Studie beweist: Patriarchat macht unglücklich. Dies und weitere genderpoltische Nachrichten im Presse-Pott…
Feministischer Sommerkongress
Während es in den 1970er Jahren eine sehr starke, sehr einige Frauenbewegung gab, spalten inzwischen Generationenkonflikte und Grabenkämpfe die feministische Bewegung. Dem sollte auf dem Feministischen Sommerkongress entgegengewirkt werden. Organisiert vom Landesfrauenrat Berlin e. V., einem Zusammenschluss verschiedener feministischer Organisationen, wie Verbände, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften, waren mehr als 400 Frauen zusammengekommen. „Wir müssen lernen, mit der Differenz zu leben“, so Christine Kurmeyer, die Vorsitzende des Landesfrauenrats Berlin e.V., und: „Wir müssen wieder mehr auf unsere Gemeinsamkeiten schauen, nicht nur auf das, was uns trennt.“
Unglücklich im Patriarchat
In Ländern, in denen das Patriarchat besonders ausgeprägt ist, sind die Menschen unglücklicher und haben eine kürzere Lebenserwartung. Das haben Forschende des Boston College in einer Studie herausgefunden.
Die feministische Sprechstunde
Pinkstinks präsentiert zusammen mit der Feminist Law Clinic die Feministische Sprechstunde mit dem Thema: „Wie erstatte ich eine Anzeige?“ Denn nur 3 Prozent aller sexualisierte Angriffe werden überhaupt zur Anzeige gebracht. Besonders niedrig ist die Anzeigenquote bei sexualisierter Gewalt und Gewalt in Partner*innenschaften. Mehr Videos und Sprechstunden sollen folgen.
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ legte seinen Jahresbericht 2025 vor. Danach erreichte die Zahl der Beratungskontakte mit rund 69.500 einen neuen Höchstwert. Täglich nutzten durchschnittlich 190 Menschen das Hilfetelefon, in 145 dieser Beratungen ging es um geschlechtsspezifische Gewalt. Die Anfragen von persönlich Betroffenen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent. Die Zahl der Beratungen per E-Mail und Chat stieg um 42 Prozent. Die Entwicklungen zeigen, wie hoch der Unterstützungsbedarf ist.
„Hilfen im Netz“
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat am 10.7.2026 eine bundesweite Kampagne für das Beratungsangebot „Hilfen im Netz“ für Kinder von Eltern mit psychischen und Suchterkrankungen gestartet. „Hilfen im Netz“ bietet betroffenen Kindern und Jugendlichen anonyme und kostenlose Beratung und stellt ihnen darüber hinaus passende Hilfen zur Seite.
Nur „Ja heißt Ja“ gefordert
Am 10. Juli beriet der Bundesrat auf Initiative Hamburgs, ob er über eine Entschließung die Einführung eines konsensbasierten Sexualstrafrechts im Sinne von „Nur Ja heißt Ja“ fordert. Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Ausschuss für Innere Angelegenheiten hatten eine Annahme der Entschließung empfohlen. Der federführende Rechtsausschuss jedoch war zu keiner positiven Stellungnahme gekommen. Doch nun unterstützt auch der Bundesrat das Prinzip »Nur Ja heißt Ja«. Dadurch sollen die Rechte von Opfern von Übergriffen in Schockstarre oder im Schlaf gestärkt werden: So soll es nie wieder vorkommen, dass ein Staatsanwalt schreibt (wie geschehen bei Claudia Wuttke): ‘Das ist ganz schlimm, was Ihnen passiert ist. Aber leider waren Sie in keiner schutzlosen Lage’. Nun ist die Bundesregierung gefragt.
Fußball und Gewalt gegen Frauen
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer sind mehrere Spieler zugelassen, gegen die Verfahren oder Vorwürfe wegen sexueller Gewalt oder gar Vergewaltigung laufen. Die FIFA scheint nichts dagegen zu haben, dass diese Männer ihre Länder repräsentieren. In Brasilien wiederum wird immer wieder berichtet über Star-Fußballer, die keinen Unterhalt für ihre Kinder zahlen, was dort als Form der ökonomischen und psychologischen Gewalt gegen Frauen gilt.
Änderungen beim Elterngeld geplant
Familienministerin Karin Prien (CDU) plant Änderungen beim Elterngeld. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Paare nur dann den vollen Elterngeldbezug erhalten, wenn Väter und Mütter jeweils drei Monate Elterngeld beantragen und weitere sechs Monate frei aufteilen. Eine Initiative, um mehr Väter länger an den Wickeltisch zu bekommen? Mitnichten, sondern insgesamt eher ein Sparpaket – auch wenn der Mindest- und Höchstbetrag zum ersten Mal seit seiner Einführung 2007 leicht steigen soll. Bisher gibt es zu den zwölf Monaten Elternzeit, die in der Regel von der Mutter genommen werden, nämlich zusätzlich zwei „Vätermonate“. Eine weitere geplante Sparmaßnahme betrifft den Unterhaltsvorschuss. Der soll künftig nur noch bis zum 15. Lebensjahr des Kindes gezahlt werden.
