Gruß an die NSA

baustelle1_buxtehuder_2012_05_17

Stopp!!!

Schon komisch, noch vor einem Jahr las man jeden Tag neue Enthüllungen und Empörungen über die Abhörmethoden der NSA. Und nun? Als ob es das nicht mehr gäbe. Ich gebe mich nicht dem Wunschdenken hin, dass sich was geändert hat an der Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst.

Konsequenzen?

Vielmehr aber beschäftigt mich die Frage, was daraus für Konsequenzen gezogen wurden. Zu denken, die Umstellung auf verschlüsselte E-Mail-Versendung durch die meisten E-Mail-Provider böte irgendeinen Schutz vor dem Mitlesen der E-Mails, ist naiv. Denn einzig der Weg von der Mailbox beim Provider zum E-Mail-Programm auf dem eigenen Rechner erfolgt verschlüsselt. Das verschließt nicht den Zugriff der NSA auf die Mails. Zudem ist fraglich, ob ein Schlüssel, also ein Geheimcode, der von T-online, gmx, web.de usw. festgelegt wird, von der NSA unerkannt bleibt.

Was dann?

Aber gibt es denn überhaupt keine Möglichkeit, sich Nachrichten zu senden, die nicht von fremder Stelle beobachtbar sind? Und wenn ja, ist das nicht schrecklich kompliziert? Nein, es gibt sie und erfordert keine großen Kenntnisse in Sachen Computer. Einzig einmalig ein wenig Zeit, um die Anleitung dazu zu lesen und dann anzuwenden. Allerdings sollte man sich darüber klar sein, dass man sich mit verschlüsselten Mails verdächtig macht. Allein das Herunterladen bestimmter Software reicht dafür aus, wie in diesem Bericht gezeigt wird:
http://www.chip.de/artikel/Tools-auf-der-schwarzen-NSA-Liste_70336594.html

Die Mär von den redlichen Staatsbürgern

Sollten Sie nun einwenden, dass ein treuer und anständiger Staatsbürger doch keine Geheimnisse zu haben hat und deshalb nix zu verbergen, so frage ich Sie, ob es Ihnen recht ist, wenn ein Staat oder eine Organisation allein aufgrund Ihrer Aktivitäten und Interessen ein sogenanntes Profil erstellt und dies abgleicht mit Vorgaben, die für gefährliche Subjekte definiert wurden. Schon allein, dass Sie diesen Text lesen, gibt einen Punkt auf der Liste mit den Aspekten für verdächtige Aktionen. Da befinden wir uns dann allerdings bei der allgemeinen Verwendung des Internets, was maßgeblich durch ihren Browser (Firefox, Google-Chrome, InternetExplorer usw.) bestimmt wird bzw. durch die Einstellungen darin. Abhilfe ist auch hier möglich, wenn Sie beim Surfen Ihre IP verdecken, was nicht viel Aufwand bedeutet und mit dem Tor-Browser leicht machbar ist.
Eine sehr gelungene Aufklärung zum Thema Verschlüsselung von E-Mails ist hier zu lesen:
http://wufl.de/ unter dem Punkt „Verschlüsseln?“.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Erklärung finden Sie auch hier:
http://gpg4win.de/doc/de/gpg4win-compendium.html
Die Startseite wirkt wenig einladend, aber die weiteren Seiten stellen den ganzen Sachverhalt wunderbar dar.

Viel Vergnügen und Erfolg bei der Wahrung Ihrer Privatsphäre.

One Response to Gruß an die NSA

  1. W says:

    Man hat ja einen NSA-Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Bevölkerung zu beruhigen, in der berechtigten Hoffnung, dass nach ein paar Monaten kein Hahn mehr danach kräht. Denn es gibt ja immer neue News, gestern die Ukraine, heute der Islamische Staat, und damit die Möglichkeit, durch gemeinsame Feindbilder das Bündnis mit den USA zu festigen. Währenddessen behindert die Regierung die Arbeit des Untersuchungausschusses, so gut sie kann. Denn auch der BND agiert in einem rechtsfreien Raum.

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