Datum & Uhrzeit
05.10.2025
16:30
Veranstaltungsort
Galerie K-Strich
Weberstraße 51a
28203 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: K-Strich
Barrierefrei: ja
Kosten: frei
Noa Gur und Susanne Keichel: Angst vor der Tagesordnung – Artist Talk
Artist Talk mit Noa Gur und Susanne Keichel
moderiert von Mira Anneli Naß
05.10.2025, 16.30 Uhr in der Ausstellung Angst vor der Tagesordnung
Ausstellung vom 28.08.2025 – 22.11.2025
In der Ausstellung „Angst vor der Tagesordnung“ beschäftigen sich die interdisziplinäre Künstlerin Noa Gur (Tel Aviv/Berlin) und die Fotokünstlerin Susanne Keichel (Dresden) mit dem islamophoben Mord an der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini 2009 im Dresdner Landesgericht. Sie bezeugen die Zeit, Berichterstattung und Nachwirkungen der Tat aus sehr unterschiedlichen Perspektiven.
Im Gespräch mit der Fototheoretikerin und Kunsthistorikerin Mira Anneli Naß (Bremen) werden sie sich erstmals ausführlich über ihre Herangehensweisen und gewählten künstlerischen Mittel austauschen. Vor welchen Herausforderungen standen sie damals und heute, und (wie) gelingt ihnen eine solidarische Erinnerungspraxis, die den Bogen in die Gegenwart spannt?
Das Gespräch findet auf Deutsch und anteilig Englisch statt, der Raum ist barrierefrei zugänglich, Eintritt ist frei
english
In the exhibition “Fear of the Agenda” („Angst vor der Tagesordnung“), interdisciplinary artist Noa Gur (Tel Aviv/Berlin) and photo artist Susanne Keichel (Dresden) examine the Islamophobic murder of Egyptian pharmacist Marwa El-Sherbini in 2009 at the Dresden Regional Court. They bear witness to the time, reporting, and aftermath of the crime from very different perspectives.
In conversation with photo theorist and art historian Mira Anneli Naß (Bremen), they will discuss their approaches and chosen artistic means in detail for the first time. What challenges did they face then and now, and (how) do they succeed in creating a practice of solidarity and remembrance that bridges the gap to the present?
The talk will be held in German and partly in English, the room is wheelchair accessible, entry is free
Angst vor der Tagesordnung widmet sich der anhaltenden rechten Gewalt im wiedervereinigten Deutschland und solidarischen Menschen, die sich unermüdlich für deren Opfer einsetzen.
Konkret erinnert die Ausstellung an Marwa El-Sherbini, die in Dresden von einem Rechtsextremen bedroht wurde und dies im Juli 2009 dort vor Gericht brachte. Das Gericht gab ihr recht, aber unterschätzte die Gefahr im Saal. Dem Angeklagten war es möglich, El-Sherbini im Anschluss an die Tagesordnung zu töten und ihren Ehemann schwer zu verletzen, ein herbeieilender Polizist hielt ihn für den Täter und schoss ihm ins Bein.
Die Künstlerinnen thematisieren das staatliche Versagen und das Abwälzen von Verantwortung und Aufarbeitung.
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