Zeichen setzen gegen sexualisierte Gewalt

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(c) medica mondiale

Zum Internationalen Frauentag am 8. März forderte die Frauenrechtsorganisation medica mondiale die Bundesregierung auf, sexualisierte Kriegsgewalt endlich zu einem Schwerpunktthema deutscher Außen- und Sicherheitspolitik zu machen.

„Aktuell sind Frauen und Mädchen in der Krisenregion Syrien/Nordirak stark betroffen von sexualisierter Gewalt und benötigen dringend Unterstützung“, erklärt Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale.

Bundesregierung und internationale Gemeinschaft sollten nicht nur humanitäre Nothilfe finanzieren, sondern sich auf politischer Ebene konsequent für die Prävention sexualisierter Kriegsgewalt einsetzen. Hierfür böte sich das G7-Außenministertreffen im April in Lübeck an, bei dem konkrete Maßnahmen zum Schutz von Frauen in bewaffneten Konflikten vereinbart werden sollten.

Vermittlung von Unterstützung vor Ort

medica mondiale unterstützt aktuell die türkische Frauenorganisation „The Association of Legal Aid Against Sexual Violence“. Ihre Mitarbeiterinnen dokumentieren in Flüchtlingslagern an der türkischsyrischen Grenze Fälle sexualisierter Gewalt, damit diese später strafrechtlich verfolgt werden können. Außerdem vermitteln sie medizinische und psychosoziale Hilfen. Weiter plant die Kölner Frauenrechtsorganisation gemeinsam mit Partnerorganisationen vor Ort Trainings für ÄrztInnen, Pflegepersonal und PsychologInnen im Nordirak. Sie sollen geschult werden im von medica mondiale entwickelten trauma-sensiblen Umgang mit Überlebenden und in psychosozialer Ersthilfe und Beratung.

Laut Angaben des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UHNCR) sind derzeit rund 3,7 Millionen SyrerInnen in den Nachbarländern Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon und Türkei als Flüchtlinge registriert. Auf dem Weg dorthin erleben Frauen und Mädchen an Kontrollpunkten massive sexuelle Belästigungen, stellt Hauser fest. Tausende Frauen seien in den von der Terrororganisation Islamischer Staat kontrollierten Gebieten entführt, vergewaltigt und versklavt worden. In sämtlichen Flüchtlingslagern und Unterkünften in der Region fehle es an Frauenzentren, spezialisiertem Personal, sicheren Räumen sowie längerfristiger psychosozialer Begleitung für Überlebende sexualisierter Gewalt.

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