Archiv der Kategorie: Bienenleben

Achtung Überfall!

Blühender Asternbusch

Suchbild: Wieviele Bienen seht ihr?

Schon lange habe ich nichts von mir beziehungsweise von den Alwinen-Bienen erzählt. Vieles wiederholt sich im Laufe der Zeit und das ist auch gut so! Denn das heißt ja, dass ich nach und nach etwas mehr Routine bekomme beim Imkern. Trotzdem gibt es auch immer wieder neue Herausforderungen, insbesondere bei meinem kleinen neuen Ableger. Ich habe ja berichtet, dass alles sich positiv entwickelt hat, nur hatte ich den Eindruck, das Völkchen hat sich nicht so vital entwickelt wie es sollte. Zwar hat es den Sommer und Herbst über brav gebrütet, die Bienen flogen ein und aus – aber die neuen Waben, die ich zur Erweiterung in den Kasten gehängt habe, blieben unbevölkert, und insgesamt wuchs das Volk auch nicht so recht. „Schwächling“ nennen das die Fachbücher, und dass die meist nicht übern Winter kommen. So guckte ich immer etwas sorgenvoll in die Waben hinein. Natürlich wurde kein Honig entnommen, die Bienen bekamen aber zusätzlich Winterfutter, also Zuckersirup. Der wird in einer Schale direkt in den Bienenstock gestellt, von den Bienen weggeschlürft und dann in die Zellen eingelagert. Soweit so gut – aber dann… Weiterlesen

Tschüss Jungs!

Drohne und Arbeiterinnen am Flugloch

Ein geübtes Auge erkennt die dicke Drohne in der Mitte

Ich weiß, es ist hart und gemein – aber euer Drohnenleben geht für dieses Jahr zu Ende. Hier ein Bild aus glücklichen Tagen – Frühjahr und Sommer über habt ihr es ja ziemlich gut gehabt: Ihr wurdet liebevoll großgezogen, gewärmt und gefüttert, ohne dass ihr euch an irgendeiner der schweißtreibenden Arbeiten im Bienenvolk beteiligt hättet, wie die Produktion neuer Wachszellen, das Reinigen der Waben, das Sammeln von Pollen und Nektar und die Bewachung des Bienenstocks. Letzteres wäre euch auch ganz unmöglich, denn ihr habt gar keinen Stachel zur Verteidigung, im Falle eines Überfalls durch andere Bienen, die an den Honig wollen.

Eure einzige Aufgabe besteht darin, auf das Auftauchen einer jungen Königin zu hoffen, mit der ihr euch paaren könnt. In diesem Falle wäre euer kurzes Leben von rund einem Monat ohnehin zu Ende, denn bei der Befruchtung im Flug sterbt ihr. Wenn keine Königin vorbeigekommen ist, fliegt ihr abends wohlgemut nach Hause in der begründeten Hoffnung auf eine warme Honigmahlzeit. So vergehen eure Tage aufs angenehmste.

Drohne und Arbeiterin vor dem Bienenstock

Wehrlose Drohne

Dann aber kommt der August…
… und im Bienenstock macht sich bemerkbar, dass sich draußen das Blütenangebot dem Ende zuneigt. Längst sind die Linden verblüht, nur hier und da gibt es noch etwas Klee und die eine oder andere Gartenblume. Nun heißt es, die Vorräte klug zu verwalten, denn sie müssen das Volk den ganzen Winter ernähren, bis das Frühjahr neue Nahrung bringt. Da ist natürlich jeder überflüssige Esser ungern gesehen. Königinnen, die zu befruchten wären, sind jetzt nicht mehr unterwegs, also werdet ihr nicht mehr gebraucht. So vollzieht sich das makabre Schauspiel der „Drohnenschlacht“ wie die Imker es bezeichnen.

Arbeiterin und Drohne im Gras

Die Arbeiterin hat eine Drohne aus dem Bienenstock vertrieben

Ihr werdet nicht mehr gefüttert, von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock herausgedrängt und bei Gegenwehr ziemlich unsanft geschubst oder sogar gestochen, bis ihr erschöpft aufgebt.

So stellt sich wieder einmal die philosophische Frage: Lieber ein kurzes Luxusleben oder ein längeres arbeitsreiches mühsames? Lieber einmal Saus und Braus und aus – oder schuften und später frieren, um bis zum Frühjahr durchzuhalten? Auf einer Postkarte las ich den Spruch: „Frauen leben länger, aber sie haben nichts davon“.

Gut dass die Natur für die Bienen keinen Spielraum zu individuellen Entscheidungen vorgesehen hat. So erfüllt jede ihren Auftrag. Eurer, liebe Bienen-Jungs, ist für dieses Jahr vorüber. Macht´s gut im Bienenhimmel! Nächstes Jahr seid ihr ja wieder dabei!

Honigfabrik „Alwine“ eröffnet weitere Filiale

Nach dem hässlichen Aprilwetter sind unsere Bienen nun nicht mehr zu halten. Da schwirrt und summt es, dass es eine helle Freude ist.

