Fiktive Gewalt per Zwangsabgabe

Jeder Haushalt zahlt monatlich einen Beitrag zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender. Deren Sinn, Zweck und Bestandsgarantie ist im Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien  geregelt.

Die Rechtsgrundlagen

Was steht eigentlich in dem Vertrag? Hier ein paar Auszüge:

Präambel:
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und privater Rundfunk sind der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung sowie der Meinungsvielfalt verpflichtet.

§ 3 Allgemeine Grundsätze
Die in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), das Deutschlandradio und alle Veranstalter bundesweit verbreiteter Rundfunkprogramme haben in ihren Angeboten die Würde des Menschen zu achten und zu schützen; die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten. Die Angebote sollen dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinungen anderer zu stärken.

§ 11 des Vertrages:

Auftrag
(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben in ihren Angeboten einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sie sollen hierdurch die internationale Verständigung, die europäische Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bund und Ländern fördern. Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten. Auch Unterhaltung soll einem öffentlich-rechtlichen Angebotsprofil entsprechen.

§ 13 Finanzierung
(1) Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich durch Rundfunkgebühren, Einnahmen aus Rundfunkwerbung und sonstigen Einnahmen; vorrangige Finanzierungsquelle ist die Rundfunkgebühr.

Unterhaltung

Da stellt sich doch die Frage, was das ist?
die_giftige_kleine_kroete findet Gewalt wenig unterhaltsam, und steht damit sicherlich nicht allein. Und trotzdem wird z. B. jeden Sonntag zur sog. besten Fernsehzeit im „Tatort“ fiktive Gewalt gezeigt, nachdem zuvor in der Tagesschau darüber informiert wird (über die Qualität und Neutralität der Berichterstattung kann man streiten), wo überall auf der Welt reale Gewalt an Menschen geschieht. Die genannte Sendung ist nur ein Beispiel von vielen, in denen zum Teil widerliche und unnötige Brutalität gezeigt wird. die_giftige_kleine_kroete findet das nicht nur überflüssig, sondern unmoralisch. Und möchte nicht, dass ihre Beiträge dafür verwedet werden.

Doppelmoral

Zum einen werden Video- und PC-Spiele auf einen Index gesetzt, wenn darin gewaltverherrlichende Szenen zu sehen sind. Gleiches gilt für Filme, die eine als vertretbar anerkannte Gewaltdarstellung übertreten. Wo aber verlaufen denn diese Grenzen? Bei etlichen Sendungen der Reihe „Tatort“ fand die_giftige_kleine_kroete diese Grenze eindeutig überschritten. Reicht es nicht, was zutiefst Trauriges und Erschreckendes in der Welt geschieht? Ist es wirklich nötig, zusätzlich fiktive Gewalt zu produzieren und dem Volk zu zeigen?

Alternative?

die_giftige_kleine_kroete wünscht sich, dass der Informationsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender stärker in den Mittelpunkt gerückt wird und gut recherchierte Dokumentationen (die gibt es durchaus) nicht auf Spartensender bei ZDF Info usw. platziert bzw. zu Zeiten ausgestrahlt werden, die attraktiv sind, also vor 22:30 Uhr.

die_giftige_kleine_kroete kann nicht glauben, dass der Großteil der Menschen bereits so abgestumpft ist, dass die tragischen Nachrichten der Tagesschau nach der Wettervorhersage vergessen sind und man sich darauf freut, noch mehr Gewalt zu sehen.

Im Übrigen: Die Geister, die ich rief….

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