Datum & Uhrzeit
09.08.2026
15:30
Veranstaltungsort
Villa Sponte zeitkultur e.V.
Osterdeich 59b
28203 Bremen
Weitere Informationen
Veranstalterinnen: Villa Sponte
Barrierefrei: ja
Kosten: frei
ZWISCHEN DRUCK UND DEHNUNG | Anja Höppner, Sabine Straßburger, Thilini Zach
Ausstellung vom 09.08.-13.09.2026
Laudatio: Dr. Katja Pourshirazi
Vernissage: 09.08.2026 um 15.30 Uhr
Finissage: 13.09.2026 um 15.30 Uhr
| Öffnungszeiten: Di., Sa., So von 15 – 18 Uhr |
Die Ausstellung Zwischen Druck und Dehnung versammelt drei künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Wahrnehmung, Materialität und den Bedingungen bildnerischer Gestaltung auseinandersetzen. Zwischen malerischer Reduktion, druckgrafischer Präzision und räumlicher Intervention eröffnen die Arbeiten ein Spannungsfeld, in dem Bild, Objekt und Betrachtung in Beziehung treten.
Die Werke von Anja Höppner eröffnen einen facettenreichen Einblick in die Möglichkeiten zeitgenössischer Druckgrafik. Radierung, Aquatinta, Lithografie, Chine Collé und Giclée-Druck bilden ein vielschichtiges Repertoire, das traditionelle Verfahren mit experimentellen Ansätzen verbindet. Präzise Linien, differenzierte Farbverläufe und die besondere Materialität unterschiedlicher Papiere prägen die Arbeiten. Dabei werden nicht nur klassische Druckträger eingesetzt, sondern auch Zinkplatten sowie gefundene Materialien. Die Verbindung handwerklicher Meisterschaft mit Offenheit für neue technische Möglichkeiten erweitert den Begriff der Druckgrafik und eröffnet vielfältige gestalterische Räume.
Im Zentrum der Arbeiten von Sabine Straßburger steht die Linie – nicht primär als zeichnerisches Mittel, sondern als Element der Verbindung, Trennung und Relation. Linien erscheinen als gemalte Markierungen, als Gummibänder, Spalten oder Zwischenräume. Auf weiß gefassten Holztafeln entwickelt die Künstlerin Konstellationen, die Flächen teilen, Räume strukturieren und die Wahrnehmung der Betrachtenden aktiv einbeziehen. In der Arbeit realitäten 3 (2014) entsteht durch diagonal geführte Linien eine Rahmung der zentralen Bildfläche, die an klassische Porträtdarstellungen erinnert. Das monochrome Weiß wird zur Projektionsfläche, während die Kombination aus gemalter Linie und gespanntem Gummiband die Grenze zwischen Bild und Objekt auflöst. Die Arbeit hält ihre eigene Form buchstäblich unter Spannung und macht das Verhältnis von Fläche, Material und Wahrnehmung sichtbar.
Die Gemälde von Thilini Zach bewegen sich zwischen Naturerfahrung und Abstraktion. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Eindrücke aus der Natur, die im Atelier zu eigenständigen Bildwelten transformiert werden. Aus Intuition und Erinnerung entstehen Landschaften, die keinem konkreten Ort entsprechen und dennoch vertraut wirken. In der Reduktion auf Farbe, Licht und Atmosphäre entfalten die Bilder eine besondere Weite und Ruhe. Sie laden zu einer stillen, konzentrierten Betrachtung ein und machen die tiefe Verbundenheit der Künstlerin mit der Natur spürbar. So entstehen Bildräume, die weniger äußere Wirklichkeit abbilden als innere Erfahrungen von Landschaft und Wahrnehmung.
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