Gastbeitrag: Noch kein Grexit

Schäuble hat diese Runde gewonnen. Wohl nach dem Motto „Mit Linken verhandeln wir nicht“ hat er von Tsipras die bedingungslose Kapitulation verlangt. Tsipras hatte den Grexit nicht vorbereitet, das war sein Fehler. Nun hatte er keine Wahl als sich zu ergeben. Sein Land wird jetzt quasi fremd-regiert, Gesetze können nur noch mit Zustimmung der Gläubiger beschlossen werden. Der staatliche Besitz wird den Investoren zum Fraß vorgeworfen. Der Neoliberalismus hat sich durchgesetzt. Die griechische Bevölkerung ist nicht system-relevant und kann geopfert werden.

So unterwürfig die Bundesregierung gegenüber den USA auftritt, so herrisch behandelt sie Griechenland. Und die Deutschen scheinen das überwiegend zu unterstützen. Die Hetz-Kampagne der BILD-Zeitung und der Mainstream-Medien gegen „den faulen Griechen“ war erfolgreich. Aber vielleicht wird sich das noch rächen. Die Deutschen machen sich unbeliebt. Vielerorts ist die erste Assoziation mit Deutschland ohnehin Hitler.

Wie wird es weitergehen?

Es folgt ein Schuldenschnitt, als Belohnung für die Unterwerfung, jedoch so unzureichend, dass Griechenland weiterhin am Rande der Pleite entlangschrappt. Dadurch können die Investoren für die griechischen Anleihen weiterhin hohe Zinsen kassieren. Die Griechen bleiben arm, bis auf ein paar Reiche.

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