Heute ist Aktionstag für Pressefreiheit in Gaza. Über 150 Medienunternehmen aus mehr als 50 Ländern nehmen teil.
Reporterin in Gaza
Die Medienkampagne für Pressefreiheit wird von Reporter ohne Grenzen (RSF) und der globalen Kampagnenbewegung Avaaz koordiniert. Israel lässt, seit es den Gazastreifen abgeriegelt hat, dorthin keine unabhängigen Journalist*innen einreisen und tötet gezielt palästinensische Journalist*innen, die dort festsitzen und als einzige noch aus Gaza berichten können. Eine von ihnen ist Malak Tantesh, hier im Interview. RSF und Avaaz fordern besseren Schutz für die dort arbeitenden Medienschaffenden und verlangen, dass internationale Berichterstattende unabhängigen Zugang nach Gaza erhalten.
Stillen im Beruf
Stillen und Beruf – wie passt das zusammen? Viele (werdende) Mütter stehen vor dieser Herausforderung: Wie kann ich nach der Geburt wieder ins Berufsleben einsteigen und gleichzeitig mein Kind weiter stillen? Welche Rechte habe ich als Stillende am Arbeitsplatz? Der Verein Mother Hood e.V. lädt werdende Eltern und Stillende ein zu einem Online-Vortrag von Dr.in Pia Müller am 11.09.2025 um 19:30 Uhr. Nicht-Mitglieder können gegen eine Spende teilnehmen.
Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes
Die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist Trans-Frau und wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig und sie soll ihre Strafe in der JVA Chemnitz, einem Frauengefängnis, antreten. Die Taten, für die sie verurteilt wurde, beging sie aber noch als Sven Liebich, erst danach änderte sie ihren Geschlechtseintrag. Das ist ziemlich offensichtlich aber eine reine Provokation, denn noch vor kurzem hatte sie gegen CSD-Teilnehmende gehetzt. Diese unlautere Geschlechtsänderung hat jetzt Konsequenzen, denn das Selbstbestimmungsgesetz soll geändert werden, um es vor Missbrauch zu schützen – bei nur einem einzigen bekannten Fall. Die Änderung des Geschlechtseintrags soll gespeichert und an Behörden weitergegeben werden.
Gesetzentwurf für Fußfessel vorgelegt
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat einen Gesetzentwurf für die Einführung der elektronischen Fußfessel zum Schutz vor häuslicher Gewalt vorgelegt. Während mehrere Bundesländer bereits solche Regelungen haben oder planen, wäre dies erstmals eine bundesweit gültige Rechtsgrundlage. Terre des Femmes fordert seit Jahren eine konsequente Anwendung der elektronischen Fußfessel: Vorbild ist Spanien, wo seit 2009 keine Frau von einem Täter mit Fußfessel ermordet wurde.
Femizide in den Niederlanden
Obwohl nach Bevölkerungsgröße gerechnet weniger Femizide als in Deutschland vorkommen, so gibt es schon 40 bis 50 Tötungen von Frauen jährlich in den Niederlanden, nur weil sie Frauen sind. Anlässlich eines Anstiegs von oft tödlicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen sind die Dolle Minas – die bekannteste feministische Bewegung in den Niederlanden der 70er Jahre – seit diesem Jahr wieder aktiv unter dem Motto: „Same shit, different century“.
Britische Mütter verdienen €1500,- weniger im Monat…
…als britische Väter. Und der Pay Gap zwischen Frauen mit Kindern und Frauen ohne Kinder beträgt im UK etwa €900,- monatlich. Dieser krasse Unterschied ist jedoch keine Momentaufnahme im Leben einer Mutter, denn es ist weithin erforscht und belegt, dass die Verdienstmöglichkeiten für Frauen, die Arbeit und Familie zu verbinden suchen, kaum Beförderungen oder Aufstiegschancen beinhalten. So bleibt der Pay Gap – und danach die Rentenlücke – meistens für den Rest ihres Lebens bestehen.
Mütter tragen die Hauptlast bei schulischen Themen
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Studienkreises zeigt: 47 Prozent der Befragten sehen die Hauptverantwortung für schulische Themen bei den Müttern, nur acht Prozent bei den Vätern. Mehr als jede zweite Frau (58 Prozent) hat zudem das Gefühl, sich zwischen beruflichen Chancen und schulischer Begleitung ihrer Kinder entscheiden zu müssen. Bei Männern liegt dieser Anteil gerade einmal bei drei Prozent. Diese Zahlen machen deutlich: Das Thema Schule wird zum Stressfaktor für Mütter und zementiert bestehende Ungleichheiten.
Dänemark entschuldigt sich
Bis 1953 war Grönland eine Kolonie von Dänemark und bekam danach den Status einer autonomen Provinz des Königreichs. Das Gesundheitswesen blieb bis in die Neunziger Jahre in dänischer Verantwortung. Während dieser Zeit wurde vielen Frauen der indigenen Inuit ohne deren Zustimmung eine Spirale eingesetzt, um Schwangerschaften unmöglich zu machen. Fast die Hälfte der weiblichen Bevölkerung Grönlands ist betroffen. Nun hat sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen für diese Menschrechtsverletzungen entschuldigt.
„Müttern wird systematisch Lüge unterstellt“
… sagt der ehemalige Leiter der Hamburger Jugendhilfe, Wolfgang Hammer, zu Sorgerechtsverfahren. Er hat zahlreiche Fälle dokumentiert und an Studien mitgewirkt. Hammer beklagt im Interview, dass Kinder und Mütter als familiäre Gewaltopfer durch Jugendämter und Familiengerichte nicht ernst genommen werden. Oder dass diese anordnen, den Müttern die Kinder wegen einer angeblich zu engen Mutter-Kind-Bindung wegzunehmen. Dabei ist das sogenannte Parental Alienation Syndrome, das Väterrechtler vorschieben, um Müttern die Kinder wegnehmen zu lassen, wissenschaftlich nicht haltbar.
Frauenquote nein, Männerlimit ja
Dieser Satz geht zurück auf den „Männlichkeitstoxikologe“ Christopher May. Jetzt fordert Rapper Conny in seinem neuesten Album: „Wer Gleichstellung ernst meint, muss den Fokus nicht nur auf Frauen, sondern auch auf die strukturelle Überrepräsentation von Männern richten.“ Leyla Roos hat die Sache sehr interessant und analytisch im weiteren feministischen Kontext durchleuchtet. Enjoy!
Die Frau als Mensch
Ulli Lusts Buch „Die Frau als Mensch“ hat als erster Comic 2025 den Deutschen Sachbuchpreis gewonnen. Unsere Vorstellungen von den Eiszeitmenschen, die in den letzten 100 Jahren entstanden sind, sind stark von unseren eigenen patriarchalen und kolonialistischen Sichtweisen geprägt worden. Die Bilder, die die Eiszeitmenschen selbst hinterlassen haben, enthalten viel mehr Frauen- als Männer-Darstellungen – und keine Bilder von Kämpfen. „Ich finde, das grenzt an Rufmord, wie Frauen in der Kultur oft dargestellt wurden“, sagt Lust. „Und es ist absolut Zeit, da ein bisschen pragmatischer ranzugehen.“ Hier diskutiert sie mit SWR Kultur zum Buch.
Bremen News