Die Hütte ist rappelvoll

Aber aufgepasst, liebe Imkerin: vom fleißig Honig sammelnden und sich vermehrenden Volk ist nur ein kleiner Schritt zum wilden Schwärmen! Der natürliche Schwarmtrieb setzt ein, wenn ein Bienenvolk wenig Platz und viel Personal hat. Dann wird alles darauf vorbereitet, dass die alte Königin mit der Hälfte der Bienen auszieht. Der Rest wird „weisellos“, wie die Imker sagen – das klingt auch schon wie Waisenkinder…
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Frühling lässt sein blaues Band… Bitte wer??!

Thermometer zeigt 5 GradIch weiß, es ist schwer zu glauben, wenn wir den Schritt vor die Tür mit dem wunderbaren Gedicht von Eduard Mörike unter einen Hut zu bringen versuchen. Ich weiß, der Blick aufs Thermometer ist niederschmetternd.

Aber trotzdem, zum Trost und zur Erbauung und vielleicht mit einem Funken Hoffnung für die nächsten Wochen, hier noch mal der ganze Text:

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Hallo – ist da wer?

tote Bienen auf Gitter

Sie haben es nicht geschafft

Viele tote Bienen vor dem Kasten und auf dem Bodengitter, das freut die Imkerin gar nicht. Zwar sterben Bienen das ganze Jahr hindurch, nur bekommen wir das in der aktiven Zeit des Bienenlebens gar nicht so mit. Dabei lebt eine „Sommerbiene“ nur circa 5 bis 6 Wochen, die „Winterbiene“ mehr als ein halbes Jahr. Und das ist nun inzwischen um, aber sie müssen auf jeden Fall durchhalten, bis sie die neuen Bienen im Frühjahr großgezogen haben. Also waren wir etwas beunruhigt, als wir ein paar hundert tote Bienen vorfanden. Vielleicht waren ja die Völker ganz gestorben? Weiterlesen

Ein letzter Blick…

Waben mit Bienen

es sieht gesund aus

Und der zeigt: Nun ist endgültig Ruhe im Karton, oder besser: im Kasten. Die Bienen sind in ihrer wohlverdienten Winterruhe, sitzen eng beieinander und fressen ihr Futter – wenn auch kaum Honig (den haben wir ja geklaut), aber immerhin Zuckersirup, der sie hoffentlich sicher über den Winter bringt. Das hängt von vielen Faktoren ab, in erster Linie davon, wie stark das Volk noch von der Varroa-Milbe befallen ist. Darum haben wir sie letzte Woche noch ein Mal mit Oxalsäure behandelt. Das ist für die Bienen nicht schön, aber für die Milben noch schlechter: sie sterben und fallen ab, so dass die Völker nach dem Winter kaum Milben haben, die ihre zukünftige Brut schädigen kann. Nach unseren Informationen haben schon im Spätherbst einige ImkerInnen in Bremen herbe Verluste ihrer Völker erlitten. Aber auch vom Wetter hängt ab, ob ein Volk überlebt oder nicht. Dabei ist es gar nicht so gut, wenn es mild und warm ist, denn die Bienen fangen bei rund 10 Grad an auszufliegen. Dann finden sie aber nichts an Blüten, verbrauchen viel Energie und schwächen sich und den ganzen Bienenstock. Wenn es hingegen knackig kalt ist, ziehen sie sich ganz eng zusammen und wärmen sich gegenseitig. Und dann ist eben: RUHE IM KARTON!

Biene mit einem Bein in der Luft

Bis bald!

Die Imkerin geht jetzt auch in die Winterferien, aber sie kann Wärme und Sonne jetzt gut gebrauchen…

Die Alwinen wünschen euch eine gemütliche vergnügliche und auf jeden Fall zufriedene Weihnachtszeit! Und im neuen Bienenjahr melden wir uns wieder.

Volkszählung

Wabe mit Bienen

Wie viele mögen es sein??

Wie habe ich mich ereifert gegen diese Datenerhebung – ihr erinnert euch an die 80er Jahre?! Und nun führe ich selbst eine durch! Wie es zu diesem Sinneswandel gekommen ist, könnt ihr euch beim Lesen eines Bienenblogs natürlich denken…

Es ist nicht unwichtig, wie viele Bienen in einem Volk in den Winter gehen, denn wenn ein Volk zu klein ist, hat es keine guten Chancen, den Winter zu überstehen. Unser älteres Volk hat rund 6.000 Mitglieder, das neue ein bisschen weniger. Wir hoffen, dass sie kräftig genug sind.

In den letzten Wochen haben wir viel gefüttert: ca. 15 kg Zuckersirup und –teig hat unser altes Volk weggeschlürft und eingelagert. Das ist fast die Menge, die wir ihnen an Honig weggenommen haben. Damit müssen sie nun bis ins Frühjahr auskommen.

