Familiengeschichten

 Adriana Altaras, Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie

 Adriana_Altaras_Titos_BrilleTrug Marschall Tito – ja, um den handelt es sich – überhaupt eine Brille? Jedenfalls hat der Vater sie ihm repariert und Anlass für ihr Erzählen ist der Tod ihrer Eltern. Sie ist mit der Nachlassverwaltung betraut, eine Mammutaufgabe, da die Eltern seit ungefähr 40 Jahren kein Zettelchen weggeworfen haben. Für Altaras Zeit zum Sinnieren, für Wutausbrüche, für Tränen, zum Selbstmitleid und zum Aufblühen ihrer Stauballergie.

Ihre Eltern sind dem Holocaust entkommen, sie haben als überzeugte Kommunisten in Titos Partisanenarmee gekämpft und sind schließlich antisemitischen Tendenzen zum Opfer gefallen. Ihre Flucht führte sie nach Deutschland.

Altaras erzählt aber nicht nur die Geschichte ihrer Vorfahren, sondern auch ihre eigene. Sie erzählt von ihren Reisen zu Familienangehörigen in ihre Geburtsstadt Zagreb und New York, von ihrem Freund Raffi, von ihrer Familie und der Bar-Mizwa, die sie für ihren Sohn ausrichtet.

Sie schlägt einen witzigen Ton an. Sie sagt einmal, dass sie nur zwei Sorten Menschen kenne, solche, die Humor hätten, und solche, die keinen besitzen. Zweifellos gehört Altaras zu den humorvollen. Wie hätte sie auch sonst dieses Leben aushalten können?

 Adriana Altaras ist Schauspielerin und Regisseurin, sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Fischer TB, 2015 (zuerst 2011) 263 Seiten

 

 

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