„A Second Moon“ von Pia van Nuland – Ausstellung in der ZGF

Ausstellungen müssen nicht immer in Museen hängen. Manchmal finden wir sie auch an unerwarteten Orten, wie zum Beispiel in einem Bürotrakt. Eine Ausstellung in Mitten von Computern und Schreibtischen – ob das so die richtige Atmosphäre dafür ist?
Ab dem 29. August kann sich jede*r selber davon überzeugen, denn an diesem Mittwoch wird die Ausstellung von Pia van Nuland in der Zentralstelle zur Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau eröffnet.

Abtauchen in eine zweite Welt

„A Second Moon“ ist der Name der Ausstellung, die nun die Flure der ZGF schmückt.
Der Roman 1Q84 des japanischen Autors Haruki Murakami sowie Pia van Nulands Reise in die USA, inspirierten die Künstlerin zu dem Namen. „In den USA habe ich eine andere Wahrnehmung dafür bekommen, die Welt zu sehen. Einfach, weil man in einem anderen Kulturkreis ist.“
Ob Freibadszenerie oder Stadtgetümmel, die Linolschnitte lassen die Betrachter*innen durch ein angenehmes Farbspiel und vielen Details in eine zweite Welt abtauchen. Jede*r soll selbst etwas in den Bildern wiedererkennen, egal ob Erinnerung oder Tagtraum.

Pia van Nuland studierte Grafikdesign und Illustration in den Niederlanden und Schottland. Die Kunst hat sie ein Leben lang begleitet und interessiert. Linol- und Holzschnitt lernte sie während des Studiums kennen. In der Zeit, in der sie in Agenturen arbeitete, entdeckte sie ihre Leidenschaft, für das Arbeiten mit Drucken. „Immer wenn ich lange am Computer saß, habe ich gemerkt, dass ich dieses echte Arbeiten vermisste. Arbeiten mit Material, Farben mischen, die Gerüche. Man ist emotional ganz anders eingebunden, als wenn man eine Farbe bei Photoshop an mischt.“

Finding the color you want is not always easy. I often need several attempts to get started printing. In my sketchbook, I create a color scale that I can always refer to. The mixing is an important process in the emergence of a picture. That's why I spend a lot of time on it. Apart from that, it's also great to hit the color and be satisfied with it. Now the printing can start 💎.. . . . . . #imprinted_vids #get_imprinted #printmakingstudio #printmaker #printeresting #reliefprint #grabado #woodblockprint #contemporaryart #fineart #pink #mixingcolors #scetchbook #colortheme #lino #linoblock #etching #silkscreen #fineartprints #fineartgallery #oilpaint #printwork #printwithlove #printdesign #letterpress #spatula #artjournal #artist

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Was als Nebenbeschäftigung zur „Glatten Arbeit am Computer“ begann, wuchs mit der Zeit immer mehr und gipfelte in Ausstellungen, wie die in der ZGF.

Aus einem Schnappschuss wird ein Druck

Druck des Mount Olympus, mit Stadt im Vordergrund

(c) Pia van Nuland

Die Motive ihrer Bilder sind reale Eindrücke. Immer wenn Pia van Nuland ein Ort berührte, hielt sie diesen mit ihrem Handy fest. Später wird aus diesen Schnappschüssen dann eine Vorlage für den späteren Druck. Doch kein Foto wird einfach übernommen: Oftmals ist das Endergebnis eine Collage aus mehreren Eindrücken, die dann auf die Druckplatte übertragen wird. Ein typisches Thema, das sie gerne behandelt, ist der Mensch in

Drei Mädchen sitzen auf einer Wiese mit ihren braunen Einkaufspapiertüten

(c) Pia van Nuland

der Natur. In Salt Lake beeindruckte sie der Anblick des Mount Olympus. Das Gefühl, sich durch die Natur ganz klein zu fühlen, war einer dieser Eindrücke, der sie dazu bewegte ein Foto zu machen, um es im Nachhinein als Druck zu verarbeiten. Neben Eindrücken aus der Natur, spiegeln ihre Bilder oftmals Eindrücke aus der Gesellschaft wider. So sind auf einem Druck, die von ihr getauften „Primark-Mädchen“ zu sehen. Gemeint damit sind junge Mädchen, die sie beobachtete wie diese vor Glück jubelten, als sie ihre Errungenschaften aus den braunen Papiertüten zogen. Dies war für sie ein Eindruck wie aus einer anderen Welt und dadurch einen Druck wert.

Pia van Nuland präsentiert ihre Drucke nicht nur in Ausstellungen, sondern postet sie auch ganz fleißig auf Instagram. Dort kann man nicht nur ihre Werke finden, sondern auch hinter die Kulissen blicken und etwas über ihre Arbeitsweisen erfahren.

Josephine Struckmeier

 

Über die Reihe „Kunst in der Knochenhauerstraße“:

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Kunst in der Knochenhauerstraße“, die die Arbeit von Bremer Künstlerinnen in den Fokus rückt. Sie wird gemeinsam von der ZGF und dem Bremer Frauenmuseum e.V. veranstaltet. Das Bremer Frauenmuseum ist ein mobiles Museum, das zu historischen, kulturellen und künstlerischen Themen forscht, veröffentlicht sowie Vorträge und Ausstellungen organisiert.
Weitere Informationen zur Reihe finden Sie hier.

Die Veranstaltung im Überblick:

Eröffnung: Mittwoch, 29. August 2018, 17.30-19.30 Uhr
in Anwesenheit der Künstlerin
Begrüßung: Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm
Einführung: Anka Bolduan, Bremer Frauenmuseum e.V.
Ort: Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) , Knochenhauerstraße 20-25, 28195 Bremen

SONDERTERMIN Ausstellungsrundgang mit der Künstlerin:
Donnerstag, 18. Oktober 2018, 17 Uhr

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