Datum & Uhrzeit
04.06.2026
17:30
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Kino: Ich verstehe Ihren Unmut
D 2026, Regie: Kilian Armando Friedrich, mit Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, 93 Min.
- Do. 4.6., Sa. 6.6. + Mi. 10.6. / 17:30
- Fr. 5.6., So. 7.6. + Di. 9.6. / 20:00
- Do. 11.6., Sa. 13.6., Mo. 15.6. + Mi. 17.6. / 20:30
- Fr. 12.6., So. 14.6. + Di. 16.6. / 18:00
- Mi. 17.6. / 15:30
TRAILER
Heike kommt als Objektleiterin einer Gebäudereinigungsfirma nie zur Ruhe. Selbst zum Rauchen bleibt keine Zeit. Ständig eilt die 59-jährige von einem Einsatzort zum anderen und ermahnt ihre Mitarbeitenden, zügiger und gründlicher zu arbeiten. In ihrer Position bekommt sie Druck von allen Seiten. Ihr Chef überlässt ihr die schwierigen Gespräche mit der Kundschaft, verlangt größtmögliche Effizienz und ist trotzdem ständig am Schimpfen. Da es zu wenig gutes Reinigungspersonal gibt, muss Heike auch Subunternehmer Vadym bei Laune halten. Hinter ihrer Schroffheit verbirgt sie ihr Mitgefühl für die Beschäftigten, die in wenig Zeit und für noch weniger Geld immer gute Arbeit leisten sollen. Hier und dort springt Heike selber ein, was sie an ihre Grenzen bringt. Die einander sich ausschließenden Ansprüche an sie lassen ihre professionellen Prinzipien allmählich bröckeln. Als sie gezwungen ist, einen ihrer langjährigen Mitarbeiter zu entlassen, fällt sie eine Entscheidung, die ihre Moral wie auch ihre Zukunft in Frage stellt. Weltpremiere in der Sektion Panorama der Berlinale 2026.
Regisseur Kilian Armando Friedrich: »Ich wollte die Struktur und die Regeln eines Jobs verstehen, der Interessen erfüllen muss, die sich systematisch widersprechen: niedrige Preise, maximale Effizienz und zugleich humane Arbeitsbedingungen. Meine Absicht war nicht, das Milieu selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Emotionen und Konflikte hervorzuheben, die in extremen Situationen von stark kostengetriebenen Märkten wie der Reinigungsbranche entstehen… Menschen wie Heike gehören zu denen, die das öffentliche Leben am Laufen halten. Sie sorgen dafür, dass die Reproduktion von Arbeitskraft und sozialen Strukturen funktioniert.« (Quelle: Presseheft, Real Fiction)
Für sein Spielfilmdebüt hat sich der Regisseur Kilian Armando Friedrich das Thema Arbeitswelt ausgesucht, um welches das deutsche Kino für gewöhnlich einen großen Bogen macht. Eine Geschichte aus dem Alltag im Niedriglohnsektor, in dem Menschen ohne soziale Anerkennung harte Arbeit leisten, verspricht nicht gerade erbauliche Unterhaltung. Sozialdramen aus der Berufswelt, welche die kapitalistischen Zwänge kritisch beleuchten, gelten auch in künstlerischer Hinsicht als sperrig. Denn dafür müssen sich die Filmschaffenden in der komplizierten Realität umschauen und Missstände auf den Punkt bringen können. (Bianka Piringer, www.filmrezensionen.de)
In sozialdramatischer Manier von „Sorry, We missed you“ von Ken Loach und „Heldin“ von Petra Volpe schafft auch Kilian Armando Friedrich in „Ich verstehe Ihren Unmut“, uns sprachlos zu machen über die Ausweglosigkeit, in die Heike und ihre Kolleg*innen durch das nicht funktionierende Wirtschafts- und Sozialsystem gebracht werden.
Gespielt wird Heike von Sabine Thalau, einer Reinigungskraft, die Kilian Armando Friedrich im Rahmen seiner Recherche kennenlernte und überredete, am Casting des Films teilzunehmen. Sie schafft es, der Figur Sabine eine Seele zu geben und Anteilnahme mit Menschen im Niedriglohnsektor zu entwickeln, die in der Realität häufig in fehlender Sichtbarkeit untergehen.
(Lea Lünenborg, www.filmloewin.de)
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