Datum & Uhrzeit
23.04.2026
20:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46 & jip-film
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Filmpremiere: Cotton Queen
Termine:
Do. 23.4., Sa. 25.4., Mo. 27.4. + Mi. 29.4. / 20:00
Fr. 24.4., So. 26.4. + Di. 28.4. / 17:30
Do. 30.4., Sa. 2.5. + Mo. 4.5. / 18:00
Fr. 1.5., So. 3.5. + Di. 5.5. / 20:30
Cotton Queen | offizieller deutscher Trailer (OmU) – YouTube
„Es scheint unvorstellbar, dass es ein Land gibt, in dem erst 2025 die erste Frau als Regisseurin tätig ist. Genau das ist jedoch im Sudan der Fall, wo die sudanesisch-russische Autorin und Regisseurin Suzannah Mirghani dieses Jahr mit ihrem zurückhaltenden, aber bewegenden Debütfilm Cotton Queen (2025) als erste sudanesische Regisseurin Geschichte geschrieben hat. Das allein ist schon ein Gewinn für das Kino, insbesondere in einem Land, in dem das Kino historisch gesehen sowohl als Teil der politischen Kontrolle als auch als Nebenprodukt politischer Instabilität unterdrückt wurde – Cotton Queen wurde aufgrund des 2023 ausgebrochenen sudanesischen Bürgerkriegs in Ägypten gedreht – und Frauen stark unterrepräsentiert und systematisch ausgeschlossen wurden. Vor diesem Hintergrund ist die weibliche Perspektive, die Mirghani einbringt, sehr willkommen. Cotton Queen ist ein Film über Frauen, ihre Träume und ihre Entscheidungen. Noch erfrischender ist jedoch Mirghanis Weigerung, die Frauen – und die Männer – in den Kontext des Konflikts zu stellen oder sie ausschließlich als Opfer und Leidtragende darzustellen, wie es die Medien typischerweise tun. Stattdessen betont Cotton Queen die Freude der Frauen, stellt die Komplexität der Beziehungen zwischen Frauen verschiedener Generationen in den Mittelpunkt, feiert die romantische Seite jungen Frauseins und fordert Empathie statt Mitleid“. (Vivian Nneka Nwajiaku, www.afrocritik.dom)
Regisseurin Suzannah Mirghani: „Cotton Queen“ war der Titel einer Misswahl, der einem jungen Mädchen verliehen wurde, das während der britischen Kolonialzeit im Sudan in der Baumwollindustrie arbeitete. Im Film greife ich diesen Titel auf, um zu zeigen, dass sudanesische Mädchen sich ihrer eigenen Macht bewusst werden, die über Schönheit und Heirat hinausgeht. Aus der von kolonialen Besatzern gekürten Baumwollkönigin wird so die KÖNIGIN DER BAUMWOLLE.
Als Kind im Sudan waren die Baumwollfelder für mich ein Ort der Magie: Baumwolle fiel im Wind wie Schnee, weiße Knospen schienen im Licht der untergehenden Sonne zu brennen. Erst später erkannte ich die Geschichte von Leid und Ausbeutung, die die britische Kolonialherrschaft in diese Landschaft eingeschrieben hat. „Cotton Queen“ verbindet diese Gegensätze – die Schönheit der Baumwolle und den Widerstand gegen die Gewalt der Industrie. Da im Sudan vor allem Frauen und Mädchen Baumwolle pflückten, nutze ich dieses Umfeld, um ihre sich wandelnde Rolle zu untersuchen. Der Film folgt den Kämpfen der 15-jährigen Nafisa und ihrer Großmutter Al-Sit: Al-Sit überlebte die Erniedrigung des Kolonialismus, Nafisa steht heute neoliberalen Kräften gegenüber, die in das Dorf eindringen. Ihre Beziehung macht sichtbar, was sie verbindet und was sie trennt. (Presseheft Verleih)
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