In dieser Teamfolge Von Boom bis Z spricht Jana mit Huila zum Abschluss über ihr Praktikum. Denn lange Eingewöhnungsphasen gab es nicht: Rund um die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag am 8. März startete Huilas Praktikum und es ging direkt los mit Organisieren, Planen, Schreiben, Koordinieren und Improvisieren. Genau dadurch bekam Huila sofort einen Eindruck davon, wie vielseitig die Arbeit bei den frauenseiten eigentlich ist: Texte schreiben, Veranstaltungen begleiten, Social Media betreuen oder Podcasts vorbereiten. Kein Tag sah wirklich gleich aus und langweilig wurde es nie.

Was ist deine Lieblingsrubrik?
Besonders die Podcasts haben einen festen Platz in Huilas Herz gefunden. Vielleicht, weil dort Gespräche entstehen, die sich ein bisschen echter anfühlen als perfekt ausformulierte Artikel. Oder auch, weil man dabei gleichzeitig zuhören, diskutieren und manchmal einfach drauflosreden darf. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem.
Aber auch eine andere Rubrik hat es Huila angetan: „Was ist eigentlich?“. Dort werden Begriffe erklärt, unkompliziert und verständlich, ohne dass man vorher drei Bücher gelesen haben muss. Genau das mag sie daran. Die Texte funktionieren für verschiedene Generationen, ohne belehrend zu wirken.
Und dann gab es natürlich noch die Momente außerhalb des klassischen Redaktionsalltags, zum Beispiel das Würfelturnier im Horner Eck. Das klingt erst einmal unscheinbar, entwickelte sich aber zu einer dieser Erfahrungen, bei denen man plötzlich merkt, wie schön es sein kann, neue Leute kennenzulernen: Gutes Setting, entspannte Stimmung, nette Gespräche.
Überhaupt beschreibt Huila ihr gesamtes Praktikum weniger über einzelne große Highlights als über ein durchgängiges Gefühl von Zufriedenheit. Diese kleinen Erfolge, die sich durch die Wochen gezogen haben: Gelungene Veranstaltungen, ein fertiger Beitrag, oder positives Feedback auf Instagram oder dem Blog. Und vor allem Menschen, die schreiben, dass sie sich mit Themen identifizieren können oder sich einfach freuen, dass darüber berichtet wird. Genau daraus entstand für sie ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit.
Außerdem…
…fand Huila überraschend, wie viele Türen sich plötzlich öffnen, sobald man mit einer Redaktions-Mailadresse unterwegs ist: Interviewanfragen, Presseveranstaltungen oder Kontakte zu Organisationen. Dinge, die vorher weit weg wirkten, wurden plötzlich erreichbar. Dazu kam die Erkenntnis, dass die frauenseiten mehr Reichweite haben, als man vielleicht zuerst denkt. Der Name ist vielen bekannt, die Community reagiert aktiv und Themen bekommen Aufmerksamkeit.
Laut Huila hat Bremen als Stadt deutlich mehr zu bieten, als viele meinen. Gerade im feministischen Bereich gibt es viele Organisationen, Veranstaltungen und Projekte. Man muss nur wissen, dass sie existieren. Oder jemanden kennen, der einen darauf aufmerksam macht.
Huila gehört zur Gen Z und fühlt sich dieser sehr angehörig, ob es nun der Slang oder manche Trends sind. Auch die Onlinekultur, aber vor allem das Gemeinschaftsgefühl mit vielen jungen Menschen schätzt sie sehr. Gleichzeitig spricht sie aber auch über die Unsicherheiten, die viele in ihrem Alter beschäftigen: Zukunftsängste, politische Krisen, finanzielle Sorgen oder die Frage, wie stabil die eigene Zukunft eigentlich wirklich ist.
Für Huila ist das Alter, in dem man gerade ist, eigentlich immer perfekt. Man müsse einfach versuchen, das Beste daraus zu machen. Jünger sein? Das klingt für sie überhaupt nicht verlockend, besonders nicht unter 20 zu sein.
Oft sei gar nicht das Alter selbst das Problem, sondern die Verantwortung, die irgendwann automatisch mitkommt. Jana stimmt ihr dabei direkt zu und spricht über die Sorgen rund um den Bachelor- oder Masterabschluss und den Arbeitsmarkt. Dieses klassische Versprechen von „Mach deinen Abschluss und dann läuft das schon“ funktioniert für viele inzwischen nur noch bedingt. Arbeitslosigkeit oder Unzufriedenheit im Job sind sehr reale Themen geworden.
Ein perfektes Lebensmotto
Huilas Antwort auf die Frage nach ihrem Lebensmotto lautet erstaunlich simpel: „Take it day by day“: Nicht alles gleichzeitig lösen wollen und einfach erst einmal den nächsten Schritt machen.
Wenn Situationen besonders chaotisch oder einschüchternd wirken, hilft ein weiteres Motto: „Just wing it.“ Also ungefähr: Mach einfach. Improvisier halt. Das klingt erst einmal nach schlechter Vorbereitung, funktioniert aber meistens erstaunlich gut. Denn oft merkt man erst mitten in einer Situation, dass man viel mehr kann, als man vorher dachte.
Das berühmte „fake it till you make it“ hört ihrer Meinung nach nie wirklich auf, egal wie alt man ist. Neue Situationen wird es immer geben und oft muss man souverän wirken, obwohl man innerlich eigentlich nur hofft, dass niemand merkt, dass man keine Ahnung hat.
Was studierst du eigentlich? Und was macht man damit?
Neben dem Praktikum studiert Huila einen Zwei-Fächer-Bachelor in English-Speaking Cultures und Materielle Kultur: Textil.
Langfristig interessiert sie sich für Creative Directing oder Production, also irgendwas zwischen Kreativität, Organisation und Konzeptarbeit. Gleichzeitig bleibt sie realistisch: Die Kreativbranche ist hart, vieles ist unsicher und feste Pläne gibt es noch nicht.
Bin ich jetzt erwachsen?
Ein Moment, in dem sie gemerkt hat, erwachsen geworden zu sein? Nicht nur Rechnungen bezahlen oder alleine wohnen gehören dazu, sondern auch ganz spezifischen Momente: Im Urlaub auf der Terrasse oder bei politischen Debatten mit Freund*innen.
Kein Picky Eater, aber…?
Dann wäre da noch eine der vielleicht wichtigsten Entwicklungen des Erwachsenseins: Kapern mögen. Früher hat Huila sie gar nicht gerne gesehen, aber heute sind sie eine persönliche Delikatesse. Ihr Tipp: Pasta mit Olivenöl, Tomaten und Kapern, optional mit Parmesan. Guten Appetit!
Am Ende blickt Huila sehr positiv auf ihre Zeit bei den frauenseiten zurück: Viele unterschiedliche Aufgaben, spannende Gespräche und das Gefühl, wirklich Teil der Redaktion gewesen zu sein. Besonders bedankt sie sich bei Jana und Isabella für die Einführung in den Redaktionsalltag und die Unterstützung hinter den Kulissen.
Ausblick
Ganz vorbei scheint die Geschichte noch nicht zu sein. Vor allem bei den Podcasts teasert Huila bereits weiteres Mitwirken an. Die Chancen stehen also gut, dass man ihren Namen bei den frauenseiten hier und da doch noch hören wird.
Huila de Ceitas



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