Unsere Frau der Woche: Sophie Passmann

„Klar Frauen leisten ~unbezahlte Care-Arbeit~ aber Männer müssen sich dafür alles selbst beibringen weil sie nie ungefragt Sachen von Männern erklärt bekommen“: Die Autorin, Moderatorin und bekennende Feministin Sophie Passmann hat keine Angst davor anzuecken und ist unsere Frau der Woche.

Vita

Bereits mit 15 Jahren trat Sophie Passman das erste mal bei Poetry Slams auf. Mit einem Volontariat beim Hitradio Ohr begann sie Ihre Arbeit in der Medienbranche, wo sie eine Morningshow moderierte. Derzeit ist sie Radiomoderatorin bei 1 Live.
Im Laufe der Jahre schrieb sie für fudder.de, Jolie, das Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann und nun auch für das ZEITMagazin.
Ihr Buch Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch, wurde 2019 veröffentlich und wurde direkt zum Bestseller.
Zudem moderiert sie den Podcast Jubel&Krawall mit Matthias Kalle, welcher auf Audible zu hören ist.

Passmann ist gut in dem was sie tut

Im laufe ihrer Karriere gewann sie bereits den LfK-Medienpreis für ein Interview mit Frank-Walter Steinmeier, den Kulturpreis der internationalen Bodenseekonferenz in der Sparte „Poetry Slam“, sowie den Grimmelshausen-Förderpreis für die Textsammlung Monologe angehender Psychopathen (2014).

Besonders aktiv ist sie auf der Online-Plattform Twitter. Die Anzahl ihrer Follower*innen hat sich hier innerhalb von einem Jahr von 70.000 auf knapp 148.000 mehr als verdoppelt. Sie selbst bezeichnet sich nicht als Influencerin, ist sich aber bewusst, dass mit solch einer Reichweite, auch eine gewisse Verantwortung einhergeht.

Sophie Passmann und die alten, weißen Männer

Mehrere Bücher stehen in einem Bücherregal. Das Buch "Alte weiße Männer" steht mit dem Cover sichtbar im Vordergrund.

(c) Melissa Eiseler

In ihrem Buch Alte weiße Männer führte Sophie Passmann Gespräche mit 15 bekannten deutschen Männern. Dafür sprach sie mit ihnen über Feminismus, Sexismus und Chancengleichheit der Geschlechter. Ihre erste Frage hierbei war immer: „Bist du ein alter weißer Mann?“ Dies beantworteten die Männer oft humorvoll, aber zum Teil auch unsicher und ausweichend.
Passmann wurde in diesem Zusammenhang oft gefragt, was jemanden zu einem alten weißen Mann macht. Denn Alter, Hautfarbe und Geschlecht sind zwar ein Bestandteil, um sich als solcher zu „qualifizieren“ – es spielen jedoch auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle, um sagen zu können, wann jemand ein alter weißer Mann ist.

„Es ist ein Habitus, ein Sendungsbewusstsein, das manche Leute der Welt gegenüber haben. Es gibt sicherlich ein Set an Eigenschaften: gegen den Wandel zu sein, eine leichte Süffisanz, die Tendenz, Emanzipation lächerlich zu machen“

Passmann fand die, zu dem Zeitpunkt bereits etablierte, Bezeichnung des alten weißen Mannes insofern interessant, da diese manche Menschen inspiriert und manche ärgert –und teilweise auch stark provoziert.

„Der Begriff wird gerne benutzt, um zu nerven. Ich mache das auch gerne.“

Umgang mit Hass im Internet

Das von Passmann selbst als „nerven und ärgern“ bezeichnete Verhalten und ihre offene Bekennung zum Feminismus stoßen besonders auf Twitter teilweise auf Hass und negative Reaktionen, mit zum Teil extremen Hasskommentaren, Beleidigungen und Drohungen gegen sie als Person oder gegen das, wofür sie sich einsetzt. Trotzdem sagt sie in einem Unicum-Interview, dass die Öffentlichkeit wahrscheinlicher netter zu ihr sei, als sie zu sich selbst.

„Ich habe gerade die ersten Verrisse meines Buches gelesen und mir gedacht: Alles, was ihr mir sagt, habe ich mir schon acht Mal gesagt.“

Illustration von Sophie Passmann mit einigen ihrer Tweets im Hintergrund

(c) Melissa Eiseler

Die Zukunft des Feminismus

Trotz Selbstzweifel und Kritiken setzt sich Sophie Passmann konsequent für das ein, wofür sie steht: Für eine wirklich gleichberechtigte Zukunft. Dazu müssen Frauen laut Passmann jedoch selbst aktiv werden. In einem Kurzvortrag im Rahmen vom Z2X, dem Festival der neuen Visionäre formulierte sie deshalb:

Das ist unser Kampf, liebe Frauen, wir müssen ihn selbst kämpfen. Keiner wird uns helfen. Wir müssen besser sein. Schneller, klüger, größer, großmütiger, mehr da, länger, früher, besser.

Zudem würde sie sich für die Zukunft wünschen, dass Frauen sich gerne als Feministin bezeichnen und „und vor allem bei der Frage, ob sie Feministinnen sind, nicht überlegen, was Männer davon halten“.

Durch ihre humorvolle, aber auch direkte Art und oft mit einer großen Prise Ironie gibt sie Themen rund um Chancengleichheit und Feminismus eine Plattform. Somit regt sie vor allem in den sozialen Medien notwendige Diskurse an. Aus diesem Grund ist sie unsere Frau der Woche.

Melissa Eiseler

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