Datum & Uhrzeit
27.02.2026
19:00
Veranstaltungsort
Künstler*innenhaus am Deich
Am Deich 67
28199 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: Künstler:innenhaus Bremen e. V.
Barrierefrei: eingeschränkt
Kosten: frei
Buoyant Dribble von Anita Esfandiari: Eröffnung der Ausstellung
Vom Samstag, 28. Februar 2026 um 14:00 Uhr bis zum Sonntag, 10. Mai 2026 um 18:00 Uhr
Das Künstler:innenhaus Bremen präsentiert 2026 die erste institutionelle Einzelausstellung von Anita Esfandiari in Deutschland. Die malerische Praxis Esfandiaris konzentriert sich auf Figuren und Körper, die häufig in unkonventionellen Formen dargestellt und in Momenten von Bewegung oder Übergang festgehalten werden. Für das Projekt Buoyant Dribble begann Esfandiari mit einer gefundenen Fotografie, die junge Menschen beim Basketballspielen zeigt, und übersetzte diese in großformatige, skulpturale Gemälde. Jedes Bild fungiert als Aufzeichnung eines flüchtigen Moments, der durch kontinuierliche Verschiebungen von Bild, Landschaft und Bewegung weitergetragen wird. Durch die Fragmentierung eines bestehenden Bildes und dessen Erweiterung zu einer Sequenz innerhalb einer skulpturalen Malpraxis untersucht Esfandiari, wie gebrochene Gesten und verstreute Narrative alternative Zugänge zu Transformation eröffnen. Zeit, Geschichte und Handlungsmacht entfalten sich dabei nicht linear, sondern durch Schichtungen, Brüche und Wiederholungen.
Im Zentrum von Esfandiaris Gemälden stehen marginalisierte Körper sowie ephemere Momente alltäglicher Präsenz und Nähe. Die Arbeiten zeigen, wie Imagination, Sichtbarkeit und kleine transgressive Akte des Schaffens Gegennarrative hervorbringen können. Diese Formen des Widerstands sind nicht immer unmittelbar sichtbar, bleiben jedoch dauerhaft und wirksam: selbstbewusst und verletzlich zugleich, getragen durch Verbundenheit mit anderen. Solche verkörperten Beziehungen alltäglicher Präsenz fungieren sowohl als Motive als auch als konzeptuelle Grundlage von Esfandiaris Praxis und wirken als eigenständige, kraftvolle Ausdrucksformen. Die Darstellung von Körpern in Bewegung und ihrer sequenziellen Interaktion verweist somit nicht nur auf Freizeit oder Spiel, sondern auch auf eine Aneignung von Raum, eine Infragestellung normativer Strukturen und ein Plädoyer für geteilte Präsenz.
Kuratorin: Marie Oucherif

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