Queer-Rechte und Frauenrechte werden in Deutschland und weltweit immer mehr angegriffen. Dies und mehr im heutigen Presse-Pott.
Gen-Test für Sportlerinnen
Ab dem 1. September müssen sich alle Leichtathletinnen einem Gentest unterziehen, wenn sie auf internationaler Bühne unterwegs sind, um zu beweisen, dass sie „richtige“ Frauen sind. Das bestimmt World Athletics, der internationale Dachverband aller nationalen Sportverbände für Leichtathletik. Bisher mussten nur „verdächtige“ Sportlerinnen sich testen lassen und es betraf vor allem nicht-weiße Frauen, deren Leben dadurch zum Teil zerstört wurde. Männliche Sportler müssen sich nicht testen lassen – und werden auch nicht für eventuell vorhandene genetische Vorteile bestraft. Bei der Box-WM in Liverpool führte die Bestimmung jetzt dazu, dass das gesamte französische Frauen-Team vom Wettkampf ausgeschlossen wurde. In Frankreich sind Gen-Tests nämlich seit 1994 verboten…
„Erkennbar kein kompletter gesellschaftlicher Konsens“
Im Juni 2025 erschien die unabhängige Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG), durchgeführt vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Auftrag vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Am 1. September 2025 wurden die zentralen Erkenntnisse der Evaluation von Fachleuten sowie in der Prostitution Tätigen auf einer Tagung diskutiert. Das BMBFSFJ stellte fest: „Es gibt erkennbar keinen kompletten gesellschaftlichen Konsens zum Umgang mit Prostitution.“ Sie bemühe sich weiterhin, vulnerable Personen zu schützen und sexueller Gewalt sowie Menschenhandel entgegenzutreten.
Strukturelle Diskriminierung statt Effizienzsteigerung
Der Wegfall von Sprach- und Integrationskursen werde dramatische Konsequenzen für Frauen haben. Zu diesem Schluss kommt die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros (BAG) und hat sich zusammen mit weiteren Frauenorganisationen in einem offenen Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrint und Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas gewandt. Darin fordern sie die Wiederaufnahme von Integrations- und Sprachkursen speziell für Frauen, die seit dem 1.5.2025 nach und nach eingestellt werden. „Wir haben nicht genug Arbeitskräfte in Deutschland – es ist mir schleierhaft, warum wir auf eine so wertvolle Ressource wie Frauen mit Migrationsgeschichte verzichten wollen. Das ist nicht sparsam, dass ist kurzsichtig.“, so Bundessprecherin Luisa Arndt und das sei „strukturelle Diskriminierung von Migrantinnen statt Effizienzsteigerung“.
Frauen im öffentlichen Dienst steigen seltener auf
Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) hat ein Policy Paper zur geschlechtergerechten Bestenauslese im öffentlichen Dienst veröffentlicht. Darin wird deutlich: Frauen haben im Wettbewerb um Führungspositionen in der Bundesverwaltung weiterhin schlechte Karten. Unterschiedliche Beurteilungsrichtlinien in jedem Ressort der Bundesverwaltung, uneinheitliche Bewertungsskalen, mangelnde Transparenz und politisch besetzte Beurteilende ohne Fachqualifikation sind einige der Faktoren, die durch die Analyse ans Licht kommen. Das zentrale Auswahlinstrument für den beruflichen Aufstieg – die dienstliche Beurteilung – ist in vielen Fällen weder gendersensibel noch über Dienststellen hinweg vergleichbar.
Queerfeministischer Protesttag am 11.9.2025
Am 11.9.2025 will die AfD-Fraktion im Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung des Selbstbestimmungsgesetzes einreichen. Das Ziel der Rechtsextremen ist klar: Trans*-, inter- und nichtbinäre Menschen sollen erneut entrechtet und registriert werden. Gleichzeitig bereitet die CDU/CSU das Sonderregister für Menschen, die Gebrauch vom Selbstbestimmungsgesetz machen, vor. Die geplante Verordnung bedeutet: Trans*-, inter* und nicht-binäre Menschen sollen dauerhaft markiert werden. Wohin Register von Minderheiten führen können, zeigt uns die Geschichte. Aktionen in: Berlin, Mönchengladbach, Hannover, Göttingen, Heidelberg.
