ZGF-Projekt Be oK startet

Gemeinsame Pressemitteilung der Metropolregion Nordwest und der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, 08.05.2019

Foto der Pressekonferenz vom Projekt Be oK Berifsorientierung ohne Klischees, das Mitarbeiter*innen der ZGF

(c) ZGF

Was will ich mal werden? Große Frage, spielerische Antwort – das Projekt Be oK – Berufsorientierung und Lebensplanung ohne Klischees unterstützt Schüler*innen ab Klasse 6 spielerisch beim Erkunden eigener Stärken sowie Interessen und verdeutlicht Eltern wie Lehrkräften ihre eigene Vorbildfunktion in diesem Prozess. Im Zentrum von Be oK, das im Herbst startet, steht eine Projektwoche für Schulklassen mit einem Erlebnis-Parcours, Role Models zum Anfassen, Workshops und Fortbildungen für die Erwachsenen. Möglich macht das die Metropolregion Nordwest: Sie fördert Be oK mit 154.000 Euro.

Vorurteilsfrei Entscheidungen treffen mit Be oK

„Berufe fallen nicht vom Himmel. Sie entwickeln sich aus Interessen, und die bilden sich schon ganz früh“, erklärte die Bremer Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm, die mit ihrem Team der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) das Projekt Be oK entwickelt hat. „Hier wirken nach wie vor Geschlechterklischees, und das Berufswahlverhalten junger Menschen ändert sich nur sehr langsam. Mädchen gehen unverändert oft in den Dienstleistungs- und Sorgebereich, Jungen wählen vermehrt Berufe in Technik, Informatik, Naturwissenschaften. Mit Be oK sprechen wir die Jugendlichen sowie ihre Eltern und Lehrkräfte an: damit Mädchen und Jungen das ganze Spektrum der Berufe erfahren und vorurteilsfrei entscheiden können, welche Richtung zu ihnen am besten passt!“

„Durch die finanzielle Unterstützung von Be oK fördern wir die Stärken junger Menschen und bereiten sie so auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts und der Unternehmen vor“, sagte Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, „Be oK vereint Innovation und Praxisbezug mit einem beeindruckenden, Mut machenden und spielerischen Ansatz. Kindern und Jugendlichen ihre Talente aufzuzeigen und ihnen zu spiegeln, wie wichtig es ist, seinen eigenen Interessen zu folgen ist das Fundament auch für spätere Lebensentscheidungen. Wer in der Folge überzeugt und selbstbewusst seinen Beruf wählt, wird nicht nur motivierter sein, sondern auch in Zukunft seltener den eigenen Weg korrigieren müssen. Letztendlich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Logo der Metropolregion Nordwest

(c) Metropolregion Nordwest

Spielerisch erleben, wie Zukunft gehen kann

Be oK – Berufsorientierung und Lebensplanung ohne Klischees setzt in Klasse 6 und damit etwas eher als die klassische Berufsorientierung an. Rund 2.100 Schülerinnen und Schüler aus rund 100 Klassen an 20 Schulen in Bremen, Bremerhaven und dem Landkreis Osterholz werden interaktiv und spielerisch eine Woche lang erleben, wie (ihre) Zukunft gehen kann. Dabei lernen die Jugendlichen ihre eigenen Stärken kennen, loten Interessen aus und erhalten Informationen rund um Berufe. Vorbildfrauen und -männer aus Betrieben berichten von ihrem Werdegang und wie sie Hürden und Klischees überwunden haben. „Ebenso wichtig ist es uns mit dem Projekt, Eltern und Lehrkräfte zu erreichen und mit ihnen ihre eigene Vorbildfunktion im Berufsbildungsprozess der Kinder zu erarbeiten“, erläutert Landesfrauenbeauftragte Wilhelm, „so setzen wir an den Strukturen an und nur so ist nachhaltige Veränderung möglich.“

