Was ist eigentlich… FLIT?

Lila Lupe wird von einer Hand gehalten, darunter liegt ein Heft mit Schrift. In der Lupe ist die Feminismus-Faust zu sehen

(c) Jennifer Höltken

FLIT, FLTI, TILF, FLINT, alle Buchstaben entweder mit oder ohne Sternchen: wer heutzutage an deutschen Unis studiert und sich für Feminismus interessiert, hat bestimmt schon einmal eines dieser Akronyme gesehen. Dabei stehen alle Buchstabenkombinationen für die gleichen Menschen: Frauen, Lesben, inter* Personen, trans Personen und nicht-binäre Leute. Falls ihr schon einmal eine Einladung zu einem Vortrag „nur für FLIT-Personen“ gelesen habt, aber euch nicht getraut habt, hinzugehen, weil ihr euch nicht sicher wart, ob ihr mitgemeint wart, ist diese Erklärung für euch!

Hier noch einmal alle Buchstaben im Detail:

F für Frauen

Hiermit sind alle Menschen eingeschlossen, die sich als Frauen definieren. Seid ihr cis, hetero und dyadisch und durch das „LIT“ abgeschreckt? Keine Panik! Auch ihr seid bei FLIT-Veranstaltungen willkommen. Allerdings solltet ihr daran denken, dass FLIT-Räume nicht nur für euch sind. Deshalb solltet ihr fähig sein, Kritik anzunehmen und zu erkennen, dass euer Erleben vom Frausein nicht das einzige ist. Deshalb gibt es im FLIT-Alphabet zum Beispiel auch das L für:

Zwei Frauen in einer Umarmung

(c) Hannah Lena Puschnig

L für Lesben

Scheint überflüssig, weil alle Frauen schon mitgemeint sind? Nein, denn mit dem „L“ wollen FLIT-Räume darauf hinweisen, dass es andere Weisen gibt, eine Frau zu sein, als bloß die heterosexuelle. Wie viele queere Frauen immer wieder merken, wird Sex und Liebe mit Männern ständig stillschweigend oder plakativ als normaler Teil von Weiblichkeit definiert. Das „L“ soll dem entgegenwirken. FrauenLesbenräume, die Vorreiterinnen der FLIT-Räume, hatten gleiches im Sinn. Zudem erkennen Queer-Feminist*innen heutzutage, dass sich auch Menschen als Lesben definieren, die keine Frauen sind. Wie zum Beispiel nicht-binäre Menschen. Oder auch:

I für inter Personen

Inter Personen haben gemeinsam, dass ihr Körper nicht den Geschlechtsnormen entspricht. Inter Leben sind allerdings verschieden. Einigen inter Personen werden nach der Geburt unnötige Genital-OPs aufgezwungen. Einige finden erst spät im Leben heraus, dass ihr Körper nicht in medizinische Normen passt. Einige bezeichnen sich als Männer und Frauen, andere als nicht-binär oder auch einfach als inter oder divers. Unter das „I“ in FLIT fallen alle inter Realitäten. So bleibt nur noch das T für:

Ein Scrabble-Spielbrett mit dem Wort non-binary

Non-binary: Geschlechtsidentitäten abseits von Mann und Frau (c) Hannah Lena Puschnig

T für trans Personen

Trans Personen sind unabhängig ihres Geschlechts mitgemeint. Trans Männer, trans Frauen und nicht-binäre Menschen dürfen erscheinen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Wenn ihr eine Person in einem FLIT-Raum seht, von der ihr glaubt, dass sie nicht dort hingehört, behaltet immer im Kopf: FLIT-Räume gibt es nicht nur für cis Frauen und die Anwesenden wissen selbst am besten, wo sie sich verorten. Denn was für euch wie ein dya-cis Mann aussieht, könnte eine trans oder inter Person sein.

Auch wenn nicht-binäre Menschen unter dem „T“ mitgemeint sind, definieren sich nicht alle nicht-binären Leute als trans, weshalb an einigen Orten das „FLIT“ um ein „N“ zu „FLINT“ erweitert wird. Oft werden nicht-binäre Menschen auch in der Erklärung zur Einladung erwähnt.

Ein bisschen Solidarität

Sechs lesende Frauen am runden Tisch

© Heidemarie Gniesmer

Feminismus gehört nicht allein den Frauen – schon gar nicht nur denen, die dyadisch und cis sind. FLIT-Räume existieren, um allen Menschen Schutzräume zu geben, gegen die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wird. Diese Räume sind dafür da, all diesen Leuten Orte zu geben, wo sie verlangen dürfen, für einen Moment Ruhe von alltäglichen Sprüchen und Anfeindungen zu haben. Jetzt wo ihr Bescheid wisst, könnt ihr auch zur nächsten Veranstaltung für FLITs, T*I*LFs, F*L*T*I*s oder FLINTS, um respektvoll zu diskutieren, etwas zu lernen oder euch einfach mit netten Leuten zu entspannen.

Kathy Hemken

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