Ms. Monopoly fördert Erfindungen

Ms Monopoly

(c)Hasbro

Im Oktober kommt Ms. Monopoly auf den Markt. Moment. Ms. Monopoly? Richtig gelesen. Denn statt dem Immobilienmogul Mr. Monopoly ziert die neue Edition des Gesellschaftsspiels eine junge Businessfrau. In Blazer und Pumps steht nun die Nichte von Mr. Monopoly im Mittelpunkt.

Sucht man nach Monopoly finden sich unzählige Versionen. Europa, Banking, Gamer, Hobbit und so weiter. Die Liste nimmt kein Ende. Das Spiel bleibt dabei fast immer gleich und Mr. Monopoly befindet sich in fast allen Versionen auf dem Cover.

Worum geht es bei Monopoly?

Personen, an denen der Spieleklassiker vorbeigezogen ist, wird das Spielprinzip etwas seltsam vorkommen. Denn eigentlich ist es das Spiel zum Kapitalismus. Zu Beginn bekommt jede*r Spieler*in eine Figur und ein Startkapital. Dann wird gewürfelt und man kommt auf ein Feld, so kann man die dort liegende Straße (beziehungweise die Stadt, das Denkmal oder den fiktiven Ort) erwerben. Betritt ein*e andere*r Spieler*in dieses Feld, so muss sie oder er der oder dem Besitzer*in Miete zahlen. Im Laufe des Spiels wandert das Geld so hin und her, bis jemand bankrott geht. Ereignis- und Gemeinschaftskarten mischen das Spiel zusätzlich auf. So zumindest in den klassischen Varianten. Schon bei Spielvarianten wie Monopoly Gamer wagten sich die Entwickler*innen an ein anderes Spielkonzept ran. Doch Ms. Monopoly sticht durch etwas anderes hervor.

Erfinderinnen auf dem Vormarsch

Das Spielprinzip bleibt bei der Ms. Monopoly Variante gleich. Zu Beginn bekommen die Spieler*innen ein Startkapital und können mit Würfeln das Spielfeld überqueren. Statt Straßen, Orten, Städten oder Gebäuden können bei Ms. Monopoly

Wlan Erfindung

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allerdings Erfindungen erworben werden, die von Frauen kommen. Darunter die Solarheizung, den Vorgänger des WLAN und Melittas Kaffeefilter. Auch hier kann die Miete erhöht werden, wenn ein Gebäude auf dem Feld steht. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Häuser und Hotels, sondern um eine Geschäftszentrale. Letztlich also eigentlich nah am Spielkonzept und mit dem Fokus auf Erfindungen weiblicher Personen.

Auch in dem Imagefilm des neuen Ms. Monopoly wurden die Erfindungen in den Vordergrund gestellt. Drei junge Mädchen erzählen darin, an welchen Entdeckungen sie selbst gerade arbeiten. Mit ihren Ideen wollen die dreizehnjährige Gitanjali Rao, die sechzehnjährige Sophia Wang und die ebenfalls sechzehnjährige Ava Canney die Welt verbessern. Früherkennung von Erdbrüchen oder aber die Bestimmung vom Bleigehalt im Wasser. Diese neuen Ideen könnten für die Menschheit durchaus hilfreich sein. Auch die Spielefirma Hasbo, die Monopoly vertreibt, sieht das anscheinend so. Denn alle drei Mädchen bekamen zu ihrem Ms. Monopoly Spiel 20.580$, um ihre Ideen zu verwirklichen.

„The first game where women make more than men“

So lautet der Schriftzug der unter Ms. Monopoly zu sehen ist. Auch wenn sich dieser vielleicht nur auf die zahlreichen tollen Erfindungen beziehen soll, spielt er in jedem Fall auf eine letzte Besonderheit an.

Denn was bei Ms. Monopoly tatsächlich stark abweicht, ist die Verteilung des Geldes. Das Gender-Pay-Gap ist ein vielfach belegtes Phänomen. Studien zeigen, dass Männer in Deutschland durchschnittlich 21% mehr verdienen als Frauen. Dieser Zustand soll in Ms. Monopoly ausgeglichen werden. Denn Spielerinnen erhalten nicht nur ein erhöhtes Startkapital. Auch jeder Zug über Los bringt ihnen 40$ mehr als ihren männlichen Mitspielern. Dieses neue Spielkonzept führte in den Medien zu einem Aufschrei.

Beschwert wurde sich von Männern oft über die Benachteiligung, die sie in diesem Spiel erfahren. Aber auch Frauen kritisieren das Spiel. Dadurch, dass sie mehr Geld bekommen, ist ein Sieg weniger wert.

Ms. Monopoly Spielbrett

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Ist Ms. Monopoly nun schlecht?

Die Kritik am Spiel ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Doch auch wenn der Weg ein wenig provokativ ist: Das Gender-Pay-Gap bekommt so Aufmerksamkeit und kann auch Kindern schon spielend erklärt werden. Ob es im Spiel dann so umgesetzt werden sollte? Fragwürdig. Denn es wird die Ungleichheiten zwischen und das Denken von jungen Mädchen und Jungen nicht verändern. Wenn bereits in Spielen gezeigt wird, dass Mädchen mehr Geld brauchen, um zu gewinnen, ist das die falsche Botschaft. Oder dass Feminismus die Frau bessergestellt sehen will. Denn auch dann ist es keine Gleichberechtigung mehr. Das Originalspiel ist nach diesem Gedanken daher sogar feministischer als Ms. Monopoly.

Dennoch kann der positive Aspekt nicht ausgelassen werden. Die Anerkennung von Erfinderinnen durch das Spiel finde ich super. Schade ist dabei, dass sie Erfinderin von Monopoly Elizabeth Magie Phillips nicht mit in das Spiel eingeflossen ist. Lässt man die Regel für das Extrageld also einfach aus, bleibt ein Spiel übrig, dass für weibliches Empowerment steht.

Jana Knösel

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