flucht.bremen

mod. Malerei, überladenes Boot

(c) Heidemarie Gniesmer

Jeden Tag sind die Medien voll mit Themen über flüchtende Menschen. Wir hören und lesen von schrecklichen Fluchtgeschichten, von überfüllten Flüchtlingslagern und den Problemen der Unterbringung und Betreuung in Deutschland. Und nicht zuletzt immer wieder über fremdenfeindliche Äußerungen und Aktivitäten.

In die Wut über die politischen Verhältnisse diesseits und jenseits des Mittelmeeres mischt sich bei den meisten von uns manchmal Resignation, und wenn wir ehrlich sind, auch leise Abstumpfung gegenüber den Katastrophen, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Was können wir dagegen tun? Diese Frage hat auch unsere Redaktion nicht losgelassen. Natürlich wissen wir, dass die geopolitischen Bedingungen wie Krieg, Hunger, Landraub, Klimawandel, die Menschen zur Flucht veranlassen, nur langfristig veränderbar sind. Aber hier und jetzt ist unsere Hilfe gefragt und unerlässlich. Allein 2014 hat das Land Bremen 2.233 Flüchtlinge aufgenommen, und schon bis Juni dieses Jahres kamen schon fast so viele wie im ganzen letzten Jahr. Viele von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Im Fokus unseres neuen Specials zum Thema „flucht.bremen“ – steht, wie BremerInnen sich ehrenamtlich engagieren, um geflohenen Menschen das Ankommen und Einleben in dieser Stadt erträglicher zu machen. Es sind ganz persönliche Berichte über dieses Engagement, die wir vorstellen, sowohl positive Erfahrungen als auch Probleme, mit denen sie manchmal zu kämpfen haben. Als Hintergrund haben wir einige Daten und Zahlen zum Thema Asyl zusammengetragen. Diejenigen Leserinnen und Leser, die an einer solchen Arbeit interessiert sind, finden Angebote und Kontaktmöglichkeiten, um aktiv zu werden.

Die Palette der Möglichkeiten ist sehr breit: Ehrenamtliche spielen mit Kindern, geben Sprachunterricht, begleiten Flüchtlinge bei Arzt- und Behördengängen, organisieren ein gemeinsames Fest oder einen Ausflug. Manchmal ist schlicht ein Besuch in einer Unterkunft hilfreich, um Kontakt zu knüpfen. Für die UnterstützerInnen tun sich viele neue Erfahrungen auf, die oft spannend sind und Spaß machen können.

Alle diese Aktivitäten tragen dazu bei, unsere Stadt, unsere Gesellschaft durchlässiger, verständlicher, etwas einladender zu machen und die sichtbaren und viel öfter unsichtbaren Barrieren zu den Zugewanderten zu verringern. Das geht nur durch persönlichen menschlichen Kontakt.

Christel Schütte

Hier geht’s zum kompletten Special „flucht.bremen“

  5 comments for “flucht.bremen

  1. Kristina Schmidt
    20. Juli 2015 at 9:01

    Super wo finde ich eine Adresse wo ich Sachspenden abliefern kann? Ich kann ein Damen Fahrrad abgeben. Ist fahrtüchtig müsste noch Licht und diverse Kleinigkeiten repariert werden. Ich gebe gerne die 30€ als Spende für die Reparatur. Zeit habe ich leider nicht
    Gibt es auch eine Facebook Seite ?

  2. Redaktion
    20. Juli 2015 at 10:52

    Hallo Kristina, am einfachsten geht es über die Schenkplattform „gemeinsam in Bremen“. Der Text über diese Website ist heute ebenfalls erschienen:
    https://frauenseiten.bremen.de/blog/gemeinsam-in-bremen/
    Viele Grüße aus der Redaktion

  3. Finni
    21. Juli 2015 at 17:33

    Soweit ich weiß arbeiten bei der WaBeQ Jugendliche abgegebene Fahrräder wieder auf. Sie lernen dort Fahrradreparatur. Und die Räder werden dann z.B. auch wieder fit gemacht und an Flüchtlinge oder caritative Organisationen abgegebe. Am besten dort nachfragen: http://www.wabeq.de.

  4. Birgit
    9. August 2015 at 18:03

    Vielen Dank für diesen Schwerpunkt, der so viele Ansatzpunkte liefert, was möglich ist, und auch deutlich macht, wie sehr unsere Rechtslage im Sinne der geflüchteten Menschen zu wünschen übrig lässt….
    Ich bin auch ein Kind von Flüchtlingen, die im zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten, meine Mutter im Alter von 12 Jahren. Sie konnten im Nachkriegsdeutschland viel staatliche Unterstützung erfahren (Lastenausgleich, günstige Grundstücke für eine Siedlung, die dann in Eigenleistung erbaut wurde), und ich frage mich, warum das alles heute nicht möglich ist.

  5. 10. August 2015 at 13:33

    Liebe Flüchtlingsengagierte!
    In der EMK-Gemeinde der Freikirche wird es wieder ab dem 21. August 15 das Cafe-Tiramisu geben, welches ab 15 Uhr geöffnet hat und Treffpunkt vieler Menschen aus Notunterkünften ist. Hier kann man Angebote direkt an den Mann oder Frau bringen und Hilfe anbieten, nette Kontakte knüpfen. Kafffee und Kuchen, Tee oder Saft stehen bereit. Geöffnet bis 18 Uhr
    Adresse Schwachhauser Heerstr. 179 Gemeinderaum Erlöserkirche.
    Kontakt Pastorin Susanne niessner Brose Tel.: 0421-442363

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