Datum & Uhrzeit
03.07.2025 - 16.07.2025
0:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: City 46
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
Kino: Niki de Saint Phalle
Termine:
Do. 3.7., Sa. 5.7., Mo. 7.7. + Mi. 9.7. / 20:00
Fr. 4.7., So. 6.7. + Di. 8.7. / 17:30
Do. 10.7., Sa. 12.7., Mo. 14.7. + Mi. 16.7. / 18:00
Fr. 11.7., So. 13.7. + Di. 15.7. / 20:30
Mi. 16.7. / 15:00
Als „Terroristin der Kunst“ schrieb Niki de Saint Phalle Kunstgeschichte, unter anderem wegen ihrer berühmten Nana-Skulpturen. Céline Sallettes Spielfilmdebüt konzentriert sich auf die Jahre 1952 bis 1961 und die Zeit vor den Nanas. Um 1950 zieht die junge Niki mit ihrem Mann und ihrer Tochter aus den USA nach Paris. Als Modell und Schauspielerin sorgt sie für das Einkommen der Familie und träumt von einem mondänen Leben. Doch Niki trägt die Dämonen ihrer Kindheit mit sich, hortet Messer unter ihrer Matratze und bricht irgendwann zusammen. Nikis Ehemann lässt sie mit ihrer Zustimmung in die geschlossene Psychiatrie einweisen. Dort muss sie Elektroschocks und psychische Gewalt durch die Ärzte ertragen. Doch sie findet in dieser Zeit auch zur Kunst. Weil ihr Farben in der Psychiatrie untersagt sind, findet Niki andere Wege, kreativ zu werden – und dabei ihre wahre Berufung. Als sie entlassen wird, widmet sie ihr Leben ihrer rebellischen Kunst.
Niki de Saint Phalle sprach erst mit 61 Jahren in ihrem Leben über den sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit durch ihren Vater, den er ihr in einem Brief offenbart hatte. Ihre Familie leugnet bis heute die Taten und sprach sich auch gegen das Biopic von Regisseurin Céline Sallette aus. Aus diesem Grund sind keine ihrer berühmten Kunstwerke im Film zu sehen.
Sehr genau und feinfühlig zeichnet Sallette diese Selbstfindung einer außergewöhnlichen Frau nach, die trotz anfänglich ausbleibender Anerkennung unbeirrt ihren Weg geht, sich emanzipiert, schließlich mit aggressiven „Schießbildern“ gegen das Patriarchat aufbegehrt. Zu den bunten, voluminösen, lebensfrohen Nanas der Kunst-Aktivistin aus den sechziger Jahren, für die sie weltberühmt wurde, schlägt das dichte, intime Drama keinen Bogen. Aber die Anfänge eines Werdegangs sind bisweilen ja auch interessanter. (Kirsten Liese, www.ray-magazin.at)
Exzentrisch, neurotisch und freigeistig ist diese von Charlotte Le Bon so feengleich wie divenhaft gegebene Niki de Saint Phalle, die von Kameramann Victor Seguin mal in grellen Sequenzen der Verzweiflung, mal in den sonnigen Arrangements in Frankreichs Süden in Szene gesetzt wird. (Britta Schmeis, www.epd-film.de)
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