Ein Koloss aus Beton steht in Bremen-Farge und erinnert an die Gräueltaten des NS-Regimes: der Denkort Bunker Valentin. Tausende Zwangsarbeiter*innen, viele aus der ehemaligen Sowjetunion errichteten ihn unter unmenschlichen Bedingungen. In der aktuellen Folge von „Von Boom bis Z“ sprechen wir über genau diese Zwangsarbeitenden, über Antislawismus, geschlechtsspezifische Gewalt und darüber, warum Erinnern und ein Blick in die Geschichte so wichtig für die Gegenwart sind.
Um über diese Themen zu sprechen, haben wir Ksenja Holzmann in unseren Podcast eingeladen. Ksenja Holzmann hat in Leipzig und Bremen Geschichte studiert und ist seit 2016 Mitarbeiterin am Denkort Bunker Valentin. Sie beschäftigt sich vor allem mit pädagogischer Vermittlungsarbeit und der wissenschaftlichen Recherche zu zivilen Zwangsarbeitenden.

Denkort Bunker Valentin
Der Denkort Bunker „Valentin“ ist die Ruine einer U-Boot-Werft der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg. Von 1943 bis 1945 wurden dort Tausende von Zwangsarbeitenden aus ganz Europa und Nordafrika eingesetzt. Das waren sowohl zivile Zwangsarbeiter*innen als auch Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Schätzungsweise starben mehr als 1600 von ihnen während der Bauarbeiten an Unterernährung, Krankheiten und willkürlichen Tötungen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.
Im November 2015 eröffnete der Dokumentations- und Erinnerungsort offiziell als Denkort Bunker Valentin. Ausstellungen und andere Informationsangebote erinnern an die Schicksale von über 10.000 Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedingungen, unter denen sie verhaftet und nach Farge deportiert wurden und auf der Baustelle arbeiten mussten.
Sowjetische Zwangsarbeiter*innen
Frauen machten einen erheblichen Anteil unter den Zwangsarbeitenden auf der Bunkerbaustelle aus. Sie mussten in der Regel genauso schwerer körperlicher Arbeit nachgehen wie Männer. Schwangere musste arbeiten bis die Wehen einsetzten und die Arbeit wenige Tage nach der Geburt wieder aufnehmen. Die Kinder wurden weggegeben, wohin, wurde den Müttern nicht mitgeteilt. Auch waren Frauen durch andere männliche Zwangsarbeiter sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Es gab Bordelle, in denen weibliche Zwangsarbeiter*innen systematisch und sexuell ausgebeutet wurden.
Wer mehr über das Thema erfahren möchte, sollte unbedingt die aktuelle Podcastfolge hören – überall da, wo es Podcasts gibt.
Jana K.



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