Gibt es endlich Hoffnung im Kampf gegen Deep-Fake-Pornos? Dazu Näheres im heutigen Presse-Pott…
Gender Investment Gap
Wir kennen den Gender Pay Gap, den Gender Care Gap – aber es gibt auch einen Gender Investment Gap: Frauen als Gründerinnen bekommen wesentlich weniger Risikokapital als Männer für ihre Start-Ups. Und die Lage hat sich für Gründerinnen sogar noch verschlechtert. Lediglich ein (!) Prozent des gesamten Risikokapitals in Deutschland geht an Gründerinnen. Gleichzeitig investieren immer mehr Frauen in Aktien.
Strafbarkeitslücken bei Deepfakes schließen…
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) spricht im Interview mit Der Spiegel eingehend über pornografische Deep Fakes, den KI-Chatbot Grok sowie Änderung und Handhabe des Strafrechts und über ihr Bestreben, Erleichterungen für die Opfer von digitaler Gewalt in die Wege zu leiten. „Kein Mensch sollte sich das gefallen lassen.“ sagt sie. „Unser Rechtsstaat braucht dafür zeitgemäße Werkzeuge…daher will ich im Frühjahr ein digitales Gewaltschutzgesetz vorlegen“. Es geht ihr auch um digitalen Voyeurismus, also um Spanner-Aufnahmen im öffentlichen Raum ohne Zustimmung der Betroffenen, und darum, was Deutschland zum Beispiel von Spanien lernen kann: „Das Land“ sagt sie „ist uns in Fragen von Gewaltschutz für Frauen ein paar Jahre voraus.“ Hier Stefanie Hubig im O-Ton.
… und der Fall Collien Fernandez
Über 10 Jahre lang wurde Frau Fernandez, vermutlich von ihrem Ehemann, im Internet regelrecht „verkauft“. Durch viele gefälschte Konten mit Deep-Fake-Bildern und Videos glaubten fremde Männer jahrelang eine „Beziehung“ mit ihr zu haben. Sie sprach darüber mit Der Spiegel in der gleichen Ausgabe – Nr.13/2026 – wie Bundesjustizministerin Hubig (s.o.). Auch berichtete sie ganz persönlich auf Instagram. Ein breites parteiübergreifendes Bündnis von Abgeordneten (zum Beispiel Brand New Bundestag) steht hinter ihrer und Ministerin Hubigs Bestreben nach der Schließung von Strafbarkeitslücken im deutschen Recht bei digitaler Gewalt. Am Sonntag 22.3.2026 demonstrierten Tausende in Berlin „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“
Etwas mehr Geld für Hebammen
Der Deutsche Hebammenverband hat beim neuen Hebammenhilfevertrag Nachbesserungen erzielen können. Beleghebammen werden beim seit dem 1. November 2025 in Kraft getretenen Hebammenhilfevertrag finanziell schwer benachteiligt – viele verließen deswegen den Beruf. Die wichtigsten erzielten Änderungen, die ab 1.4.2026 greifen sind: 1) Ambulante Leistungen zur Abklärung im Kreißsaal können wieder abgerechnet werden; 2) Die Regeln für den 1:1-Zuschlag werden gelockert; 3) Bürokratische Hürden werden abgebaut. Dazu sagt DHV-Präsidentin Annika Wanierke: „Diese Änderungen haben das Potenzial, die finanziellen Einbußen zu minimieren oder knapp auszugleichen.“ Trotzdem seien sie „nicht viel mehr als ein Trostpflaster.“
Anstieg bei Endometriose-Fällen
Deutschlandweit ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Endometriose innerhalb von zehn Jahren um 50,1 Prozent gestiegen. Auch in Bremen ist die Zahl der Endometriose-Diagnosen von 2.300 im Jahr 2005 auf etwa 3.900 im Jahr 2024 gestiegen. Zur Erklärung sagt Lotta Zech, Oberärztin der Frauenklinik am St. Joseph-Stift in Bremen: „Zum einen ist das Bewusstsein für Endometriose in der Bevölkerung deutlich gestiegen. Zum anderen ermöglichen verbesserte Diagnoseverfahren, insbesondere der Ultraschall, heute eine schnelle und kostengünstige Diagnosestellung – ohne dass sich jede betroffene Frau für die Diagnose einer Operation unterziehen muss.“
Lauter Frauen
Lauter Frauennamen sind im Gespräch, wenn es um die Nachfolge von Bundespräsident Walter Steinmeier geht, dessen Amtszeit 2027 endet. Nachdem Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schriftstellerin Juli Zeh bereits abgesagt haben, ist nun der jüngste Vorschlag: Monika Grütters (CDU), ehemalige Staatsministerin für Kultur und langjährige Bundestagsabgeordnete. Aber auch andere Namen werden noch gehandelt, denen eins gemeinsam ist: alles Frauen. Und bisher alles Spekulation.
