Hattest du schon mal Dates in Bremen? Und wie würde man Bremen als Typ Mann beschreiben? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die Anna Dushime letzte Woche bei ihrer Lesung gestellt bekommen hat.
Um die Singleherzen vorweg einmal zu beglücken: Dushime hatte noch kein Date in Bremen, ist aber offen dafür!

Anna Dushime hat letzten Mittwoch aus ihrem ersten Buch „1000 letzte Dates – Wie ich die Liebe suchte & etwas Besseres fand“ im Bremer Theater gelesen. Das Foyer des Theaters war mit ganz vielen Menschen gefüllt und Maimuna Sallah hat den Abend auf wunderbare Art und Weise moderiert. Die Veranstaltung war ausverkauft. Zu Recht.
Für diejenigen, die Anna Dushime noch nicht kennen: Sie ist nicht nur Moderatorin, Kolumnistin und Podcasterin, sondern auch noch Autorin des SPIEGEL-Bestsellers „1000 letzte Dates – Wie ich die Liebe suchte & etwas Besseres fand“! Sie wurde in Kigali geboren, ist in England zur Schule gegangen und hat in Deutschland ihr Abitur gemacht. Nachdem sie in den Niederlanden studiert hat, veröffentlichte sie Kolumnen über Dating, Rassismus und alles dazwischen für die taz. Heute lebt sie mit ihrem Kind in Berlin und hat ihr erstes Buch veröffentlicht, in dem sie Dates aus vergangenen Jahren reflektiert.
Um ehrlich zu sein, war es meine erste Lesung jemals und es wird absolut schwierig, sie zu toppen. Ich war sehr begeistert von Anna Dushime und habe die Tage danach noch oft an die Lesung gedacht. Die Fragen von Maimuna Sallah waren wirklich gut und haben einen Raum für ausführliche, persönliche und ehrliche Antworten gegeben. In einem Moment meinte Dushime, sie habe keine „stage personality“, was mich total überrascht hat. Denn ich war so hin und weg von ihr.
Ich folge Anna Dushime schon lange auf Instagram (kann ich sehr empfehlen!) und kenne sie auch von Podcast-Gastauftritten. Sie hat einen so sympathischen, ehrlichen und unglaublich witzigen Charakter. Über ihre „stage personality“ muss sie sich überhaupt keine Gedanken machen, denn von der ersten Sekunde an hat sie das Publikum mit ihrer authentischen Art und Weise überzeugt.
Sie erzählt Geschichten über ihre erste Beziehung mit Gregor (der hieß nicht wirklich so) und von Begegnungen mit seiner Mutter. Jene Mutter, die heute einer der größten Fans von Dushime ist und Gregor das auch spüren lässt. Nicht nur spezifische Beziehungen werden in ihrem Buch aufgegriffen, sondern auch die Kategorisierung von Männern in Städte oder Supermärkte. Diese akkuraten Vergleiche haben das Foyer mit Lacher gefüllt, denn irgendwie konnten alle irgendjemanden in diesen Aussagen wiederfinden.
Denn wer kennt ihn nicht, den Lidl-Typen, der als Maschinenbauer gut verdient, aber niemals aus seiner Single-Wohnung ausziehen würde; der belehrende Kommentare über Crypto-Währung teilt und denkt, er sei näher an der Milliarde als an der Arbeitslosigkeit. Oder den Denns-Typen, der dich trotz einfühlsamer Therapiesprache ghostet und es auf seine langjährige Traumata schiebt: die Trennung seiner Eltern vor 23 Jahren.
Wir waren in einer Tour am Lachen, haben gegrinst und das tolle Gespräch aufmerksam verfolgt. Am Ende bestand die Möglichkeit, Fragen über das Buch oder an Dushime direkt zu stellen. Doch das Publikum hatte lediglich einen Wunsch: dass die Lesung noch weitere Stunden anhält.
Und wenn ich nochmal ganz ehrlich bin, hatte ich das Buch vor der Lesung noch gar nicht gelesen, obwohl es seit der Veröffentlichung auf meiner reading-list ist. Heute liegt es auf meinem Nachtschrank und erinnert mich an den wundervollen Abend.
Also, wenn ihr irgendwann die Chance habt, Anna Dushime live zu sehen, dann macht es! Es lohnt sich, denn ihr werdet sehr viel lachen!
Jule Bertke



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