Datum & Uhrzeit
09.02.2026
18:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Mit Einführung von Dr. Tobias Dietrich; Zu Gast: Luan Engelns & Jennifer Jäckel (Psychiatrische Willenserklärung – PsyWill, Bochum)
In einer Klinik für Forensische Psychiatrie befinden sich oft Menschen, die meist unter dem Einfluss einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben. Wie lange sie hierbleiben, hängt davon ab, ab wann sie nicht mehr als gefährlich gelten. Der Dokumentarfilm widmet sich speziell einer Frauenstation der Klinik und erkundet das Verhältnis zwischen Personal und Patientinnen hinsichtlich der komplexen Machtverhältnisse, denen sich auch Kamerateam und Publikum nicht entziehen können.
Im Zuge multipler Krisen durch die neoliberale Privatisierungspolitik in Deutschland und Europa und Terrorismus nach der Jahrtausendwende, spätestens aber seit 2008, verschärfen sich soziale Ungerechtigkeiten und gesellschaftliche Entfremdungstendenzen. Da ergibt sich die Frage, wie sich Maßnahmen unter dem Vorwand der öffentlichen Sicherheit auf Menschen auswirken, die gesellschaftlich marginalisiert werden. War die Psychiatriereform der 1970er Jahre erfolgreich oder hat sie wichtige Stellen übersehen? Die Autorin und Regisseurin Christa Pfafferott hat sich umfänglich mit den Machtverhältnissen in der forensischen Psychiatrie befasst. Die Filmidee entstand aus einer Fotoreportage für das Süddeutsche Zeitung-Magazin 2012.
Content Note: Zwangsmaßnahmen, Gewalt.
Sensibel und offen gegenüber beiden Seiten, voller Achtung und Respekt […] wagt sich die Regisseurin nahe an die Frauen auf beiden Seiten heran, ohne deren Integrität zu verletzen. […] Mit langem Atem reihen sich die Einstellungen aneinander wie hyperrealistische Stillleben. Man bleibt noch lange stumm. (Statement der Jury des Journalistinnenbundes, Marlies-Hesse-Preis 2014)
Am stärksten ist der Film dann, wenn er zeigt, wie eng die Zeitspannen sind, in denen die Patientinnen denken. Die eine hofft auf eine Verbesserung ihrer Situation „in zwei oder vier Jahren“, die andere ist schon seit über zehn Jahren eingesperrt. (Wilfried Hippen, 2014, www.taz.de)
Es ist wichtig, dass Medien in bestimmte Bereiche der Gesellschaft gehen. Die Arbeit an Andere Welt hat mir einerseits gezeigt, wie gut und wichtig unser Justizsystem ist. Andererseits aber auch, welche Realitäten es für die Betroffenen schafft und welche Spannungsfelder dadurch entstehen. (Christa Pfafferott, 2014, www.stern.de)
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