Kinder- und Jugendmedienschutz tut Not
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat am 3. September 2025 gemeinsam mit den beiden Co-Vorsitzenden Prof. Dr. Olaf Köller und Nadine Schön die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ vorgestellt. Diese soll ab Herbst 2025 notwendige Schritte für einen effektiven Kinder- und Jugendmedienschutz prüfen. Bremen preschte schon vor (siehe unten).
Burkina Faso nicht mehr sicher für LGBTQ+
Bislang gab es nirgends in der Gesetzgebung Burkina Fasos einen schriftlichen Hinweis auf Homosexualität – und das machte es zum sicheren Ort für viele LGBTQ+ Menschen aus ganz West-Afrika. Doch am 1.9.2025 erschien ein Zusatzartikel zum Code of Persons and Family (CPF), das zwei- bis fünf-jährige Gefängnisstrafen vorsieht für „Menschen, die Homosexualität fördern“. Dies geschieht im Rahmen eines weitergehenden Umschwungs durch ganz Afrika in Richtung „Schutz von Familienwerten„, Verbote von Abtreibung und Verfolgung von Homosexuellen…. finanziert von Ultra-Rechten in den USA und Europa.
Die Epstein-Liste
Nachdem sich US-Präsident Trump zum wiederholten Mal vor einer Veröffentlichung der Namen und Aktivitäten der Freunde, Mitwisser und Mittäter von Jeffrey Epstein gedrückt hat, haben sich Überlebende und Betroffene der Menschenhändler-Organisation zusammengefunden, um die Namensliste selber zusammenzustellen. “Wir wissen, wie sie heißen,” sagte eine Sprecherin, „und wir können ohne weiteres eine vollständige Liste rekonstruieren.“
LizzyNet ausgezeichnet
Am 28. August 2025 verliehen das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Deutsche UNESCO-Kommission die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Auch das gemeinnützige Unternehmen LizzyNet gGmbH mit Sitz in Köln, das mit seinem Jugend-Online-Magazin www.lizzynet.de in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum feiert, begeisterte die Jury mit einem eindrucksvollen Einsatz für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. „Wir freuen uns ganz besonders über die Auszeichnung in diesem Jahr, weil die Jugendplattform LizzyNet vor 25 Jahren mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums gegründet wurde und das engagierte Team es als gGmbH bis heute weitergeführt hat“, betonte Geschäftsführerin Ulrike Schmidt. Auch wir haben schon mehrfach von LizzyNet-Projekten berichtet, denn es startete im Jahr 2000 als Online-Community für Mädchen mit emanzipatorischem Ansatz und war in dieser Form in Deutschland neu.
Noch eine Petition gefällig?
Unsere Nudes sind nicht euer Business – Jetzt Profit mit geklauten Nacktbildern stoppen!
Bringen wir die Taliban vor Gericht!
Bremen News
Neue Gewaltschutzambulanz in Bremerhaven eröffnet: Seit dem 4. September 2025 können sich Betroffene von häuslicher, sexualisierter oder geschlechtsspezifischer Gewalt im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide behandeln lassen und ihre Verletzungen kostenlos und auf Wunsch vertraulich dokumentieren lassen. Diese Dokumentation ist gerichtsfest, falls sich die Betroffenen später für eine Strafanzeige oder zivilrechtliche Schritte entscheiden. Das Angebot ist kostenfrei; es bietet Betroffenen Unterstützung und erleichtert die Strafverfolgung.
