Kinotipp: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen erzählt die Geschichte von drei Afroamerikanerinnen, die in den Sechzigern wissenschaftlich für die NASA arbeiteten.

Rechnen für den Weltraum

West Virginia, 1961: Auch bei der NASA herrscht Rassentrennung. In einem kleinen Kellerraum arbeiten zwanzig Afroamerikanerinnen an Berechnungen für die Raumfahrt. Unter ihnen ist Katherine Goble (Taraji P. Henson), Mathegenie und Mutter von drei Töchtern. Als die erste amerikanische bemannte Raumsonde an den Start gehen soll, ist ihr außergewöhnliches mathematisches Talent gefragt. Ihr neuer Vorgesetzter Al Harrison (Kevin Costner) ist schnell von ihren Fähigkeiten überzeugt, doch Kollege Paul Stafford fühlt sich in seiner Position bedroht. Immer wieder legt er Katherine Steine in den Weg.

Eine Frau zeichnet einen Graphen an die Tafel

Katherine bei der Arbeit © 2017 Twentieth Century Fox

Auch Katherines Freundin Mary Jackson (Janelle Monáe) muss hart für ihre Ziele kämpfen. Sie träumt von einer Karriere als Ingenieurin, doch dazu muss sie einen Kurs belegen, der nur an einer High School für Weiße angeboten wird. Derweilen arbeitet Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) als Supervisor, ohne für ihre zusätzliche Arbeit bezahlt zu werden. Es dauert, bis sie ihre Vorgesetze (Kirsten Dunst) überzeugen kann. Als die NASA die ersten großen Rechencomputer anschafft, sieht Dorothy ihre Chance. In ihrer Freizeit lernt sie die Programmiersprache und bringt sie den anderen Rechenexpertinnen bei.

Hidden Figures überzeugt durch Humor

Hidden Figures gewann kürzlich den Screen Actors Guild Award für das beste Ensemble. Der Film ist bis in die Nebenrollen prominent besetzt. Octavia Spencer gewann bereits einen Oscar für ihre Rolle in The Help. Sie ist wieder als beste Nebendarstellerin nominiert. Zudem erhielt Hidden Figures Nominierungen für die Kategorien bester Film und beste Drehbuchadaption.

Die Geschichte wird leichtfüßig und mit Humor erzählt. Bunte Bilder und authentische Kostüme ergänzen das gutgelaunte Spiel der Darstellenden. Dazu passt der Soundtrack von Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer mit Songs von Pharrell Williams, wie etwa „Runnin‘“. Das Lied wird an mehreren Stellen des Films gespielt und sorgte für einige Lacher. Trotz all dem bildet Hidden Figures auch die unschönen Seiten der damaligen Zeit ab.

Drei tanzende schwarze Frauen

Mary, Katherine und Dorothy genießen ihre freie Zeit © 2017 Twentieth Century Fox

Eine Geschichte über Einheit

Als afroamerikanische Frauen werden Katherine, Dorothy und Mary gleich doppelt benachteiligt. Katherine muss eine halbe Meile laufen, um auf Toilette gehen zu können, denn es gibt keine sanitären Anlagen für „Farbige“ in dem Gebäude in dem sie arbeitet. Die Mittagspause verbringen NASA-Mitarbeiter*innen in getrennten Essensräumen und selbst die Kaffeekannen im Büro dürfen nicht gemeinsam genutzt werden. Als Dorothy in der Bibliothek Bücher aus der Abteilung für Weiße entleihen möchte, wird sie mit ihren zwei Söhnen hinausgeworfen. Marys Mann geht mit anderen Bürgerrechtler*innen auf die Straße, gemeinsam schaut die Familie eine Rede von Martin Luther King im Fernsehen.

Neue Bekannte zeigen sich überrascht, dass die NASA solch wichtige Aufgaben Frauen überlässt. Beiträge von Frauen zur Wissenschaft wurden in der Geschichte häufig unterschlagen. Hidden Figures macht drei Wissenschaftlerinnen sichtbar, ohne dessen Arbeit die amerikanische Raumfahrt nicht möglich gewesen wäre. Sie waren Pionierinnen, die den Weg für andere Frauen in der Raumfahrt ebneten. „Die Frauen, auf dessen Schultern wir heute stehen, sind drei amerikanische Heldinnen“, erklärte Schauspielerin Taraji P. Henson bei ihrer rührenden Dankesrede der SAG Awards. „Diese Geschichte handelt von Einheit. Sie erzählt davon, was passiert, wenn wir unsere Differenzen beiseitelegen und als Menschheit zusammenkommen.“

Hannah Lena Puschnig

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