Datum & Uhrzeit
07.11.2025
20:00 - 21:30
Veranstaltungsort
Haus der Wissenschaft
Sandstr. 4/5
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: Bremer Arbeitsgruppe für Psychoanalyse und Psychotherapie
Barrierefrei: ja
Kosten: Mitglieder der Bremer Arbeitsgruppe 8,- €; Nichtmitglieder 12,- € / 8,- €
Extremismus als Schutz vor Zusammenbruch? – Psychoanalytische Überlegungen zu extremistischen Strebungen bei jungen Männern
Mit Dr. phil. Christoph Bialluch
In „Die Angst vor dem Zusammenbruch“ beschreibt Winnicott das Versagen einer psychischen Abwehr, die das Subjekt vor der Erinnerung an ein Trauma schützen soll, welches aus der Zeit vor der Entstehung des Ichs stammt; ein Trauma, welchem das Versagen einer schützenden Umwelt vorausgeht.
Darin klingt die Kluft zwischen gesellschaftlicher Dynamik und dem daraus hervorgehenden subjektiven Leid bereits an. Globaler Kapitalismus, Zerfall des Sozialen und Ende der natürlichen Ressourcen bezeichnen heute eine „Umwelt“, die selbst zur traumatisch drohenden Realität geworden ist und gegen die sich das fragile Ich der Vereinzelten mittels verschiedener Abwehrmodi zu schützen versucht, um sich nicht in der Angst vor der Katastrophe zu verlieren.
Zum Beispiel geschieht dies über mediale Räume, in der die eigene Ohnmacht durch Selbstdarstellung und Shitstorm gebannt werden soll, durch politische und/oder religiöse Radikalisierung, durch Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Frauenhass oder unterschiedlichsten übermäßigen Konsum. Diesen Abwehrstrategien ist gemein, dass die Kränkungen und Ängste des Einzelnen narkotisiert werden sollen.
Mitglieder der Bremer Arbeitsgruppe 8,- €; Nichtmitglieder 12,- €; ermäßigt 8,- €
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