Datum & Uhrzeit
25.06.2026
19:00
Veranstaltungsort
Villa Ichon
Goetheplatz 4
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: cornerstone domino e.V. in Koop. mit Amnesty International, bremen.global, dem Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz) und dem Africa Netzwerk Bremen e.V.
Barrierefrei: eingeschränkt
Kosten: frei
Frieden, wo Gewalt den Ton angibt – Bremen im Gespräch mit dem Ostkongo
Mit Prof. Dr. Lazare Rukundwa | Sprache: Englisch, teilweise mit Übersetzung
Wie können Menschen Hoffnung, Zukunft und Frieden gestalten, wenn ihr Alltag von Gewalt, Ohnmacht und sogar Gefängnis geprägt ist? Dieser Frage widmet sich ein besonderer Abend mit Prof. Dr. Lazare Rukundwa aus dem Ostkongo am 25. Juni 2026 in der Villa Ichon in Bremen.
Der aus dem Ostkongo stammende Wissenschaftler und Praktiker bringt Erfahrungen aus einer Region mit, in der bewaffnete Konflikte, Vertreibung und massive Menschenrechtsverletzungen seit Jahrzehnten zum Alltag gehören. Gleichzeitig arbeitet er daran, wie Menschen die Kunst des Friedens einüben können – im Alltag, in Beziehungen und mitten im Konflikt.
Unter dem Titel „Frieden, wo Gewalt den Ton angibt“ nimmt Prof. Dr. Rukundwa die Gäste mit hinein in die Kunst, Frieden zu leben und gemeinsam Hoffnung und Zukunft zu gestalten– mitten in Krisen, Ohnmacht und Haft.
Bremen im Gespräch mit dem Ostkongo
Mit dem Abend schlägt Bremen eine Brücke in eine der am stärksten von Gewalt geprägten Regionen der Welt. Anstatt über den Ostkongo nur als Krisenregion zu sprechen, rückt der Abend Menschen in den Mittelpunkt, die trotz widrigster Umstände an friedlichem Zusammenleben arbeiten. „Das Besondere an Prof. Rukundwa ist, dass er Frieden nicht aus der Distanz einer sicheren Zone heraus beschreibt, sondern aus dem Inneren der Krise“, sagt Birgit Bergmann vom Vorstand von cornerstone domino e.V. „Er wartet nicht auf bessere Zeiten, sondern handelt dort, wo Gewalt und Ohnmacht zum Alltag gehören. Frieden ist kein Zustand, der einfach vom Himmel fällt. Er entsteht dort, wo Menschen sich weigern, Gewalt das letzte Wort zu lassen.“
Gefängnisarbeit und Gemeinschaft werden Keimzellen von Frieden.
Wenn wir in Bremen ihm zuhören, holen wir diese Perspektive in unsere eigene Stadt: Vielleicht kann Bremen gerade so zur Brücke werden – nicht mit Rezepten für Konfliktherde, die wir kaum beeinflussen können, sondern indem wir vertrauenswürdige Akteure des Alltags unterstützen, die mit Herz und Verstand, Akzeptanz und Erfahrung selbst im Feld stehen und Keimzellen von Frieden auf den Weg bringen und indem wir von ihnen lernen.“
Resilienz, Gefängnisarbeit und Gemeinschaft als Kräfte gegen die Gewalt Prof. Dr. Rukundwa erzählt anhand konkreter Beispiele, wie Menschen im Ostkongo mitten in Gewalt und Ohnmacht Handlungsspielräume entdecken:
• Wie in Haftanstalten kleine Räume der Würde, der Verantwortung und des gegenseitigen Respekts aufgebaut werden.
• Wie Menschen lernen, mit erlebter Gewalt umzugehen und Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.
• Wie Nachbarschaften beginnen, Verantwortung füreinander zu übernehmen – über ethnische und religiöse Grenzen hinweg.
Der Abend lädt dazu ein, über klassische Hilfslogiken hinauszudenken: weg vom Muster „hier die Gebenden, dort die Nehmenden“ – hin zu Partnerschaft auf Augenhöhe, gegenseitigem Lernen und gemeinsamer Verantwortung.
cornerstone domino e.V. und die Idee der domino dynamics
Der Bremer Verein cornerstone domino e.V. arbeitet mit Partnerinnen und Partnern weltweit zusammen, die Menschen dabei unterstützen, sich selbst aus Armut, Not und Gewaltstrukturen herauszuarbeiten. Im Zentrum stehen zinsfreie Anschubfinanzierungen, langfristige Beziehungen und das Prinzip der domino dynamics: Ein gezielter Anschub löst eine Kettenreaktion aus, in der Menschen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Ressourcen weitergeben. „Was uns mit Prof. Rukundwa verbindet, ist der Glaube daran, dass selbst in den dunkelsten Kontexten kleine, mutige Schritte eine ganze Dynamik der Hoffnung auslösen können“, so Bergmann. „Dieser Abend ist deshalb nicht nur ein Vortrag, sondern eine Einladung, unsere eigene Rolle in diesen Dynamiken neu zu sehen – in Bremen und darüber hinaus.“
Zielgruppe
Eingeladen sind alle, die sich für Menschenrechte, Friedensarbeit, globale Gerechtigkeit und neue Formen des Zusammenlebens interessieren – unabhängig von fachlichem Hintergrund oder Vorwissen.
Kontakt für Rückfragen
cornerstone domino e.V. – Riensbergerstraße 68a – 28359 Bremen
E-Mail: info@cornerstonedomino.org
Web: www.cornerstonedomino.org
fon (Birgit Bergmann): +49 151 4614 7589
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