Bundesagentur für Arbeit (BA) in Sorge um ihre Klientel

Da las ich doch vor kurzem, dass die Bundesagentur für Arbeit so sehr um die Integration ihrer Klientel besorgt ist, dass man nun 88.000 Drogentests bestellte, (hier der Link dazu: http://www.welt.de/wirtschaft/article133050301/Bundesagentur-besorgt-sich-88-000-Drogentests.html) um zu überprüfen, ob Arbeitssuchende (der Begriff arbeitslos ist mittlerweile unmodern geworden und könnte ja suggerieren, dass die Menschen nicht jede freie Minute damit verbringen, wieder in Lohn und Brot zu kommen) durch den Konsum von Drogen gar nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Stattdessen wäre vielleicht nötig, dass man ihnen eine Reha-Maßnahme anbietet (auferlegt). So viel vordergründige Sorge um das Wohl der Menschen überrascht und regt gewisse Zweifel bei mir.

Um wen oder was geht es wirklich?

Schaut man nämlich genauer hin, dann lässt sich die Angelegenheit auch anders interpretieren. Das Wohl einer Volkswirtschaft wird auch durch die Anzahl der Menschen in Erwerbsarbeit gemessen. Viele Arbeitssuchende, das heißt Menschen, die sich nicht von ihrer Hände Arbeit den Lebensunterhalt finanzieren können, schmälern da die Staatsquote. Zwar gab es schon etliche Methoden, die Arbeitslosenstatistik zu verschönern, indem sogenannte 1-Euro-Jobs nicht als Arbeitslosigkeit galten und vieles mehr. Aber es scheint immer noch zu viele Menschen zu geben, die da in der Statistik auftauchen und Leistungen der BA erhalten. Natürlich geht es dabei vor allem um Geld, wen wundert’s?

Wer soll zahlen?

Und natürlich können Menschen, die gar nicht vermittelbar sind für die sogenannte freie Wirtschaft bzw. den ersten Arbeitsmarkt auch nicht die Arbeitslosenquote zu Unrecht erhöhen. Wo kommen wir da hin? Da ist es dann doch legitim und schon auch clever, der Klientel mal ein bisschen genauer auf den Zahn zu fühlen. Denn wer regelmäßig illegale Drogen (die Abgrenzung zu legalen Drogen ist wichtig) zu sich nimmt, gilt als krank und nicht integrierbar. Diesen Menschen „gewährt“ man dann eine Reha-Maßnahme mit dem Ziel, wieder fit für die Anforderungen der Leistungsgesellschaft zu werden – und das ohne illegale Drogen. (Ob sie dann jeden Abend nach Feierabend ihren Frust mit Alkohol betäuben, daran stört sich niemand.) Außerdem hat so eine Reha-Maßnahme auch noch den angenehmen Nebeneffekt für die BA, dass dann nämlich nicht sie Leistungen zu erbringen hat, sondern die Rentenversicherung als Träger beruflicher Reha-Maßnahmen. Oder die Krankenversicherung, wenn es sich um medizinische Rehabilitation handelt. Ob diese beiden Sozialversicherungsträger ebenso begeistert sind von der Sorge der BA für ihre Klientel, wage ich zu bezweifeln. Und wie es den Drogen konsumierenden Leistungsempfängern mit dieser vorgeblichen Fürsorge geht, bleibt anzuwarten.

One Response to Bundesagentur für Arbeit (BA) in Sorge um ihre Klientel

  1. W says:

    Bundesagentur-besorgt-sich-88-000-Drogentests.html
    Zitate:
    -”Integrationshindernisse durch passgenaue Vermittlung von Hilfen wie die Einleitung von Langzeitentwöhnungsmaßnahmen zu überwinden”
    -”Arbeitslosen ihre Bewerbung bei Berufen zu vervollständigen, die solche Tests ohnehin erfordern ”
    -”Der BA zufolge sind die Tests freiwillig und ohne Rechtsfolgen.”

    Also, die Tests sind freiwillig, und nur für Berufe, wo diese Tests eh Pflicht sind. Ist doch alles supi.
    Den Arbeitslosen muss doch geholfen werden.
    Und ohne freiwillig so einen Test zu machen, würden die doch nie eine Entwöhnungsmaßnahme machen. Denn woher sollten sie sonst wissen, ob sie Drogen nehmen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.