Datum & Uhrzeit
20.01.2026
18:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46, Landeszentrale für Politische Bildung (LzPB) + Schwankhalle Bremen.
Barrierefrei: ja
Kosten: € 9,- / 5,50 / 4,-
Kino-Doppelabend: Spuren – Die Opfer des NSU + Der zweite Anschlag
Spuren – Die Opfer des NSU
Fr. 20.2. / 18:00 mit Einführung und anschließendem Gespräch; Gäste: Karin Hylla, Schwankhalle, und Ceren Türkmen, Soziologin
Zwischen September 2000 und April 2007 wurden acht Männer mit türkischen Wurzeln, ein griechisch stämmiger Mann sowie eine deutsche Polizistin ermordet. Die Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von vorurteilsvoller Stigmatisierung. Nach einem gescheiterten Bankraub führte die Spur schließlich zu der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Nach dem Suizid der beiden Haupttäter begann 2013 der Prozess gegen die einzige Überlebende des NSU-Trios, Beate Zschäpe, sowie vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer und endete 2018. Die zu milden Strafen für die Mitangeklagten und die zahlreichen ungeklärten Fragen ließen die Angehörigen der Opfer enttäuscht und desillusioniert zurück. Ihr Glaube an den Rechtsstaat ist grundlegend erschüttert.
Der zweite Anschlag
Fr. 20.2. / 20:30 mit Einführung
„Fragen wir uns selbst einmal, wie viele hier in diesem Raum denn die Betroffenen des NSU kennen.“ fragt Ibrahim Arslan, Opfer eines Brandanschlages. Nach rassistischen Gewalttaten in Deutschland stehen meistens die Täter*innen und nicht die Betroffenen im Interesse der Öffentlichkeit. Im Film wird versucht diesen Missstand aufzuheben und die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt gestellt.
Osman Taşköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman durch den NSU 2001. Ibrahim Arslan und Mai Phương Kollath berichten als Betroffene von den rassistischen Brandanschlägen in Mölln und Rostock-Lichtenhagen 1992. Gemeinsam mit vielen weiteren von rassistischer Gewalt Betroffenen bilden sie ein Netzwerk und kämpfen für eine lückenlose Aufklärung.
Mala Reinhardt fragt in ihrem Film, warum viele Opfer rechtsradikaler Gewalt bis heute die gleichen Erfahrungen machen müssen, angefeindet und kriminalisiert werden. Mit beeindruckender Klarheit analysieren die Betroffenen, die sich inzwischen untereinander vernetzt haben, welche Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Rassismus hierzulande noch immer gesellschaftsfähig ist. Nun gilt es, zuzuhören. (Luc-Carolin Ziemann, DOK Leipzig)
Interview mit Mala Reinhardt (Regie) und Patrick Lohse (Kamera) von DER ZWEITE ANSCHLAG geführt von Luc-Carolin Ziemann (DOK Bildung) am 14.09.2018
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