Buchhandlung Buntentor bekommt den Bremer Buchhandlungspreis 2025. Wir gratulieren! Die Jury hob die besondere Ladengestaltung, ihre Verankerung im Stadtteil sowie den Einsatz der Buchhandlung für die Leseförderung hervor: „Dieser Einsatz für das Buch in seinem Kiez ist beispielhaft.“ Und wir möchten hinzufügen: Die Buchhandlung Buntentor ist eine der unabhängigen Buchhandlungen Bremens, die über ein feministisches Sortiment an Büchern verfügt. Zum 8. März 2022 konnten wir dort ein Bücherfenster dekorieren und Lesezeichen mit unseren feministischen Slogans verteilen.
Schutz vor Cybergewalt. In einer zunehmend digitalisierten Welt ist es entscheidend, Kinder und Jugendliche frühzeitig für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren, ihre digitale Kompetenz nachhaltig zu fördern und ihnen einen möglichst sicheren Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Zu diesem Zweck haben die Senatorin für Kinder und Bildung, der Senator für Inneres und Sport sowie die Polizei Bremen ein Präventionskonzept entwickelt, das ab dem Schuljahr 2025/26 umgesetzt wird. Das neu entwickelte Präventionskonzept basiert auf drei wesentlichen Säulen: Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, Elternabenden und der Qualifizierung von Lehrkräften. Die ersten Maßnahmen sollen nach den Herbstferien 2025 starten.
Erzieher*innenberuf: Hohe Motivation – schwierige Bedingungen. Die Arbeitnehmerkammer und die Senatorin für Kinder und Bildung haben eine Studie vorgelegt, wonach Erzieherinnen und Erzieher hoch motiviert ins Berufsleben starten. Und doch verlassen viele Arbeitsfeld oder -ort frühzeitig: Nur gut ein Drittel der Fachkräfte im Land Bremen bleibt auch zehn Jahre nach Berufseinstieg in der Kindertagesbetreuung in Bremen tätig. Im Auftrag der Senatorin für Kinder und Bildung sowie der Arbeitnehmerkammer Bremen hat das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw) in einer Studie die Gründe dafür untersucht: Die schwierigen Arbeitsbedingungen, ein belastendes Arbeitsklima und Konflikte im Team sowie Vereinbarkeitsprobleme, aber auch die Motivation zu beruflicher Weiterentwicklung führen häufig zu Stundenreduzierung oder dem Weggang aus dem Beruf.
Community Organizer*innen und Expert*innen für Kunsttherapien in Bremen gesucht! LESSAN e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 2009 für gesellschaftliche, gesundheitliche und berufliche Eingliederung von Frauen mit Migrationshintergrund durch transkulturelle Projekte einsetzt: „Unsere Schwerpunktthemen sind Sensibilisierungsarbeit und Schulungen zu weiblicher Genitalverstümmelung/-beschneidung, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie gegen Rassismus und Diskriminierung. Wir arbeiten bundesweit mit Community Organizer*innen aus afrikanischen Communitys zusammen. Die Community Organizer*innen setzen in ihren Bundesländern gemeinsam mit Fachexpert*innen Workshops in den Bereichen Musik, Tanz und Kunst um. Wir wollen mit dem Projekt junge Menschen in den Communitys erreichen, die sonst wenig Zugang zu anderen Angeboten haben, vor allem Mädchen und Frauen, die von FGM/C betroffen sind. Wir suchen Community Organizer*innen und Expert*innen für Kunsttherapien, die selber in Vereinen organisiert sind und zu den Communitys vor Ort gehören. Bisher haben wir in Bremen noch keine entsprechenden Personen gefunden.“
Einmal jährlich vergibt der Senator für Kultur ein zwölfmonatiges Atelierstipendium inklusive eines monatlichen finanziellen Zuschusses für die künstlerische Arbeit an eine/n bildende/n Künstler*in, die in Bremen lebt und arbeitet. Voraussetzung: Deren Abschluss eines Kunststudiums an einer Kunstakademie beziehungsweise an einer vergleichbaren Einrichtung darf nicht länger als drei Jahre zurückliegen. Bewerbungsschluss für 2026 ist der 19. Oktober 2025.
Glenys & Irene



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