Die Authentische: Ein Bremer Original

Schwarzer Hintergrund. Darauf Umrisse von Mund, Nase und Gesichtskonturen. In Rot steht dadrüber "I'm not..."

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Nun sitze ich vor einem leeren Blatt und grüble darüber nach was eine Held*in ausmacht. Tolles Thema, was wir uns da in der Redaktion ausgedacht haben?! Wo fängt man da überhaupt an?! Worüber definieren wir eine Held*in überhaupt? Brauchen wir überhaupt welche? All diese Fragen schwirren durch meinen Kopf.

Schaue ich mich in meinem näheren Umfeld um, sehe ich ganz schön viele Bekannte und Freundinnen, denen ich bei genauer Betrachtung etwas Heldenhaftes zuschreiben würde. Da ist z.B. meine Freundin Anna, die drei kleine Kinder hat, die vor zwei Jahren hochschwanger mit ihrer Jüngsten, noch mal ein Studium angefangen hat. Auch wenn diese Situation aus sich selbst heraus schon viele Stolpersteine mit sich bringt, habe ich eine Hochachtung vor dem was meine Freundin tagtäglich leistet.

Nachdenklichkeit versus Leichtigkeit

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Schwieriger verhält es sich dabei, wenn ich auf mich selbst schaue. Viel zu häufig bin ich mit dem beschäftigt, was mich meiner eigenen Meinung nach mangelhaft erscheinen lässt. Ich sehe ständig die Ziele, die ich nicht erreiche. Die Grüblerin in mir ist dann größer als die Optimistin. Meine Nachdenklichkeit killt allzu gerne meine Leichtigkeit. Dabei will ich das gar nicht. Mir hilft dabei auch kein Ratgeber, so nach dem Motto „Entdecke die Superwoman in dir“ oder so ähnlich. Das ist totaler Schwachsinn und hat mit dem, was ich meine, nichts zu tun. Die eigenen Fähigkeiten anzuerkennen, den eigenen Wert zu schätzen, das würde ich mir wünschen. Vor allem würde ich dabei gerne diese Hürde überwinden, mich ständig unbewusst mit anderen zu messen. Das ist zum Teil selbst gemachtes Leid und doch bleibt da auch die Kritik an unserer Leistungsgesellschaft nicht aus. Ich will keine Selbstoptimierungsmaschine sein, sondern ein Mensch mit Schwächen und Makeln. Ich will Angst haben dürfen vor der Zukunft und will auf die blöde Kollegin wütend sein. Negative Gefühle nicht ausmerzen, genauso wie Positive zulassen. Ich will glücklich sein, mich toll finden, unabhängig von meinem gegenüber.

Mich mögen versus mich zu kategorisieren

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Meine Welt dreht sich momentan ziemlich schnell. Menschen kommen und gehen. Augenblicke verschwinden und ich versuche nicht festzuhalten, sondern loszulassen. Ich kann nicht aufhalten, was gerade passiert. Nur versuchen, gut zu mir selbst zu sein. Deswegen taufe ich mich noch lange nicht als eine Heldin. Das bleibt eine etwas fremde Worthülle, welche nicht zu mir passt. Doch mag ich diese etwas zweifelnde, nachdenkliche Person, der ich da 24 Stunden begegne, recht gern. Ich finde mich schön in meiner Unperfektheit und glaube, ich habe es mehr als verdient, dass ich gut zu mir bin. Ich mag mich und das ist für mich gerade viel mehr wert, als krampfhaft nach der Heldin in mir zu suchen.

ein Bremer Original

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