu Thrombosen in Kauf nehmen. Heutzutage wird das zunehmend kritisch betrachtet.
Verhütung heute
Insbesondere junge Frauen hinterfragen heute zunehmend die hormonelle Verhütung. Die Protagonistin Sandra hat sich vor diesem Hintergrund zu einer Sterilisation entschieden. Ein Schritt, der für sie und viele andere Frauen im Vorfeld mit vielen Hürden verbunden ist. Obwohl sie sich sicher war, keine (weiteren) Kinder mehr bekommen zu wollen, haben sich verschiedene Ärzte aufgrund Sandras jungen Alters und der Tatsache, dass sie ‚erst‘ ein Kind hat, geweigert die Sterilisation durchzuführen.
Den Reality-Check macht Melina im Klassenzimmer: im Gespräch mit Schülerinnen wird offen besprochen, wie die aktuelle Sexualbildung ist, und was sich verändern muss. In einem Workshop trifft Melina Männer, die selbst die Verantwortung der Verhütung übernehmen wollen, zum Beispiel durch Hodenringe, die mithilfe von Wärme die Spermienproduktion stoppen sollen. In der Wissenschaft gibt es ebenfalls viel Forschung in diesem Bereich, wie etwa Gels oder die Pille für den Mann. Eine Markteinführung scheitert jedoch häufig an großen Hürden in der Pharmaindustrie, mangelndem Geld oder auch fehlendem Interesse. Ein Blick wird ebenfalls in die Politik geworfen: im EU-Parlament versuchen Vertreter*innen aus Wissenschat und Politik gemeinsam Lösungen zu finden.
Wir empfehlen diese Folge, da sie die historische und aktuelle Situation rund um Verhütungsmethoden ausführlich beleuchtet. Sie wirft außerdem einen Blick auf Selbstbestimmung von Frauen und Männern, sowie die Rolle kolonialer Strukturen in der westlichen sexuellen Revolution.
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