Was ist eigentlich…hepeating?

Sie steht auf und spricht. Ein gutes Argument. Niemand beachtet sie.
Er steht auf. Wiederholt, was sie gesagt hat – Alle klatschen.

Kommt dir diese Situation bekannt vor? Dann wurdest du „hepeated“. In unserer Rubrik „Was ist eigentlich…?“ stellen wir euch heute genau dieses Phänomen vor: hepeating.

Solidarisierung auf twitter

Die neue Wortschöpfung hepeating kommt von „he“ und „repeating“, und bedeutet, dass Aussagen einer Frau ignoriert werden, aber dann Gehör finden, wenn ein Mann sie wiederholt. Die Astronomin und Professorin Nicole Gugliucci prägte den Begriff im September 2017 auf Twitter.

Seitdem saust der Hashtag #hepeated in die Höhe. Viele Frauen reagieren darauf, berichten von ähnlichen Erfahrungen, und solidarisieren sich. Eine gute Möglichkeit, um für das Thema zu sensibilisieren, und eine diskriminierungsfreie Diskussionskultur zu fordern.

Die Wortschöpfung hepeating folgte auf den Begriff mansplaining – also das Phänomen, dass Männer Frauen die Welt erklären oder ihre Aussagen „verbessern“.  Als der Begriff hepeating ins Spiel kam, wurde klar, wie häufig Männer Frauen auch die Ideen stehlen, und die Lorbeeren dafür ernten. Vielen Frauen passiert dies bei der Arbeit, wo ihren Ideen weniger Gehör geschenkt wird als wenn ein Mann dieselben äußert.

Das kannst DU gegen hepeating tun

Sprechblase mit dem Wort hepeating

(c) Charlotte Kaemmerer

Eine brilliante Mehode, um gegen hepeating vorzugehen, ist „Amplification“ – also Verstärkung. Politikerinnen im Weißen Haus hatten diese Methode zu Obamas Amtszeit entwickelt, um sich gegen die dominanten Männer durchzusetzen und endlich Gehör zu finden. Dazu haben sie sich solidarisiert. Immer, wenn eine Frau ein Argument vorgebracht hat, gaben ihr andere Zuspruch. So blieb den Männern keine andere Wahl, als zuzuhören.  Eine Frau ließ sich leichter ignorieren als mehrere. Und die männlichen Politiker hatten keine Möglichkeit, die Ideen einer Frau als eigene auszugeben. Diese Methode braucht etwas Zeit – aber sie lohnt sich.

Wer sich beim Job oder in der Politik allein in einem Meeting gegen mehrere Männer durchsetzen muss, kann auch eine andere Methode nutzen. Wenn ein Mann deine Idee hepeated kannst du das Wort ergreifen und freundlich sagen: „Schön, dass dir meine Idee gefällt“, oder „Es freut mich, dass du meine Idee weitergedacht hast“. So wird deutlich, wer die Idee eingebracht hat, und du erhältst endlich deine wohlverdiente Aufmerksamkeit. Und wenn das alles nichts bewirkt, sprich IHN darauf an. Gebt hepeating keine Chance!

Charlotte Kaemmerer

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