Datum & Uhrzeit
11.02.2026
20:30
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: Fortis Fem Film + City 46
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Invisible People: Film von Alisa Berger
Mi. 11.2. / 20:30 mit Regisseurin Alisa Berger
Trailer
Weiß geschminkte Gesichter, zuckende, sich wie in Trance bewegende Körper, getrieben von einer rätselhaften Kraft: Tänzer*innen performen Butoh, den japanischen „Tanz der Finsternis“. Einzeln für sich, ohne Regeln, aber auch ohne Improvisation – eine vertrackte Aufgabe. Nicht die Persönlichkeit der Tanzenden soll zum Ausdruck kommen, sondern das Verborgene, zwischen den Dingen Existierende.
In dem kleinen Studio in Yokohama, das einer der Begründer Kazuo Ono an seinen Sohn Yoshito weitergegeben hat, werden Schüler*innen gefilmt. Sie sind dabei, diese geheime Sprache des Körpers in sich zu entdecken. Andere vollführen einen Tanz in der Natur oder in der Öffentlichkeit, auf Kinderspielplätzen und in Clubs. Als Voiceover kommen einige der Protagonist*innen dieser Bewegung zu Wort, erzählen von ihrer Geschichte und der Ungreifbarkeit des Butoh. Was ist mit dem Unsichtbaren gemeint: Menschen, sprachlose Gefühle oder auch Geister? «‹Invisible People› gibt sich als Porträt des Butoh aus, richtet den Blick jedoch auf das Verborgene: unsichtbare Körper, Menschen und Gesten», so Alisa Berger. Berger wählt für ihre Beschäftigung mit dem Thema eine essayistische Herangehensweise, die auch sehr persönlich ist. Sie wurde 1987 in der russischen Stadt Machatschkala geboren und wuchs im ukrainischen Lwiw sowie später in Essen auf; sie hat Film und Bildende Kunst in Köln studiert. Ihr Weg nach Japan ist Teil der Erzählung, ebenso die Krebserkrankung und der Tod ihres Vaters, der in der Konzeption des Films mit hineinspielt.
Homepage der Filmemacherin Alisa Berger
FBW-Prädikat: besonders wertvoll:
Der japanische Butoh-Tanz ist ein Faszinosum und Mysterium zugleich. Alisa Berger, die sich selbst im Butoh ausbilden lässt, drehte mit INVISIBLE PEOPLE einen experimentellen Dokumentarfilm über die japanische Tradition der modernen Tanzkunst… Alisa Berger ist bildende Künstlerin und Filmemacherin, was man dem Film deutlich anmerkt. Ihr Interesse an Butoh ist sehr persönlich motiviert, und mit diesem vertrauten Blick schafft sie einen konsequenten Essayfilm, der immer wieder dem künstlerischen Ausdruck huldigt – mit den Stroboskopmontagen des Vorspanns bis zur düster-experimentellen Klangkunst.
Die Jury war berührt und beeindruckt von den gelungenen Arrangements vor pittoresken Hintergründen. (www.fbw-filmbewertung.com)
Sowohl Form als auch Inhalt fordern das Publikum in hohem Maße. Ein gewisses Vorwissen über modernen Tanz – oder Butoh im Besonderen – ist hilfreich, um den vielschichtigen Bildern und Gedanken folgen zu können. Für Zuschauerinnen und Zuschauer ohne Bezug zu dieser Kunstform bleibt der Film vermutlich hermetisch: Die Informationen über Butoh bleiben fragmentarisch, Zusammenhänge müssen selbst erschlossen werden.
(Markus Solty, www.film-rezensionen.de).
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