Pressemeldung
Ein Projekt über die Sichtbarkeit von FLINTA
Stationen: Rhein-Maas-Delta – Main – Donau – Weser
Zeitraum: März–September 2026
*** Residency Open Call ***
Die maritime Welt erzählt sich bis heute vor allem aus männlichen Perspektiven: Häfen als Machtzentren, Seewege als Handels- und Kriegsrouten, Schiffe als Orte von Expansion und Kontrolle. In diesen Geschichten tauchen FLINTA oft nur am Rand auf. Als Glücks- und Sehnsuchtsymbol werden sie objektiviert, jedoch selten als handelnde Subjekte wahrgenommen. Dabei waren und sind FLINTA immer aktiv agierender Teil der Seefahrt und des Handels.
Das Projekt MS D.O.C.H. Residency 2026 setzt genau dort an: Es verschiebt den Blick auf diejenigen, die politisch, historisch und gegenwärtig oft übersehen werden. Wasser wird dabei nicht nur als Durchgangsraum verstanden, sondern als Ort, der geprägt ist von Körpern, Arbeit, Wissen und Machtverhältnissen – und der zugleich zugunsten feministischer Sichtbarkeit veränderbar ist. Im Zentrum steht die MS D.O.C.H., das schwimmende Atelier des D.O.C.H. Kollektivs aus Bremen. Das elf Meter lange Stahlschiff wird zu einem mobilen Arbeits- und Denkraum, auf dem Künstlerinnen, Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen und Kapitäninnen zusammenkommen. Hier entstehen Gespräche, künstlerische Arbeiten und gemeinsame Recherchen. Direkt auf dem Wasser.
Der Ausgangspunkt der Reise lag im Frühjahr 2026 in Rotterdam, dem größten Hafen Europas. Dort haben die Geophysikerin Aline Plötz sowie die Kunst-Kapitäninnen Julia Blawert und Karin Demuth (D.O.C.H.) erste Fragen verfolgt: Wie sind FLINTA in maritime Wissens- und Arbeitsgeschichten eingeschrieben?
Oder aus ihnen heraus geschrieben worden? Von Rotterdam (NL) aus führt die Route weiter über Frankfurt, Leipzig und Linz (AT) bis nach Bremen. Jede Station ist dabei nicht nur ein geografischer Ort an einer zentralen Wasserroute, sondern Teil einer sich entwickelnden Untersuchung: Wer bewegt sich auf dem Wasser? Wer wird gesehen? Und wer nicht?
Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, wo sich bereits Veränderungen vollziehen: wo das Wasser nicht mehr nur Transit ist, sondern ein Raum, der neu verhandelt wird. Den Abschluss findet das Projekt am 12. und 13. September 2026 im Rahmen der Maritimen Woche Bremen, wo die Ergebnisse und künstlerischen Interventionen öffentlich präsentiert werden.
Residency Open Call
Im Rahmen des Projektes schreibt das D.O.C.H. Kollektiv zwei Residencies für Künstler:innen, Forscher:innen, Journalist:innen oder Kapitäninnen aus, um sich
den Fragestellung des Projekts künstlerisch zu widmen und eigene Projekte zu realisieren.
• Termine: 14.-20.06.2026 und 05.-13.09.2026 STRÖMUNG
• Standort: in Bremen; auf der Weser und an der Schlachte
Bewerbungen können bis zum 26. Mai 2026 eingereicht werden.
Bewerbungsunterlagen:
a) Motivationsschreiben mit Bezug zum Thema Wasser und
b) Kurzportfolio
per Mail an Bureaudoch@gmail.com
Über die MS D.O.C.H.
Die MS D.O.C.H. ist mehr als ein Schiff, sie ist ein Access Point. Als schwimmendes Atelier schafft sie einen Ort, an dem feministische
Perspektiven auf Wasser nicht nur diskutiert, sondern praktisch erprobt werden. Bis zu zwölf Menschen arbeiten, forschen und produzieren hier gemeinsam – im
direkten Bezug zum maritimen Raum. Das Schiff wird so zu einer beweglichen Struktur für:
• künstlerische Produktion
• performative Formate
• kritische und forschende Praxis
Ziel ist es, FLINTA im maritimen Kontext sichtbarer zu machen und neue Formen von Präsenz, Zusammenarbeit und Erzählung auf dem Wasser zu entwickeln.
Das Projekt ist gefördert vom Senator für Kultur Bremen.
Pressemitteilung D.O.C.H. Kollektiv



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