Was ist eigentlich… Gender Mainstreaming?

Lila Lupe wird von einer Hand gehalten, darunter liegt ein Heft mit Schrift. In der Lupe steht: Was ist eigentlich Gender Mainstreaming?

(c) Jennifer Höltken

„Gender Mainstreaming“ ist ein weit gestreuter Begriff. Doch die Wenigsten wissen, wofür er steht. Er bezeichnet die Leitidee, bei allen Entscheidungen zu politischen und gesellschaftlichen Vorhaben, die verschiedenen Konsequenzen für Männer und Frauen zu betrachten. Dabei gilt es, die Interessen aller Geschlechter zu berücksichtigen. Und das in Politik, Organisationen und Institutionen aller Art. 

Der Ursprung der Idee

Entstanden ist der Begriff für das beschriebene Verfahren auf der UN-Weltkonferenz im Jahr 1995. Er wurde eingeführt, weil man festgestellt hat, dass Männer und Frauen auf unterschiedliche Art und Weise von Entscheidungen betroffen sein können. Deswegen wurde dieser Ausdruck eingesetzt, um den Bedürfnissen entsprechend zu arbeiten. Man wollte also, dass Beschlüsse fairer gefasst werden. Jenes soll die Akzeptanz von getroffenen Entscheidungen erhöhen. Das Wortgefüge setzt sich zusammen aus „Gender“ für die Menschen verschiedenen Geschlechts und „Mainstreaming“. Wobei „Mainstreaming“ ausdrücken soll, dass das Verfahren auf alle Entscheidungen und Regelungen angewandt werden kann und nicht nur für solche, die das Ziel der Gleichstellung verfolgen. 

Die Umsetzung

Waage in deren Schalen die die Icons für männlich und weiblich gleiches Gewicht haben

(c) Antje Robers

Zu der Umsetzung des Verfahrens sind alle durch das internationale und nationale Recht verpflichtet. Bei uns in Deutschland wurde „Gender Mainstreaming“ mit einem Beschluss der Bundesregierung vom 23. Juni 1999 als sogenanntes Leitprinzip für das Handeln der Regierung in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter festgelegt. Von dieser Entscheidung betroffen sind unter Anderem die Bereiche Jugend- und Vereinsarbeit, Gesetze, Projekte, Programme, Fördermaßnahmen und viele mehr. Zu einer der Anwendungen im Alltag zählt die geschlechtergerechte Sprache. Die aktuellste Variante der Sprache ist die Schreibeweise mit einem Sternchen „*“. Also zum Beispiel „Polizist*in“, „Lehrer*in“ oder „Politiker*in“. Durch die Verwendung der geschlechterneutralen Sprache, denken Menschen um. Sie hinterfragen Klischees und reflektieren Formen, die als gesetzt galten. Schließlich ist beabsichtigt, die bis heute vorgeprägten Rollenbilder außer Kraft zu setzen.

Nele Woehlert

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