Kinder von Regenbogenfamilien gleichstellen!
In Deutschland haben noch immer nicht alle Kinder die gleichen Rechte: Wird ein Kind in die Ehe oder Partnerschaft von einer Frau und einem Mann hineingeboren, hat es von Geburt an zwei rechtliche Elternteile. Wird ein Kind hingegen in die Ehe oder Partnerschaft von zwei Frauen oder nicht-binären Personen hineingeboren, hat es rechtlich gesehen nur einen Elternteil. Die nicht gebärende Person muss einen langwierigen, stigmatisierenden und unnötigen Stiefkindadoptionsprozess durchlaufen, – Daran hängen sämtliche Rechte und Pflichten. Zur Petition von Campact geht es hier: Kinder von Regenbogenfamilien gleichstellen! | WeAct
Betroffenenbeiräte bundesweit gefordert
Bremen ist vorausgegangen – mit der Einrichtung des Bremer Betroffenenbeirats Istanbul-Konvention (B*BIK): Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt vertreten im Beirat die Belange Betroffener. Nun hat Romy Stangl (Vorstandsfrau von One Billion Rising München e.V.) Bund und Länder dazu aufgefordert, solche Beiräte bundesweit einzuführen. Unterstützt wird sie von vielen Organisationen gegen geschlechtsspezifischer Gewalt, wie zum Beispiel TERRE DES FEMMES, Kolibri e. V., Feminist Law Clinic, Rotes Kreuz e. V. und vielen anderen. Unterschreiben kann man ihre Petition unter: Petition · Stärkt die Stimmen von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt im sozialen Nahraum: Berufung von Betroffenenräten JETZT auf Bundesländer- und Bundesebene · innn.it
PayPal und die Ultra-Rechten
Die Online-Shops von ultra-rechten Gruppen und Organisationen können mühelos mit PayPal-Zahlungen benutzt werden, obwohl viele Artikel – zum Beispiel Spruch-T-Shirts – gegen die selbst gestellten Anti-Diskriminierungsregeln der Plattform verstoßen. Aufgefallen sind unter anderem einige femo-nationalistische Gruppen, die Polina Bachlakova untersucht hat.
Bremen News
Unterhaltsvorschuss für „Solo-Mütter“. Wenn Väter den Unterhalt für ihre Kinder nicht zahlen können oder wollen, springt der Staat ein und gewährt Unterhaltsvorschuss. Aber was, wenn der Vater nicht bekannt ist, weil das Kind durch eine anonyme Samenspende entstanden ist? Das haben jetzt vier Bremer Mütter gerichtlich klären lassen. Sie beharren auf Gleichbehandlung ihrer Kinder mit anderen und haben in der ersten Instanz Recht bekommen. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.
Zuhause im Frauenzimmer. Wohnungslose Frauen in Bremen haben im „Frauenzimmer“ einen Anlaufpunkt, an dem sie sich tagsüber aufhalten können. Der buten&binnen-Beitrag porträtiert zwei Betroffene – und räumt mit Klischees auf.
Open Call für Bremer Künstler*innen: Ausschreibung mit Fokus auf Zeichnung. Im Rahmen des Veranstaltungsformates twogether der Bremischen Landesvertretung in Brüssel schreibt der Senator für Kultur erneut eine Förderung für Bremer Künstler*innen aus. Mit einer einjährigen Ausstellung haben die Protagonist*innen ab November 2026 die Möglichkeit, ihr zeichnerisches Werk einem internationalen Publikum in einer kompakten Ausstellung in den repräsentativen Räumen der Bremer Landesvertretung in Brüssel zu zeigen. Hier alle Informationen. Bewerben bis zum 23. August 2026 können sich alle in Bremen professionell arbeitenden Künstler*innen, die in ihrem Schaffen einen Schwerpunkt auf das Medium Zeichnung legen.
Zu Guter Letzt
„There´s no such thing as a glass ceiling for women – just a thick layer of men.“ Laura Liswood, Secretary-General of the Council of Women World Leaders, has long challenged the idea that women’s underrepresentation is caused by a lack of ability, ambition, or readiness. Leadership systems need to be redesigned to recognize, include, and elevate women.
Bremen ist Fußball-Weltmeister. Allerdings geht es weder um das Frauenteam noch um die Männermannschaft des SV Werder Bremen, sondern um die WM der Roboter in Südkorea. Und die gewann das Team der Uni Bremen mit 6:0.
Glenys & Irene



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