In 5 Schritten zum Feministen

Ein Strichmännchen geht eine Treppe hoch, auf dessen oberster Stufe ein Pfeil nach oben auf das Wort Feminist deutet

(c) Renate Strümpel

Liebe Männer da draußen, wenn ihr euch schon immer gefragt habt, wie ihr zu einem Feministen werdet, dann seid ihr hier genau richtig. Frauen werden in unserer Gesellschaft, die wir gern als patriarchisch bezeichnen, nicht gleichberechtigt behandelt. Und das wollen wir mir eurer Unterstützung ändern. Wie genau das geht, zeige ich euch anhand meines folgenden ausgeklügelten 5-Punkte-Plans.

Schritt 1: Informiere dich!

Was bedeutet der Feminismus für uns? Wofür steht er ein? Was bringt er für unsere Gesellschaft? Und was sind die Grundlagen des Feminismus? So viele Fragen auf einmal, die es zu beantwortet gilt. Am besten durchforstest du zuerst die frauenseiten.bremen. Dann bekommst du einen guten Überblick darüber, was uns Frauen so bewegt, berührt und interessiert. Außerdem schadet es nicht ein, zwei Bücher zu lesen. Das könnten unter anderem Virginia Woolf Ein Zimmer für sich allein, Margarete Stokowski Untenrum frei, Chimamanda Ngozi Adichie We should all be feminists oder Laurie Penny Fleischmarkt sein.

Schritt 2: Rede mit Feminist*innen und höre ihnen zu!

Frage uns nach unseren Gedanken und Geschichten. Höre einfach zu, was wir erlebt haben, mit welchen Ungerechtigkeiten wir zu kämpfen haben und was wir ändern wollen. Werde dir der Doppelrollen bewusst, die wir erfüllen sollen. Folge unseren Argumenten und stelle bitte nicht alles in Frage, denn rechtfertigen müssen wir uns andauernd. Es geht darum, eine Vorstellung von unserer Situation zu bekommen und das Ganze mit deinem Bild von der Gesellschaft zu vergleichen, auf Dinge aufmerksam zu werden, die dir vorher vielleicht gar nicht so aufgefallen sind und deine Wahrnehmung zu sensibilisieren.

Schritt 3: Infiltriere deine Social Media Accounts!

Hast du dir einmal bei Facebook, Twitter und Co. angesehen, welchen Seiten, Personen, Vereine du folgst? Dir wird wahrscheinlich auffallen, dass Frauen viel zu selten darin vorkommen. Deswegen ist es jetzt an der Zeit, auf deinen Social Media Accounts aktiv Frauen zu folgen, die etwas Kluges zu unterschiedlichen Themengebieten zu sagen haben. Es geht einfach nur darum, dass du erstens Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen etc. unterstützt und zweitens dir so einen mehrdimensionalen Blick auf die Dinge bewahrst.

Verbidlichung der Anleitung "In 5 Schritten zum Feministen"

(c) Renate Strümpel

Schritt 4: Es wird Zeit für die Anwendung des Gelernten!

Jetzt folgt der wohl schwierigste Part auf dem Weg zum Feministen. Löse dich aus der der Beobachterposition und unterstütze uns Frauen im realen Leben. Setzte dich ein gegen Ungerechtigkeiten, Sexismus und Unterdrückung. Erhebe deine Stimme, wenn eine Frau falsch behandelt wird. Mach deinen Standpunkt unter Freund*innen und Kolleg*innen klar, indem du zum Beispiel keinen Sexismus und keine sexistischen Witze tolerierst – das gilt selbstverständlich auch in Abwesenheit von Frauen. Es gibt so viele Situationen im zwischenmenschlichen Alltag, die grenzwertig sind. Und es ist für uns Frauen quasi unmöglich 24/7 im Angriffs- und Abwehrmodus zu sein.

Zu wissen, dass es Männer in unserer Gesellschaft gibt, die uns unterstützen, macht uns stark. Das hält uns vor Augen, dass es kein Kampf zwischen biologischen Geschlechtern, sondern dem sozial geprägten Bild von Geschlechtern ist.

Schritt 5: Verbreite die frohe Kunde!

Herzlichen Glückwunsch, du hast es fast geschafft! Nun ist es an der Zeit, die frohe Kunde zu verbreiten und anderen von deinem Aktivismus als Feminist zu berichten und sie zu ermutigen, es dir gleichzutun. Am Anfang ist es sicherlich nicht leicht, sich als Feminist zu bezeichnen, aber das wird sich ändern. Mit der Zeit wächst du in diese Aufgabe hinein und bist stolz darauf, dass du von dir behaupten kannst, ein Feminist zu sein. Du gehörst zu den Männern, die wissen, dass es noch viel zu tun gibt in der Frage der Gleichberechtigung. Fühl dich frei diesen Artikel an all deine Freunde und Bekannten zu schicken, damit auch sie Feminist werden!

Frau S.

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