Zwischen Sicherheit und Freiheit: Kinder im Internet

Sandra (links) mit Betreuerin

(c) frauenseiten, Hanna Schumacher

Das Internet bietet für Kinder tolle Möglichkeiten, Zeit zu verbringen: Mit Freund*innen spielen und in Kontakt bleiben, sich Wissen und Fähigkeiten aneignen. Aber neben all diesen Chancen schwebt über dem Internet auch immer das Damoklesschwert des Sicherheitsrisikos. Es lauern Vertragsfallen, Inhalte die nicht für Kinder geeignet sind und schlimmsten Falls Menschen, die es mit dem Kind nicht gut meinen. Welche Vorkehrungen sollten Eltern treffen, um Kindern die Freiheit zu lassen, das Internet zu nutzen, aber sie vor Gefahren zu schützen?

Klar ist, dass Aufsichtspersonen nicht immer hinter dem Kind sitzen und zuschauen können, was es mit der Technik tut. Auch wird diese ständige Kontrolle von Kindern als lästig empfunden. Doch Eltern sollten zuerst einmal selbst das nötige Wissen im Umgang mit Computern und Smartphones mitbringen. Wer die Technik nicht beherrscht, kann oft nicht einschätzen, ob und wann Eingreifen nötig ist. Die Aufklärung, was das Internet ist und was es dort alles zu finden gibt, sowohl über die Freiheiten, als auch über die Gefahren, sollte erfolgen, sobald das Kind das erste eigene internetfähige Gerät erhält oder besser noch, wenn es anfängt mit den Geräten von Eltern, Geschwistern und Freund*innen zu spielen.

Hände am Computer

(c) frauenseiten, T. Groll

Nicht zu unterschätzen: Vertrauen und Absprachen

Es sollten unbedingt Absprachen getroffen werden, was erlaubt ist und was nicht. Auch die Nutzungszeit der Geräte sollte vereinbart werden. Studien belegen, dass Kinder auch Nachteile aus zu häufiger und ausdauernder Techniknutzung ziehen können, im schlimmsten Falle wird eine „Internetsucht“ diagnostiziert, in der die Rückkehr zum Offlineleben sich mit Therapie langwierig gestaltet. Ein oder zwei Stunden Internet am Tag und ein Blick auf das Smartphone von Zeit zu Zeit jedoch sind noch kein Grund zur Sorge. Das Aufstellen von gemeinsamen Regeln wirkt Wunder und an einigen Regeln sollte nie gerüttelt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass Seiten, die ein Banner mit der Frage ob der Nutzer bereits volljährig ist, sofort wieder verlassen werden. Diese Regeln sollten gemeinsam mit dem Kind aufgeschrieben werden; im Internet gibt es bereits viele Tipps für diese „Goldene Regeln“.

Doppelten Boden einbauen – Möglichkeiten des Rechners für zusätzlichen Schutz nutzen

Bei allem Vertrauen, dass dem Kind entgegengebracht wird, kann als zusätzliche Absicherung auf dem heimischen Computer auch eine „Kindersicherung“ installiert werden. Neben den Einstellungen, die Computer von sich aus bieten, gibt es heute spezielle Programme, die auf die PC-Nutzung von Kindern ausgelegt sind. Kinderschutzsoftware, in der sich Filter für verschiedene Familienmitglieder einrichten lassen und die sich mit Nutzerkonten konfigurieren lässt, kommt heute nicht mehr nur mit Stoppzeichen daher. Viele Programme geben Eltern die Möglichkeit, das Surf- und Nutzungsverhalten ihrer Kinder im Blick zu behalten, auch wenn niemand daheim ist. Dabei sollte auch das Kind informiert werden, dass ein Programm installiert ist und wie dieses funktioniert.

Idealerweise können die Bezugspersonen dem Kind bereits bei der ersten Nutzung spezielle Seiten für Kinder zeigen, Suchmaschinen sowie Lexika wie Wikipedia, die bei Hausaufgaben und Wissenserwerb helfen können, kurz erklären. Aber nur, wenn das Kind die Sorge der Eltern im Umgang mit Technik versteht, klappt die Nutzung am Ende auch auf Vertrauensbasis.

Bewertungslisten von Sicherheitssoftware

(c) Netzsicherheit.de

Weitere Informationen:

Elias Krahmer

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