Je suis „die_giftige_kleine_kroete“

Dass Anfang des Jahres Menschen starben bei dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo, lässt sich durch nichts rechtfertigen. Punkt! Und dass dann alle Charlie Hebdo sein wollten, ist wohl Ausdruck von Solidarität mit Opfern, Angehörigen und wahrscheinlich auch Ergebnis der Fassungslosigkeit ob der Brutalität der Morde. Punkt!

Aber bei aller Empörung über die grausame Tat, stellen sich Fragen,  lassen sich verwirrende Beobachtungen machen.

Alle wollen Charlie

Zum einen finde ich es seltsam (vielleicht auch pervers?), dass eine Zeitschrift, die hierzulande bis zu dem traurigen Anschlag kaum jemand kannte, dann auf einmal so großes Interesse weckt, dass alte Ausgaben zu Schwarzmarktpreisen gehandelt werden, und die neue Auflage die Nachfrage kaum decken kann. Auf einmal sind eben alle Charlie.

Meinungsfreiheit???

Außerdem wurden die Geschehen als Anschlag auf die Meinungsfreiheit gesehen. Meinungsfreiheit klingt gut, ja. Aber wie weit ist es denn damit her? Immer öfter scheint es, als ob jeder frei seine Meinung äußern kann, solange dies dem gewollten politischen Zeitgeist entspricht. Wie der aussieht, erfährt das geneigte Volk täglich in den einschlägigen Medien, seien es Tagesschau, heute-Journal, Die Welt, Bild-Zeitung, Der Spiegel usw. Dass die Nachrichten fast identisch lauten, kann schon stutzen lassen. Insbesondere vermisst man kritischen Journalismus, der eigene Recherchen anstellt und Ergebnisse liefert, die nicht von den großen Konzernen geliefert werden. Hierbei von bewusster Manipulation zu reden, ist weder übertrieben noch Spekulation. Nur ein Beispiel absichtlicher Irreführung war der Bildausschnitt des angeblich allein am Tisch sitzenden Putin, als der Kellner eine weitere dort sitzende Staatsfrau verdeckte. Überdies war es bezeichnend, als in der Sendung von Günther Jauch Frau Krone-Schmalz (jahrelange Russland-Korrespondentin) von Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, das Wort versagt wurde, als Versäumnisse und Verhandlungsabbrüche mit Russland seitens der EU beschrieben wurden.

Informationsquellen

Was sollen wir auch erwarten können? Medienkonzerne sind gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen, die in erster Linie darauf aus sind, Geschäfte zu machen, also den Mainstream bedienen. Das ist das eine. Schlimmer ist eigentlich, dass Chefredakteure mit sogenannten Thinktanks (was für ein schreckliches Wort!) und Rüstungskonzernen verwoben und deshalb Neutralität und Objektivität in der Berichterstattung mehr als zweifelhaft sind.

Wo sonst?

Es gibt Abhilfe bzw. alternative Berichterstattung, insbesondere im Internet – abseits der bekannten Informationsdienste. Ein Kanal ist z. B. KenFM oder sind die Nachdenkseiten, um nur zwei zu nennen. Und selbst Russia Today  bietet Staatsfernsehen mit umgekehrten Vorzeichen zu dem, was deutsche Medien liefern. Sehenswert und informativ sind auch die Sendungen „Die Anstalt“ (http://anstalt.zdf.de/).

Die giftige_kleine_kroete ist die_giftige_kleine_kroete, das muss reichen.

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