Datum & Uhrzeit
06.10.2025
19:00
Veranstaltungsort
Überseemuseum
Bahnhofsplatz 13
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: attac.de
Barrierefrei: ja
Kosten: keine Angabe
Grüner Wasserstoff aus Namibia – ein neues Kapitel deutscher Kolonialgeschichte?
Speakers Tour mit Aktiven aus Namibia
Am 6. Oktober findet in Bremen die Veranstaltung „Grüner Wasserstoff aus Namibia – ein neues Kapitel deutscher Kolonialgeschichte?“ statt. Veranstalter sind Attac Bremen und das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz).
Die Veranstaltung ist Teil einer bundesweiten Speakers Tour, die das geplante Wasserstoffprojekt „Hyphen“ in Süd-Namibia und die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung kritisch beleuchtet. Im Fokus stehen außerdem die Perspektiven der betroffenen namibischen Bevölkerung. Diese werden durch Paul Thomas (Mitglied der Nama Traditional Leaders Association) und Tjipura Unaune Tjipura von der Organisation (Social Economic Justice Trust) vertreten.
Das Großprojekt „Hyphen“ im Süden Namibias soll grünen Wasserstoff für die Energiewende in die reichen Länder des Nordens liefern. So plant beispielsweise der deutsche Energiekonzern RWE jährlich 300.000 Tonnen Ammoniak, welches über eine chemische Reaktion aus Wasserstoff gewonnen wird, aus der „Hyphen“-Anlage zu beziehen.
Für Attac trägt das „Hyphen“-Projekt zweifellos kolonialistische Züge. Die Pläne bereiten der namibischen Bevölkerung sowie lokalen zivilgesellschaftlichen Kräften große Sorgen: Unter anderem soll der Hafen von Lüderitz vor der Haifischinsel („Shark Island“) massiv ausgebaut werden. An dieser Stelle errichteten Truppen während der deutschen Kolonialherrschaft das erste Konzentrationslager, in dem sie Schätzungen zufolge bis zu 4.000 Menschen der Volksgruppen Nama und Ovaherero auf brutale Weise ermordeten. Das Gedenken an die Opfer ist durch die Ausbaupläne direkt bedroht. Auch bei der Entscheidung für das Projekt und dessen Umsetzung wird die lokale Bevölkerung nicht beteiligt. Alles geschieht unter größter Geheimhaltung und ohne eine Risikoanalyse. Bedenken hinsichtlich weitreichender Umweltauswirkungen werden ignoriert.
Die Veranstaltung soll das Bewusstsein für die Kolonialgeschichte Namibias schärfen und zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den dort begangenen Verbrechen anregen. Angesichts der deutschen Kolonialherrschaft tragen insbesondere deutsche Projekte wie „Hyphen“ die Verantwortung dafür, die Reproduktion kolonialer Konzepte in Namibia zu vermeiden.
Weitere Informationen zur gesamten Speakers Tour: https://www.attac.de/kampagnen/rohstoffenergiehunger-stoppen/namibia
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