Datum & Uhrzeit
09.08.2026
15:00
Veranstaltungsort
Kwanzaa Book & Coffee shop
Am Dobben 65
28203 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: Kwanzaa Bookshop
Barrierefrei: ja
Kosten: frei
Erinnern an MAY AYIM – Gespräche & Gedichte
Vor 30 Jahren entschloss May Ayim sich zu den Vorfahren überzugehen. Ihr Leben war geprägt von Kämpfen über ihre Identität und Platz in dieser rassistischen Gesellschaft. Wir wollen uns zusammen an May Ayim erinnern, indem wir ihre Gedichte zusammen lesen und uns mit dem Text „Farbe bekennen“ über ihren fortwirkenden Aktivismus austauschen.
Wer war May Ayim?
(Auszüge aus dem Frauenarchiv)
May Ayim wurde 1960 als Tochter einer weißen deutschen Mutter und eines ghanaischen Austauschstudenten in Hamburg geboren. Sie wuchs nicht bei ihren leiblichen Eltern auf, sondern wurde kurz nach ihrer Geburt in ein Heim gegeben; die Gründe hierfür sind unklar. Im Alter von 18 Monaten wurde sie schließlich von der weißen deutschen Familie Opitz adoptiert, sodass sie als einziges Schwarzes Kind in einer weißen Familie mit vier weiteren weißen Geschwistern in Münster aufwuchs.
„Jahrelang lebte ich mit dem Empfinden, in der deutschen Gesellschaft weder eine Geschichte noch eine Zukunft zu haben, sondern eines Tages auswandern zu müssen. Dass das sehr belastend ist, steht außer Frage. Inzwischen ist mir klar, dass dies keine Einzelerfahrung ist und mein Erleben exemplarisch den Umgang mit einer Bevölkerungsgruppe widerspiegelt, die im Bewusstsein weiter Teile der deutschen Gesellschaft einfach nicht existent ist.“
Ihre ‚Doppelidentität’ kommunizierte May später in ihren Gedichten afro-deutsch I und afro-deutsch II, die 1995 in ihrem ersten Gedichtband blues in schwarz weiss erschienen. Gleichzeitig forderte sie die weiße deutsche Mehrheitsgesellschaft heraus, sich mit der Geschichte des Kolonialismus auseinanderzusetzen, und verhandelte das Selbstverständnis dessen, was als Deutsch angenommen oder abgelehnt wurde, neu.
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