Die Erste
Autumn Durald Arkapaw erhielt bei den diesjährigen Oscar-Verleihungen den Preis für die „Beste Kamera” mit dem Film „Blood & Sinners“. Unglaublich: sie ist überhaupt erst die erste Frau, die diesen Preis jemals gewonnen hat.
Vom Sorgerechtsentzug zur Stiefkindadoption
Kirsten Plötz, freiberufliche Historikerin mit Schwerpunkt lesbische Geschichtsschreibung, macht im Interview auf das Unrecht gegenüber lesbischen Müttern aufmerksam. Bis in die 1990er Jahre hinein riskierten sie den Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder, wenn ihre Beziehung bekannt wurde. Auch heute noch besteht eine rechtliche Diskriminierung darin, dass nur durch eine Stiefkindadoption zwei Mütter als Eltern eingetragen werden können. „Da sehe ich die Fortsetzung alter Denkmuster: Es geht nicht um das Wohl der Kinder, sondern die Eltern sollen dafür bestraft werden, dass sie nicht eine normative Ehe führen.“
Alleinerziehende und Unterhaltszahlungen
Delia Keller vom Verein Fair für Kinder macht Druck auf das Familienministerium. Am 24. März wird sie eine Liste mit 86.000 Unterschriften überreichen, die ihre Petition „Kindergeld für alle – keine Abzüge für Alleinerziehende“ gesammelt hat. Denn Alleinerziehenden, denen der Staat Unterhaltsvorschuss gewährt, weil der andere Elternteil nicht zahlt, wird das Kindergeld abgezogen. Bei 83 Prozent der Nicht-Zahlenden – meistens Väter – holt sich der Staat den Vorschuss nicht zurück. Das waren im Jahr 2024 3,2 Milliarden Euro, mit denen wir Steuerzahler*innen deren Kinder mitfinanziert haben! Näheres hier.
Abtreibungen entkriminalisiert in GB
Das Britische Oberhaus hat den Beschluss gefasst, Frauen in England und Wales, die nach Ablauf der 24 Wochenfrist abgetrieben haben, zu entkriminalisieren. Viele solche späte Unterbrechungen finden deshalb statt, weil die Frauen und Mädchen gar nicht gewusst haben, dass ihre Schwangerschaft so weit fortgeschritten war. Ganz abgesehen von Gefängnisstrafen wurden sie dann lebenslang im Strafregister geführt und hatten keinen Zugang zu Jobs oder Ausbildungen. Nun werden sie begnadigt
Schlagen erlaubt – Knochen brechen nicht
Dass Frauen in Afghanistan unter den Taliban praktisch rechtlos sind wissen wir. Jetzt hat das Regime den Strafkodex erneuert. Danach dürfen Männer ihre Ehefrauen schlagen, solange das nicht zu Knochenbrüchen führt. Dann droht Strafe, und zwar ein Freiheitsentzug von fünfzehn Tagen!
Bremen News
Bürgerschaft debattiert über Golden Shop. Der Bremer Buchladen Golden Shop wurde durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von der Liste des Deutschen Buchhandelspreises gestrichen, ebenso wie zwei andere linke Buchläden in Göttingen und Berlin. Dies hatte heftige Proteste und Solidaritätsbekundungen aus der Buchhandels- und Kulturszene zur Folge. Wolfram Weimer wurde bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse ausgebuht. Bei der Debatte in der Bremer Bürgerschaft forderte die Regierungskoalition den Rücktritt Weimers.
Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben. Der Bremer Senat setzt seinen Einsatz für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt fort. Die Senatskommission Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt hat die Fortschreibung der Landesstrategie für Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit beschlossen. Die überarbeitete und um neue Maßnahmen erweiterte Strategie umfasst künftig insgesamt 32 Maßnahmen zur Verbesserung der Erwerbschancen von Frauen und zur Stärkung der Entgeltgleichheit. Denn auch wenn Bremen in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielen konnte, bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt.
Beteiligungsprozesses „Butter bei die Zukunft“. Die Neubebauung des ehemaligen Horten Areals in der Bremer Innenstadt geht in eine entscheidende Phase. Mit dem Qualifizierungsverfahren beginnt ein offener, iterativer Planungsprozess, in dem die Stadtgesellschaft eine zentrale Rolle spielt. Unter dem Titel „Butter bei die Zukunft“ lädt die Stadtentwicklungsgesellschaft Brestadt Bürgerinnen und Bürger, Bremen-Begeisterte und Interessensgruppen ein, sich aktiv in die Entwicklung des zukünftigen Nutzungskonzepts einzubringen. Öffentlicher Informationsabend, Workshops und Online Befragung: Näheres dazu hier.
Zu guter Letzt
Homeoffice steigert Geburtenrate. Eine neue Studie mit Daten aus 38 Ländern belegt, dass Paare, die im Homeoffice arbeiten, mehr Kinder bekommen. Es reicht schon ein Tag in der Woche im Homeoffice, vor allem wenn beide zu Hause arbeiten. Das hebt die Geburtenrate um 14 Prozent im Vergleich zu Paaren ohne Homeoffice….
Glenys & Irene



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