Datum & Uhrzeit
20.03.2026
20:00
Veranstaltungsort
City 46 Kino
Birkenstr. 1
28195 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: www.sissymag.de & City 46
Barrierefrei: ja
Kosten: Eintritt
queerfilmnacht: Enzo
ENZO Trailer Deutsch | German [HD] – YouTube
Hochsommer an der Côte d’Azur. Der sechzehnjährige Enzo lebt mit seiner Familie in einem Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll er die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen die gut situierten Eltern fängt er auf einer Baustelle an, was diese missbilligen. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten Aufgaben Probleme hat. Wohl fühlt er sich bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen zeigt. Der Arbeiter wird das männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind vielleicht immer gefehlt hat. Doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein und machen alles komplizierter.
Die französischen Filmemacher Robin Campillo und Laurent Cantet waren 40 Jahre befreundet und gemeinsam schrieben sie das Drehbuch zu „Enzo“. Nach dem Tod von Cantet im Jahr 2024 inszenierte Campillo den Film für seinen verstorbenen Freund. 2025 eröffnete „Enzo“ die Sektion Quinzaine des Cinéastes in Cannes.
„Enzo“ ist weder eine typische Coming-out- noch Coming-of-Age-Geschichte. Mit dem Newcomer Eloy Pohu in der Titelrolle konzentriert sich der zurückhaltende Film auf den unbeholfenen und gelegentlich widersprüchlichen Kampf eines Teenagers, seinen Weg zu finden außerhalb des relativ privilegierten Lebens zu finden, das ihm sein Vater als Arzt ermöglicht haben. (Peter Debruge, www.variety.com)
Nachruf: Laurent Cantet
Es gibt nur wenige Filmemacher, die eine Einladung in den Elysée-Palast ausschlagen würden. Laurent Cantet jedoch lehnte diese hohe Würde ab. Nicolas Sarkozy wollte sich 2008 mit dem Regisseur treffen, der in aller Munde war, nachdem er in Cannes die Goldene Palme für Die Klasse gewonnen hatte. Für Cantet war es undenkbar, mit einem Präsidenten über Diversität zu diskutieren, der ein »Ministerium für Nationale Identität« geschaffen hatte und zuvor als Innenminister die Pariser Vorstädte mit einem Kärcher säubern wollte.
Der Regisseur, der im Alter von nur 63 Jahren in Paris einem Krebsleiden erlag, war der Inbegriff des engagierten Filmemachers. Er gehörte zu den Ersten, die für die sans-papiers (Einwanderer ohne Ausweisdokumente) auf die Straße gingen. Später stritt er für Geschlechterparität im französischen Kino. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er bei einem Treffen der von ihm mitgegründeten -Streamingplattform »La Cinétek«, die als Zusammenschluss von Filmemacherinnen und Filmemachern konzipiert ist. (Gerhard Midding, 24.05.2024, www.epd-film.de)
Die queerfilmnacht vereint die beiden bisherigen Filmprogramme – die rein lesbisch ausgerichtete L-Filmnacht und die schwule Gay-Filmnacht – und öffnet sich zugleich gegenüber Filmen, die auch andere sexuelle Identitäten wie Bisexualität, Transgender, Intersexualität usw. thematisieren.
Die queerfilmnacht wird präsentiert vom Online-Magazin www.sissymag.de und zeigt deutschlandweit sowie in Österreich in gut 30 Kinos die besten Filme, die das queere Weltkino aktuell zu bieten hat. Jeder Film wird von sissy in einer ausführlichen Rezension besprochen.
Neue Kommentare