Weißer Boden mit diversem Bienenmüll

Dies alles findet man unten im Bienenkasten

Zählen mussten wir auch den Befall mit der Varroa-Milbe. Dieser kleine gemeine Mitbewohner im Bienenstock kann ganze Völker dahinraffen, denn die Milben vermehren sich in der Brut, saugen an ihnen und schädigen die verpuppten jungen Bienen während ihrer Entwicklung.

Wir haben die Völker mit Ameisensäure dagegen behandelt .

Stark vergrößerte Milbe

Stark vergrößerte Milbe

Die verdünnte Ameisensäure wird auf einem Schwammtuch für zwei Tage in den Bienenstock gelegt, und dann fallen die Milben aus den Arbeiterinnen und den Jungbienen, die schlüpfen. Wir waren platt, dass es dutzende waren! Wir mussten die Behandlung noch zweimal wiederholen, um die Milbenzahl zu reduzieren, bevor die Bienen in die Winterruhe gehen.

Jetzt ist die Brut weitgehend geschlüpft und die Bienen ziehen sich zu einer „Wintertraube“ zusammen. Immerhin müssen sie auch im kältesten Winter ihre Königin und sich selbst auf über 20 Grad warm halten.

Bienen ziehen sich in den Waben zusammen

Allmählich rücken sie zusammen

Wie machen sie das?? Wie wir – sie zittern sich warm! Sie reiben ihre Beine aneinander und erzeugen Reibungswärme.  Hoffentlich schaffen sie es! Nun können wir nicht mehr viel dazu beitragen, außer sie soweit wie möglich in Ruhe lassen…

Und was machen die armen ImkerInnen im Winter?? Na ja, es gibt immer was zu tun. Manches davon ist eine ziemliche Schweinerei! Davon mehr beim nächsten Mal…

Raubtierfütterung

Kapuzinerblüte mit Biene

Ein letzter Sommergruß

Nachdem wir ja kräftig Honig abgesahnt haben, müssen jetzt dafür sorgen, dass unsere Bienen trotzdem nicht hungern oder gar verhungern. Sie fliegen zwar weiterhin eifrig aus und ein, aber es gibt nicht mehr allzu viel blühende Nahrungsquellen ringsum. Die Imker nennen das „Läppertracht“, also wo nicht mehr viel bei rumkommt. Kurz und gut: höchste Zeit zum Füttern! Wir sind sogar schon etwas spät dran, denn die Bienenvölker sollen bis in den Spätherbst noch wachsen, um gut durch den Winter zu kommen. Die Königin legt aber nur Eier, wenn sie spürt dass genügend Futter vorhanden ist.

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Klebrige Angelegenheit

Schlimmer als Zuckerwatte auf dem Freimarkt!
Wir haben dieses Jahr erstmalig mit Zuckerteig-Futter angefangen, weil wir dachten, das sei einfacher – welch fataler Irrtum! Der Teig ist eine unglaublich zähe und derart klebrige Masse, dass schon beim Auspacken alles klebt und pappt. Ich hatte Mühe, meine Kamera sauber zu halten.

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Irgendwo da drunter ist der Teig…

Die Bienen allerdings sind ziemlich begeistert von dem Zeug, wie ihr sehen könnt! Das Futter – in diesem Fall mitsamt dem Teller – muss direkt in den Bienenstock, sonst könnten fremde Bienen angelockt werden.

Sie nehmen die Zuckermasse mit ihren kleinen Saugrüsseln auf und verarbeiten sie wie Nektar: Sie wird in die Zellen gepackt, auf den richtigen Wassergehalt gebracht und dann verdeckelt. So hält sich das Futter über den Winter und wird nach und nach aufgefressen. Wichtig ist: Bis es kalt wird und die Bienen ganz zu Hause bleiben, muss das gesamte Futter eingelagert sein, sonst können sie es nicht mehr verarbeiten.

Wabven mit Zuckerteig

So gehts am schnellsten!

Damit sie besser und schneller dran kommen, haben wir einen Teil des Futterteigs direkt auf die Waben gelegt.

Wie viel darf´s denn sein?
Das ist nicht so ganz einfach zu wissen. Im Moment füttern wir „drauflos“ – wenns alle ist, gibt es Nachschub. Aber in ein paar Wochen müssen wir es genauer bestimmen. Generell hängt die Menge an Futter von der Größe des Volks ab. Aber wie viel Bienen sind denn drin in unseren Bienenstöcken?? Dazu erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Der nächste Winter kommt bestimmt

Garten im SchneeIch weiß, dieser Satz ist gemein – wer will daran schon denken, bei sommerlichen Temperaturen, die endlich mal da sind! Die Bienen müssen es aber. Denn wer wüsste es besser als solche Wesen, die von Wind und Wetter abhängen und  die keinen Knopf zum Anstellen der Zentralheizung und keinen Supermarkt um die Ecke haben. So merken auch unsere Alwinen schon, dass es draußen nicht mehr viel zu holen gibt.  Weiterlesen