Datum & Uhrzeit
05.12.2025
20:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46 & Galerie Mitte im KUBO
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Kino: Her – Zur Ausstellung KI-LOVE
Fr. 5.12. / 20:00 mit Einführung von Susanne Regener, Kulturwissenschaftlerin, Berlin
Die USA in naher Zukunft: Der schüchterne und introvertierte Theodore verdient sein Geld damit, Briefe für Menschen zu verfassen, die ihre Gefühle nicht gut in Worten ausdrücken können. Während sein Einfühlungsvermögen für sie eine große Hilfe ist, liegt Theodores eigene Gefühlswelt in Scherben. Die Scheidung von seiner Jugendliebe Catherine steht bevor und es scheint ihm undenkbar, sich je wieder neu zu verlieben. Um auf andere Gedanken zu kommen, installiert Theodore ein neues KI-Programm. Bald kommuniziert er unablässig über Headset und Videokamera mit Samantha, wie sich die weiblich generierte Stimme des Systems nennt. Schnell entsteht zwischen der Künstlichen Intelligenz und Theodore ein intensiver Austausch. Mit ihrer humorvollen und einfühlsamen Art scheint Samantha die perfekte Gesprächspartnerin zu sein. Theodore vertraut ihr das Innerste seiner Gefühle an. Er fühlt sich weniger einsam und depressiv und vergisst immer mehr, dass seine Gefühle keinem Menschen gelten.
Diese scheinbar absurde Konstruktion entwickelt sich im Film einerseits zu einem, auch mit Humor geprägten, Vergnügen beim Zuschauen und Zuhören und andererseits zu einer fast beklemmenden Akzeptanz einer fast therapeutisch und psychoanalytisch funktionierenden Beziehung zwischen Mensch und Maschine … Es ist erstaunlich, wie eine gut inszenierte Sprachgestaltung nach und nach einen Charakter mit menschlichen Empfindungen beim Zuhören formt. … Spike Jonze widmet sich der Liebe in all ihren Facetten. Ob sie vergangen ist, freundschaftlich, romantisch oder vergebens. All dies macht HER zu einem so wahrhaftigen, ehrlichen und tief berührenden Film über das Wesen der Liebe. In welcher Form auch immer. (FBW-Prädikat: besonders wertvoll, www.fbw-filmbewertung.de)
Pointierte und sensible Drehbuch-Arbeit (wofür es den Oscar gab!) trifft auf eine traumhafte Bildgestaltung … Selten wurde auf so berührende Weise von der Suche nach der Überwindung der Einsamkeit erzählt, welche uns im Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit vielleicht deshalb mehr zu quälen scheint als früher, weil ja nun dem zwischenmenschlichen Austausch keine äußeren Hindernisse mehr im Weg stehen. […] Jonze gelingt die bemerkenswerte Gratwanderung von der Erleuchtung durch Liebe zu erzählen, ohne dabei je in Kitsch oder Pathos abzudriften. (Silvia Bahl, www.programmkino.de)
Spike Jonzes hypnotischer, schwindelerregender Film, eine leise-ironische Studie in Sachen Sehnsucht, lässt den Zuschauer, einen weiteren Teilnehmer dieses Glücks, verstört und verzaubert zurück. (Hans Schifferle, www.epd-film.de)
10 Jahre „Her“: Warum die Zukunftsprognose des Kultfilms noch immer relevant ist:
… aktueller ist „Her“ mit seiner Warnung vor den Folgen des emotionalen Kapitalismus. Die Soziologin Eva Illouz beschrieb ihn ungefähr so: Während das Kapital Geld mit Emotionen und Gefühlen generiere, würden Menschen auf persönlicher Ebene zu neoliberalen, eigensinnigen Selbstoptimierern. … Die Menschen in „Her“, sie starren unentwegt auf ihr Smartphone. Wie heute, denn die Tik-Tok und Instagram-Algorithmen spielen uns genau die Inhalte aus, die zur aktuellen Gefühlslage passen. „Her“ ist eine Warnung vor so einer Gesellschaft, die Gemeinschaft nicht kennt und Individualismus zelebriert. (Ferdinand Meyen, www.br.de)
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