In der neuen Team-Folge unseres queerfeministischen Generationen-Podcasts „Von Boom bis Z“ blicken Jana (Moderatorin) und die beiden Praktikantinnen Lisann und Lana auf ihre Zeit bei den frauenseiten.bremen zurück. Zwischen Social-Media-Arbeit, Reportagen, Fachtagen und Theaterbesuchen erzählen sie, was ein Praktikum in einer feministischen Onlineredaktion alles sein kann und warum diese Erfahrungen ihren Berufswunsch eher bestätigt als in Frage gestellt haben.

Zwischen Redaktion, Events und Interviews
Lisann und Lana sind über ihr Studium – Germanistik, Kulturwissenschaft sowie Kommunikations- und Medienwissenschaft – zu den frauenseiten gekommen. Was als Pflichtpraktikum begann, wurde schnell zu einer sehr vielseitigen Redaktionsarbeit: Social-Media-Planung und Postings, Artikel schreiben, Interviews führen, offene Treffen mitorganisieren, Podcastfolgen aufnehmen und schneiden.
Besonders im Gedächtnis geblieben sind die vielen Einsätze „draußen“: das Interview mit einer Aktivistinnengruppe bei einer Hausbesetzung in der Kornstraße – geführt durchs Fenster, weil die Besetzerinnen im Haus blieben, ein Besuch im Gerichtssaal bei einem Prozess wegen versuchten Mordes sowie Interviews mit Pro Choice Bremen und dem Projekt Stoppt Partnergewalt. Dazu kommen Fachtage in der Bremischen Bürgerschaft, das Femme Art Club Festival im Schlachthof und Ausstellungen zu Endometriose oder Femiziden.
Reels, Schnipp-Video und die Social-Media-Unit
Ein neuer Bereich für die beiden war die praktische Social-Media-Arbeit: Reels drehen, TikToks planen, Bildmaterial sammeln. Gemeinsam mit früheren Praktikantinnen entstanden Beiträge von feministischen Festivals, Ausstellungen und Aktionen, die später auf Instagram viele Reaktionen bekamen. Ein besonders lustiger Moment war das gemeinsame „Schnipp-Video“, ein kurzes Reel, in dem ihre Hände überraschend synchron im Takt waren. Neben den vielen inhaltlichen Aufgaben gehörte auch die praktische Social-Media-Arbeit zu ihrem Praktikum. Dazu zählten das Drehen von Reels und kurzen Videos. Für die beiden zeigte dieser Moment, wie kreativ und spielerisch Social-Media-Arbeit in der Redaktion sein kann.
Lieblingsrubriken: Von Presse-Pott bis Flinta des Monats
Im Gespräch erzählen die beiden auch von ihren Lieblingsrubriken auf dem Blog – und dabei wird schnell klar, wie unterschiedlich, aber auch wie inspirierend die Formate sind.
Für Lisann ist der „PressePott“ ein fester Wochenstart: ein kompakter Überblick über feministische Themen, politische Entwicklungen und aktuelle Debatten. Sie liebt es, zum Wochenanfang diese Vielfalt zu sammeln – und beim Schreiben bevorzugt sie Formate, bei denen sie direkt rausgeht, Menschen trifft und vor Ort recherchiert. Reportagen und Interviews geben ihr das Gefühl, wirklich mitten im Geschehen zu sein.
Für Lana ist die Rubrik „FLINTA des Monats“ etwas ganz Besonderes. Sie schätzt es sehr, lokalen FLINTA-Personen Sichtbarkeit zu geben und ihren Geschichten Raum zu bieten.
„Ich fand halt auch toll, dass ich dann das Interview führen konnte und dass man so ein bisschen ein komplettes all-around pack von dem Ganzen hatte. Das fand ich ganz cool“ – Lana
Die Arbeit an diesen Porträts macht ihr besonders viel Freude, weil sie dabei den gesamten Prozess – vom Interview bis zum fertigen Text – selbst gestalten kann. Für sie zeigt diese Rubrik, wie vielfältig und inspirierend die FLINTA-Community in Bremen ist. Deshalb gehört sie sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen zu ihren absoluten Lieblingsformaten.
Generation Z zwischen Erwachsenwerden und Berufswahl
Im zweiten Teil der Folge sprechen die drei darüber, was „Erwachsensein“ für die Generation Z bedeutet und wie sich berufliche Wünsche im Laufe der Zeit verändern. Dabei wird schnell klar, dass Erwachsensein für beide weniger ein festes Ereignis ist als viele kleine Momente: das erste Mal selbst bei der Bank anrufen, für das Studium in eine neue Stadt ziehen, neue Menschen außerhalb des Schulsystems kennenlernen – und vor allem der Moment, in dem man merkt:
„Das erste Mal dann praktisch zu Besuch in meinem alten Zuhause zu sein und plötzlich nicht mehr dort zu wohnen, sondern eben zu Besuch zu sein und dann vielleicht über Themen von meinem Studium reden.“ – Lisann
Gleichzeitig erzählen sie, wie sich ihre Berufswünsche seit der Kindheit verändert haben – von typischen Kindheitswünschen wie Lehrerin, Schauspielerin oder Modedesignerin hin zu Studienfächern und Interessen, die sie heute eher in Richtung Journalismus, Öffentlichkeitsarbeit oder Kommunikationsberufe führen. Für beide zeigt sich: Erwachsensein und Berufswahl sind Prozesse, die sich Schritt für Schritt entwickeln.
Es hat richtig gut geklappt im Team
Zum Schluss wird es sehr persönlich: Beide erzählen, dass sie Gruppenarbeit an der Uni eher als stressig und anstrengend empfunden haben. Bei den frauenseiten hätten sie jedoch das Gegenteil erlebt – Verlässlichkeit im Team, gegenseitige Unterstützung beim Texten, Korrigieren, Bildersuchen und Recherchieren. Die offene Atmosphäre im Büro, das gemeinsame Nachdenken über Themen und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, bleiben als etwas Positives hängen.
Selina Yener



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