Logo der Gleichstellungsstelle

© ZGF

Den Anfang in der Pilotphase machen im Herbst drei Schulen in Bremen, Bremerhaven und dem Landkreis Osterholz-Scharmbeck. „In dieser Phase werden wir gemeinsam mit Jugendlichen, ihren Lehrkräften und Eltern, aber auch mit den Kooperationspartnern aus den Unternehmen erarbeiten, wie sich geschlechtsspezifische Zuschreibungen von Fähigkeiten und Berufsbildern am wirksamsten hinterfragen und überwinden lassen“, beschreibt Bettina Wilhelm das weitere Vorgehen, „ausgehend von diesen Erfahrungen, die ein Beirat aus Fachwelt und Wissenschaft begleiten und evaluieren wird, werden wir dann den Transfer in die Region angehen – so dass wir schließlich eine valide erprobte und breit verankerte Struktur klischeefreier Berufsorientierung vorweisen können.“

Stark für Herausforderungen

Das Projekt Be oK – Berufsorientierung und Lebensplanung ohne Klischees ist auf drei Jahre angelegt und umfasst ein Budget von insgesamt rund 500.000 Euro. „Der wesentliche Impuls für das Projekt kam von der Metropolregion Nordwest“, so Wilhelm, „ohne ihren Zuschlag und ihre Mittel könnten wir Be oK nicht entwickeln und realisieren.“
Mit 60.000 Euro unterstützt die hkk Krankenkasse Bremen das Projekt: „Für die hkk steht hier der Gesundheitsaspekt ganz vorne: Uns beschäftigt die Frage, wie Berufswahl so gelingen kann, dass Menschen in ihrem Beruf zufrieden und gesund bleiben“, erklärte Dr. Wolfgang Ritter, Leiter Gesundheitsförderung und Prävention bei der hkk. „Hier spielen Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit eine wichtige Rolle, und genau darum geht es ja auch bei Be oK: Junge Menschen zu unterstützen, ihre Interessen zu erkunden und sie zu verfolgen. Das gibt Kraft und Selbstbewusstsein, so entstehen Gesundheitsressourcen und so entsteht Lebenskompetenz. Das macht stark für alle Herausforderungen des späteren Weges und ist damit Prävention im besten Sinne. Auch die Genderperspektive ist für uns ganz wichtig. Denn auch das Gesundheitsverhalten ist geschlechtergeprägt. Hier tradierte Haltungen aufzubrechen und einen Austausch zu organisieren, kommt im Endeffekt allen Beteiligten zugute.“

Geschlechterklischees überwinden

Unter den rund 50 Kooperationspartner*nnen von Be oK sind auch die Mercedes Benz Bremen sowie die Handwerkskammer Bremen. Andrea Schreiber, Leiterin Anlauflogistik und Diversity Beauftragte bei Mercedes Benz Bremen sagte: „Vielfältig aufgestellte Teams sind ein Gewinn, das stellen wir jeden Tag fest. Aber es dürfen gerne mehr junge Frauen sein, die zu uns kommen, besonders in den technischen Bereichen wie zum Beispiel Produktion, Instandhaltung oder technische Planung. Die, die bei uns sind, arbeiten sehr erfolgreich und sind eine Bereicherung für die Teams. Um hier Nachwuchs zu gewinnen, müssen wir früh ansetzen: schon im Elternhaus, im Kindergarten, bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern wie ihren Lehrkräften. Das tut Be oK, und das hat für uns den Ausschlag gegeben uns zu beteiligen.“

Den Aspekt der Nachwuchsgewinnung betonte auch Angelika Pfeifer von der Handwerkskammer: „Das Handwerk bietet sehr gute Perspektiven, und wir sind sehr engagiert dabei, hier Geschlechterklischees zu überwinden und mehr junge Frauen für unsere Berufe zu gewinnen. Handwerkliche Begabungen müssen gefördert und Jugendliche in ihren Interessen gestärkt werden. Genau da setzt Be oK an, deshalb sind wir dabei und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

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