
Gewalt ist heute ein wichtiges Thema, über das man sprechen muss. Diese Gewalt kann in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen präsent sein, ohne dass wir es merken, oder sie kann durch unseren sozialen Kontext normalisiert werden. Das Thermometer der Gewalt könnte ein sehr interessantes Instrument zur Identifikation und Prävention von Gewalt in Beziehungen sein. Ich werde auch auf die Frage eingehen, warum es ein funktionales Instrument im europäischen Kontext sein könnte.
Ein Instrument zur Identifikation und Prävention von Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen

Dieses Instrument heißt Violentómetro – auf Deutsch: Thermometer der Gewalt. Es zeigt auf einer Skala das unterschiedliche Ausmaß von Gewalt an und wurde 2019 von der Mexikanerin Martha Alicia Troncoso Rosas erfunden, die damit die Dringlichkeit des Problems sichtbar machen wollte. Es ging ihr darum, Gewalt in den verschiedenen Stufen rechtzeitig erkennbar zu machen, und zwar in unterschiedlichen Umgebungen wie Beziehungen, Familie oder Arbeit. Es ist ein Instrument, das in einigen Ländern Lateinamerikas allgemein verwendet wird, um Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen zu identifizieren und zu klassifizieren, insbesondere im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt.
Es geht um ein grafisches Werkzeug, das die Manifestationen von Gewalt in persönlichen Beziehungen klassifiziert, die oft unbekannt sind oder verwechselt werden. Dieses Werkzeug ist in drei Farben strukturiert – grün, gelb und rot – die Verhaltensweisen darstellen, die ein Alarmsignal darstellen können. Aber wenn ein Verhalten in der grünen Farbe erscheint, heißt das nicht, dass es positiv zu bewerten ist, denn jedes auf dieser Skala genannte Verhalten ist eine Form von Gewalt.
Was den europäischen Kontext anbelangt, dieses „Thermometer der Gewalt“ kann Menschen helfen, Anzeichen von Gewalt in ihren Beziehungen zu erkennen, noch bevor sich die Situation zuspitzt. Dieses visuelle Instrument ermöglicht es Menschen, toxische oder missbräuchliche Verhaltensweisen zu erkennen, die manchmal nicht als Gewalt identifiziert werden, und hilft, gefährliche Situationen zu vermeiden. Die Integration des Thermometers der Gewalt in Bildungsprogramme könnte es jungen Menschen ermöglichen, die Grenzen einer gesunden Beziehung von klein auf besser zu verstehen. Es könnte dazu beitragen, eine Gesellschaft zu schaffen, der bewusster ist, was eine respektvolle und sichere Beziehung ausmacht. Obwohl europäische Länder über solide Gesetze gegen geschlechtsspezifische Gewalt verfügen, könnte die Ergänzung dieser Gesetze durch präventive Instrumente wie das „Thermometer der Gewalt” zu einer größeren Wirksamkeit bei der Prävention und Unterstützung von Opfern beitragen. Den Menschen eine greifbare Ressource zur
Erkennung von Gewalt an die Hand zu geben, könnte eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen sein.
Elsa Rodriguez



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