Datum & Uhrzeit
17.04.2026
15:00
Veranstaltungsort
Stadtbibliothek West
Gröpelinger Bibliotheksplatz
28237 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: ZIS
Barrierefrei: ja
Kosten: frei
Bitte Mitmischen! – Ausstellungseröffnung
Die interkulturellen Hobbymalerinnen „Die Mitmischerinnen“ laden herzlich ein zu ihrer
Ausstellungseröffnung
am 17.04.2026 um 15:00 Uhr in der Stadtteil-Bibliothek Gröpelingen.
Die Ausstellung kann bis zum 30.06.2026 während der Öffnungszeiten der Bibliothek – Mo, Di, Do, Fr von 11:00-18:00 Uhr und Sa von 10:00-13:00 Uhr besucht werden.
Seit 2018 leitet Frau Zeynep Sümer die Malgruppe für ältere zugewanderte Frauen. Seitdem haben sie mindestens acht Mal ausgestellt. Während der Corona Pandemie sogar online-Ausstellungen realisiert und für viele interessante Begegnungen gesorgt, obwohl der erste Schritt mit den eigenen Bildern in die Öffentlichkeit zu gehen nicht einfach war!
Inzwischen sind sie noch mutiger und immer kreativer geworden und leisten einen wertvollen Beitrag gegen Einsamkeit im Alter und beweisen, dass auch ältere Menschen immer etwas dazu lernen können : also bitte Mitmischen!
Die Ausstellung kann bis zum 30.06.2026 während der Öffnungszeiten der Bibliothek – Mo, Di, Do, Fr von 11:00-18:00 Uhr und Sa von 10:00-13:00 Uhr besucht werden.
Ein Projekt gegen Einsamkeit – und für Sichtbarkeit
Die Malgruppe „Mitmischerinnen“ ist weit mehr als ein kreatives Freizeitangebot. Sie erfüllt zwei zentrale gesellschaftliche Funktionen:
1. Zusammenkommen, Entspannen, „Therapie“
Die wöchentlichen Treffen im Gemeinschaftsraum des ZIS in der Gröpelinger Heerstraße 228 – sowie drei Jahre auch in Kattenturm und in Bremen-Osterholz– bieten den Teilnehmerinnen einen geschützten Raum, um zur Ruhe zu kommen, sich auszutauschen und kreativ tätig zu sein.
Gerade für ältere zugewanderte Frauen, die häufig von Einsamkeit betroffen sind, ist die Gruppe ein Ort der Begegnung und des Wohlbefindens. Während der Corona-Pandemie zeigte sich besonders deutlich, wie wichtig dieser Zusammenhalt ist: Die Frauen malten zuhause weiter, tauschten sich über WhatsApp aus und entwickelten sogar digitale Ausstellungsformate. Kreativität wurde zu einem verbindenden Element in einer Zeit sozialer Distanz.
2. Sichtbar werden – und gesellschaftliche Teilhabe stärken
Die Ausstellungen der „Mitmischerinnen“ machen die Frauen sichtbar – mit ihren Talenten, ihren Lebensgeschichten und ihren Perspektiven. Viele von ihnen haben jahrzehntelang gearbeitet, Familienarbeit geleistet und Migrationserfahrungen bewältigt. Dennoch werden ihre Leistungen in der Öffentlichkeit oft kaum wahrgenommen.
Durch ihre Kunst zeigen sie: Wir sind da. Wir gestalten mit. Wir gehören dazu.
Diese Sichtbarkeit stärkt das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen und verändert, wie sie innerhalb ihrer Familien und im Stadtteil wahrgenommen werden. Ein besonders berührendes Beispiel: Bei einer Ausstellung in der Stadtbibliothek Gröpelingen entdeckten Enkelkinder erstmals das künstlerische Talent ihrer Großmütter. Einige Frauen berichteten später, dass sie zum ersten Mal den Mut fanden, mit ihren Enkeln über ihre eigene Migrationsgeschichte zu sprechen. Solche Momente schaffen Verbindung zwischen den Generationen und fördern gegenseitiges Verständnis.
Die gesellschaftliche Bedeutung dieser Gruppe reicht weit über die Kunst hinaus. Denn ohne die Beiträge zugewanderter Menschen – ihre Arbeit, ihre Familienleistungen, ihre Beiträge zur Rentenversicherung – wäre die Alterspyramide in Deutschland deutlich unausgeglichener. Während der Anteil von Migrant:innen in Statistiken oft als Problem dargestellt wird, zeigt die Realität: Ohne sie wäre die Überalterung unserer Gesellschaft erheblich größer. Die „Mitmischerinnen“ machen sichtbar, wie wertvoll diese Generation für unser Land ist.
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