GroßARTige Frauen – Die Mitte(l) des Lebens: Der ganze September steht im Zeichen eines großen Frauen-Kultur-Festivals in der Villa Sponte. Vom 31. August bis 5. Oktober 2025 finden neben einer Ausstellung Tanz, Musik, Vorträge, Führungen und Gespräche zu Frauengesundheit, Feminismus und struktureller Ungerechtigkei statt. Von Frauen – für Alle! Flyer: Frauen-Kultur-Festival Villa Sponte Programm September 2025
Kita-Ausbau verbessert Betreuungssituation. Bremen startete gut vorbereitet ins neue Kita-Jahr: Seit Sommer 2023 hat Bremen 14 neue Kitas in neun Stadtteilen eröffnet – und damit die Betreuungssituation deutlich verbessert. Trotz wachsender Kinderzahlen stehen in vielen Stadtteilen sogar in moderatem Umfang mehr Plätze als nachgefragt zur Verfügung und alle angemeldeten Kinder können versorgt werden. Familien, die noch keinen Antrag gestellt haben, erhalten gezielte Unterstützung. Nicht nur neue Kitas, auch mehr Personal sorgt für Entlastung: Die Zahl der wegen Personalmangels nicht an den Start gehender Plätze sank von über 800 im Vorjahr auf rund 300.
Frau.Sucht.Hilfe. wird 125 Jahre alt. Ottilie Hoffmann gründete den Verein 1900 als Deutschen Bund abstinenter Frauen. Sie schuf zwischen 1901 und 1914 mit den insgesamt neun alkoholfreien Speisehäusern und Milchhäuschen, den sogenannten Ottilien, erste Schutzräume für suchtkranke Frauen in Bremen und setzte sich für Frauenrechte und Bildung ein. Ihr Ziel war es, Räume zu schaffen, die es ermöglichen, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen, stärken und selbstbestimmt Wege aus der Abhängigkeit finden. Frau.Sucht.Hilfe setzt diese Arbeit bis heute engagiert fort – und wurde am 27.8.2025 von Senatorin Claudia Bernhard mit einem Senatsempfang im Bremer Rathaus gewürdigt.
Für Frauen jeden (!) Alters mit & ohne Kids sowie mit und ohne Handicap. Nina Winkler bietet für Frauen mit & ohne Kinder BEGEGNUNGEN MIT KLEINEN PFERDEN an, stadtnah in Sagehorn. Man lernt die beiden Isländer in ihrem natürlichen Umfeld kennen, pflegen und bewegen, zum Beispiel im kleinen Trailwald. Auch Reit- & Bewegungsspiele oder -spaziergänge für die Kinder oder Mütter bis 65 kg sind möglich, ebenso sanfte Ruhe-Übungen: „Touches“ mit dem Lieblingspony. Nina arbeitet ehrenamtlich, nur auf Futterkostenbasis. Kontakt: Pferdemalerin@web.de oder SMS: 01520-4933238.
Tandemprojekt Queer_2_Peer Du bist queer und kannst dir vorstellen, eine junge Person mit queerer Identität und Fluchtgeschichte zu begleiten und zu unterstützen? Im Video und auf der Webseite erfährst Du mehr darüber. Fluchtraum Bremen e. V. unterstützt und berät junge Menschen mit Fluchterfahrung und ihre Begleiter*innen.

Zu guter Letzt
Wenn kein männlicher Pfarrer mehr übernehmen möchte – dann verfliegt plötzlich die katholische Urangst vor Frauen im Amt. Simone Metz und Patricia Hinz haben die katholischen Pfarreien St. Christophorus und St. Marien in Wolfsburg jetzt übernommen – mit bischöflichem Segen.
Glenys & Irene



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